{"id":2016,"date":"2012-06-13T21:33:00","date_gmt":"2012-06-13T21:33:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=2016"},"modified":"2012-06-13T21:34:33","modified_gmt":"2012-06-13T21:34:33","slug":"kloster-hrdt","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=2016","title":{"rendered":"Kloster H&ouml;rdt"},"content":{"rendered":"<p align=\"center\">&#160;<\/p>\n<p align=\"center\">&#160;<\/p>\n<p align=\"center\">&#160;<\/p>\n<p align=\"center\">&#160;<\/p>\n<p align=\"center\">&#160;<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Wappen-Hrdt.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; border-right-width: 0px; padding-left: 0px; padding-right: 0px; display: inline; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; border-left-width: 0px; padding-top: 0px\" title=\"Wappen H\u00f6rdt\" border=\"0\" alt=\"Wappen H\u00f6rdt\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Wappen-Hrdt_thumb.png\" width=\"116\" height=\"136\" \/><\/a><\/p>\n<p align=\"center\">&#160;<\/p>\n<p align=\"left\">H\u00f6rdt war schon um 5000 vor Christus also in der J\u00fcngeren Steinzeit besiedelt. Auf den Ortsfluren hat man Steinbeile und Gef\u00e4\u00dfe gefunden, die die Anwesenheit des Menschen bezeugen.<\/p>\n<p align=\"left\">1937 wurde ein sp\u00e4tbronzezeitliches Urnengr\u00e4berfeld aus der Zeit um etwa 1000 vor Christus entdeckt. Auch r\u00f6mische Spuren lassen sich belegen. Auf einer Anh\u00f6he nach Bellheim war ein r\u00f6mischer<\/p>\n<p align=\"left\">Wachturm an der Grenze zweier Verkehrswege im Gewann \u201cAlter Turm\u201d. Man hat auch G\u00f6ttersteine und einen Br\u00fcckenstein aus dem 2. nachchristlichen Jahrhundert gefunden, was eine r\u00f6mische Siedlung vermuten l\u00e4sst.<\/p>\n<p align=\"left\">Eine erste urkundliche Erw\u00e4hnung erfolgt um 800 als Agboto, ein Edler aus dem Elsass, dem Kloster Fulda eine Kirche,mehrere H\u00f6fe und 63 Leibeigene schenkt und zwar in der Regierungszeit von Abt Baugulf des 2. Abtes von Fulda (779-802).<\/p>\n<p align=\"left\">Aufgef\u00fchrt ist die Urkunde im Kopialbuch des Rabanus Maurus, dem 3. Nachfolger von Baugulf, also dem 5. Fuldaer Abt.<\/p>\n<p align=\"left\">Die \u201cGeburtsurkunde\u201d von Kloster H\u00f6rdt stammt aus dem Februar 1103. Die Gesamtquellenlage zu H\u00f6rdt ist allerdings sehr schlecht und auch aus der Bausubstanz ist nur noch wenig vorhanden.<\/p>\n<p align=\"left\">Anlass ist eine Schenkung an den Bischof von Speyer.Ein Herimann wird in der Urkunde als homo ingenuus bezeichnet und als Stifter genannt. Homo ingenuus l\u00e4sst sich am besten mit \u201cGemeinfreier\u201d \u00fcbersetzen.<\/p>\n<p align=\"left\">In der Schenkungsurkunde ist nichts \u00fcber den Stifter gesagt. Der Speyrer Archivdirektor Anton Doll vermutet, dass dieser Herimann aus dem Geschlecht der Staufenberger mit dem Nebengeschlecht der Ebersteiner<\/p>\n<p align=\"left\">entstammt.M\u00f6glich ist sogar eine Verbindung des Herimann mit dem ersten Stifter in H\u00f6rdt, Agboto. Agboto war beg\u00fctert in H\u00f6rdt und stammte aus dem Elsass. Die Vorfahren des Herimann waren rechts des Rheines um Karlsruhe herum ans\u00e4ssig<\/p>\n<p align=\"left\">waren aber auch beg\u00fctert im Elsass und der Ostpfalz. Eine Verbindung zwischen den beiden Familien ist also gar nicht so abwegig. Auffallend ist, dass der Stifter bei der Schenkung selbst nicht zu gegen war.<\/p>\n<p align=\"left\">1638 wurde im Innenraum der Kirche eine Darstellung des Stifters gefunden, die ihn in milit\u00e4rischer Tracht darstellt. Das l\u00e4sst denkbar erscheinen, dass er an einem Kreuzzug teilgenommen hat und deshalb an dem Schenkungsakt<\/p>\n<p align=\"left\">selbst nicht anwesend war. Die Schenkung erfolgt an den Bischof Johannes I. Graf im Kraichgau, der in Speyer von 1090-1104 in Speyer regierte. Er stammte aus der Familie der Zeisolf-Wolfram und war im Investiturstreit der treueste&#160; Parteig\u00e4nger des Kaisers <\/p>\n<p align=\"left\">Heinrich IV. der auch als Zeuge in der Schenkungsurkunde genannt wird. Bischof Johannes war Neffe des Kaisers. Sein Vater war Graf Wolfram, seine Mutter Azela eine Schwester Kaiser Heinrichs. Johannes starb im Bann. Seine Nichte Adelheid, mit der er <\/p>\n<p align=\"left\">zusammen an der Gr\u00fcndung des Klosters Blaubeuren beteiligt war, reist nach seinem Tod nach Rom und versuchte beim Papst den Bann zu l\u00f6sen.<\/p>\n<p align=\"left\">Der Stifter stattete errichtete das Kloster auf seinem Eigengut und stattete es reich mit G\u00fctern aus. So erhielt es seine G\u00fcter in H\u00f6rdt, Kuhardt, Bellheim, Ottersheim, Karlbach, Rietburg und Knielingen sowie den halben Zoll in Hochstatt. Es wurde der Gottesmutter <\/p>\n<p align=\"left\">Maria geweiht. Das Kloster und die Dorfkirche wurden dem Speyrer Bischof \u00fcbergeben, wie man aus einer Passage der Schenkungsurkunde entnehmen kann, die besagt, dass das Kloster auf Bitten des Kaisers und des Bischofs Johannes der Speyrer Domkirche zu <\/p>\n<p align=\"left\">Eigentum gibt. H\u00f6rdt war im Reformverbund der Augustinerchorherren im 1089 gegr\u00fcndeten Stift von Marbach im Elsass,zu dem auch Frankenthal, Backnang, Indersbach und Interlaken, Goldbach, St. Leonhard in Basel und im Elsass Schwarzenthann in den Vogesen <\/p>\n<p align=\"left\">und St. Arbogast und St.Trinitas in Stra\u00dfburg geh\u00f6rten. Eine der wichtigsten Pers\u00f6nlichkeiten aus der fr\u00fchen Klostergeschichte Marbachs war Manegold von Lauterbach, der erste Propst von Marbach und gro\u00dfer Anh\u00e4nger Papst Gregors, des Gegenspieler Heinrichs <\/p>\n<p align=\"left\">IV. im Investiturstreit war.<\/p>\n<p>1139 best\u00e4tigte Papst Innozenz II. in seiner Bulle vom 26.4., dass im Kloster H\u00f6rdt die Regel des Heiligen Augustinus befolgt werden soll. Au\u00dferdem best\u00e4tigte er die Schenkungen des Stifters. 1140 verstarb der erste gew\u00e4hlte Propst des Stifts<\/p>\n<p>Anselm. Auf ihn folgt Burkard, der 1147 verstarb. In der Amtszeit von Albert, dem 3. Propst stellt Kaiser Friedrich I. am 18.Dezember 1155 auf dem Trifels eine Urkunde aus,in der er&#160; das Augustiner-Chorherrenstift H\u00f6rdt (<i>Herdensem itaque \u0119cclesiam in honore beat\u0119 <\/i><\/p>\n<p><i>dei genitricis et perpetu\u0119 virginis Mari\u0119 constructam<\/i>) in seinen Schutz nimmt, best\u00e4tigt die Besitzungen, den Domvogt von Speyer als zust\u00e4ndigen Vogt, verbietet die Einsetzung eines Untervogtes, verf\u00fcgt, da\u00df die anfallenden Geb\u00fchren zu zwei Dritteln an den Propst <\/p>\n<p>von H\u00f6rdt und zu einem Drittel an den Vogt fallen sollen, und setzt die dem Vogt zu leistenden Abgaben w\u00e4hrend des zweimal im Winter und einmal im Sommer zu haltenden Gerichtstages im einzelnen fest. Au\u00dferdem best\u00e4tigt er die auf Bitten Heinrichs III. (=IV.) <\/p>\n<p>erfolgte \u00dcbergabe des Stiftes an die Speyerer Domkirche durch den Gr\u00fcnder Hermann (von Spiegelberg), wobei die Eink\u00fcnfte dem Stift zugute kommen sollen, ordnet das rechtliche Verh\u00e4ltnis zwischen dem Propst und dem Bischof (<i>prelatus a fratribus canonice <\/i><\/p>\n<p><i>electus episcopo non hominium faciat, sed curam tantum ab ipso suscipiat<\/i>), gew\u00e4hrt das Asylrecht sowie das Recht zum Klostereintritt f\u00fcr alle mit Ausnahme der H\u00f6rigen (<i>Insuper quisquis terminos prefixos quacumque occasione intraverit, nisi forte iudiciali sententia <\/i><\/p>\n<p><i>dampnatus, donec inde exeat, pacem habeat; quisquis etiam seculum proponit relinquere et ad meliorem vitam ad idem cenobium confugere exceptis quorumlibet mancipiis, nemo illum presumat ledere aut retrahere<\/i>) und setzt als Strafe 4 Pfund Goldes f\u00fcr Edelfreie <\/p>\n<p>und Ministerialen sowie das Scheren der Haare und die Pr\u00fcgelstrafe oder 60 Solidi f\u00fcr die \u00fcbrigen fest. Als Zeugen werden genannt: Bischof Gunther von Speyer, Abt Engelschalk von Wei\u00dfenburg, Propst Widekind des Dreifaltigkeitsstiftes (in Speyer), Kanoniker <\/p>\n<p>Theoderich von Speyer, Notar Heinrich, Pfalzgraf Konrad bei Rhein, Herzog Friedrich von Schwaben, Graf Emicho von Leiningen, Helmger, Ulrich, Wolfram, Konrad, Berthold, Wecil, Walther, Sigeboto. &#8211; <i>Arnoldus Maguntine sedis archiep. et archicanc.<\/i>; <\/p>\n<p>Vorher, n\u00e4mlich 1148 hatte das Kloster vom Speyrer Bischof G\u00fcnter Graf von Henneberg (1146-1161) die \u00c4gidius-Kapelle in Speyer sowie das Hospital mitsamt seien zugeh\u00f6rigen Besitzungen erhalten und erf\u00fcllte damit den Willen seines Gr\u00fcnders, <\/p>\n<p>des Kanonikus Burchard zu Sankt Guido, und seiner bereits verstorbenen Mutter. Bischof Ulrich war es auch, der dem zwischen M\u00fchlacker und Lienzingen zu gr\u00fcndenden Kloster seinen endg\u00fcltigen Platz in Mailbronn&#160; durch eine Stiftung des Bischofslehen in dem <\/p>\n<p>abgelegenen Tal Mulenbrunnen zuwies.&#160; Nach Albert regierte Konrad als Propst ab 1170. er starb 1193 als 4. Propst. Welche Wertsch\u00e4tzung das noch junge Stift \u201cbei Hofe\u201d schon genoss, zeigt die Tatsache, dass Kaiser Friedrich am 1. Mai 1171&#160; in Herbrechtingen (<i>in <\/i><\/p>\n<p><i>loco Herbrehtingin prope fluvium Brenc\u0119<\/i>) die dortigen Weltgeistlichen entfernt (&#8230; <i>seculares clericos, qui ordinem et cultum speculativ\u0119 vit\u0119 nimium excesserant, spontanea et voluntaria eorum deliberatione competenter amovimus<\/i> &#8230;) und&#160; sie ersetzt mit Zustimmung <\/p>\n<p>Bischof Konrads von Augsburg sowie des Klerus und der Ministerialen dieses Bistums durch Augustiner-Chorherren aus H\u00f6rdt unter F\u00fchrung des Propstes Adelbert, best\u00e4tigt und erweitert die Besitzungen und Rechte dieser Kirche, wobei er selbst einen Hof zu <\/p>\n<p>Herbrechtingen, den er von der Augsburger Kirche zu Lehen tr\u00e4gt, \u00fcbergibt, eine Reihe von Lehen und G\u00fctern f\u00fcr diese Kirche k\u00e4uflich erwirbt und an sie \u00fcbertr\u00e4gt und seinen S\u00f6hnen und Erben die Investiturrechte hinsichtlich der Propstei vorbeh\u00e4lt, da er \u00fcber <\/p>\n<p>Herbrechtingen als Lehen von Seiten der Augsburger Kirche verf\u00fcgt, spricht Bischof Konrad jeglichen Einflu\u00df auf die Einsetzung des Propstes ab und legt hinsichtlich der Propstwahl fest, da\u00df bei Uneinigkeit sein Sohn bzw. der Erbe, der dieses Augsburger <\/p>\n<p>Kirchenlehen innehat, als Vermittler eingeschaltet werden soll. Zeugen: die \u00c4bte Siegfried von Anhausen, Heinrich von Lorch, Hartmann von Echenbrunn und Theoderich von Donauw\u00f6rth, die Pr\u00f6pste Wortwin von Wettenhausen, Gerung von Roggenburg, Grim von <\/p>\n<p>Ursberg und Albert von Heiligenkreuz (zu Augsburg), die Grafen Otto von (Ober-)Kirchberg, Theobald von Lechsgem\u00fcnd und Ludwig von Helfenstein, Degenhard von Hellenstein, Diemo und sein Bruder Gottfried von Gundelfingen, Arnold von Biberbach, Anselm von <i><\/i><\/p>\n<p><i>Duringheim<\/i> (T\u00fcrkheim?), Mundschenk Konrad, Folknand von Hohenstaufen und Diepold Gusse. \u2012 <i>Heinricus imperialis aul\u0119 canc. vice Christiani Moguntini archiep. et archicanc.<\/i>; <\/p>\n<p>1171 sind auch Besuche von Hildegard von Bingen in H\u00f6rdt nachgewiesen. Auch das weist auf die Bedeutung von Stift H\u00f6rdt hin.<\/p>\n<p>1175 schenkte der Ritter Konrad aus R\u00fclzheim&#160; dem Augustinerchorherrenstift in H\u00f6rdt einige Weing\u00e4rten, was&#160; Kaiser Friedrich in einer Urkunde von 1175 best\u00e4tigt (wohl irrig f\u00fcr 1174). Diese waren zun\u00e4chst aufgelassen worden wurden dann aber an Propst <\/p>\n<p>Konrad \u00fcbergeben. 1182 vermachten die Eheleute Vimar und Agnes dem Stift ihre G\u00fcter in Leimersheim, die als Leimersheimer Forst bekannt waren. Der Ritter Konrad von Riet hatte dem Stift 1195 seine G\u00fcter in Offenbach und dem D\u00f6rfchen Altheim geschenkt.<\/p>\n<p>In derselben Zeit erhielt das Kloster auch G\u00fcter in Dannstadt und Rohrbach. Philipp von Schwaben, der j\u00fcngste Sohn Friedrich Barbarossas best\u00e4tigt diese Schenkung in einer am 29. April 1200 in Spiegelberg ausgestellten Urkunde. Gleichzeitig nimmt er die Kirche <\/p>\n<p>wie sein Vater und sein Bruder in seinen besonderen Schutz. Am 25. Februar 1220 nimmt Kaiser Friedrich II. das Kloster H\u00f6rdt in seinen Schutz und verf\u00fcgt, \u201cdass niemand dasselbe bel\u00e4stige, weder an Sachen noch an Personen\u201d. Als Zeugen wurden genannt <\/p>\n<p>Konrad III. von Scharfenberg, der Bischof 1200-1224&#160; von Speyer und seit 1212 gleichzeitig von Metz war und der 4 Kaisern bzw. K\u00f6nigen als Reichskanzler diente, sowie der Abt von Weissenburg Wolfram (1197-1224).Pfarrer Michael Frey, der 1836 einen allgemeinen <\/p>\n<p>\u00dcberblick \u00fcber die Geschichte des k\u00f6niglichen bayrischen Rheinkreises geschrieben hat, sieht diesen Brief vor allem gegen Werner von Bolanden gerichtet, der um 1220 hatte dieser die Klosterh\u00f6fe in Rohrbach und Dannstadt schwer besch\u00e4digt hatte.<\/p>\n<p>1277 wird wieder ein H\u00f6rdter Propst genannt, n\u00e4mlich Volkert. Dieser schenkt dem Kloster Eusserthal 2 1\/2 Joch G\u00fcter in Offenbach f\u00fcr die Aufnahme seines Bruders. Das Kloster H\u00f6rdt hatte 1254 G\u00fcter vom Kloster Heimbach erworben. Bei diesem Erwerb wird kein&#160; <\/p>\n<p>Propst genannt. Auch 1267 wird kein Propst sondern ein Prior namens Walter genannt.Zweimal wurde der Landvogt des Speiergaus f\u00fcr das Kloster H\u00f6rdt t\u00e4tig. 1205 ist Graf Friedrich von Leiningen als Landvogt bezeugt und 1301 Graf Friedrich III. von Leiningen.<\/p>\n<p>1277 soll eine vertragliche Einigung mit den H\u00f6rdter Bauern erzielt worden sein.<\/p>\n<p>1278 wurde das Kloster von einer Feuersbrunst heimgesucht.<\/p>\n<p>Friedrich III. entschied&#160; im Namen K\u00f6nig Albrechts am 13. M\u00e4rz 1299 einen Streit zwischen dem Kloster und der Gemeinde Dettenheim um das Grundst\u00fcck Melfurt zugunsten des <\/p>\n<p>Klosters. Im selben Jahr verkaufte Propst Heinrich einen Hof des Klosters in Kandel und in Steinweiler an das Kloster Selz. Heinrich von Bannacker war von 1301-1303 Landvogt des Speiergaus. Der neue Vogt sch\u00fctzte im Auftrag von K\u00f6nig Albrecht das Privileg des <\/p>\n<p>Klosters H\u00f6rdt, in Bellheim im sogenannten Jungholz sein Vieh zur Weide treiben zu d\u00fcrfen. Am 5. Mai 1304 besiegelte der Untervogt Johannes von&#160; M\u00fclnhofen den Entscheid des Landgerichts bei Landau eine alte Streitsache zwischen Landau und dem Kloster <\/p>\n<p>H\u00f6rdt. Demnach sollte jede \u201cam Giessen\u201d entstandene Anschwemmung dem Kloster geh\u00f6ren.<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Kloster-Hrdt.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; border-right-width: 0px; padding-left: 0px; padding-right: 0px; display: inline; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; border-left-width: 0px; padding-top: 0px\" title=\"Kloster H\u00f6rdt\" border=\"0\" alt=\"Kloster H\u00f6rdt\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Kloster-Hrdt_thumb.png\" width=\"244\" height=\"163\" \/><\/a><\/p>\n<p>Im Jahr 1306 erscheinen 3 Leute aus dem H\u00f6rdter Konvent in einer Schenkungsurkunde f\u00fcr das Kloster Eusserthal und treten bei einer Schenkung als Zeugen auf, n\u00e4mlich der Propst Ulrich, ein&#160; Prior Friedrich sowie ein Kanoniker aus H\u00f6rdt<\/p>\n<p>Johannes genannt von R\u00fclzheim. Abt in Eusserthal war zu derzeit Konrad.<\/p>\n<p>Im Jahre 1328 nahm Propst Johann einen G\u00fctertausch vor. Er tauschte die G\u00fcter des Klosters bei M\u00fchlhausen bei Landau gegen&#160; andere bei Ottersheim. 1336-1339&#160; ist der Propst Volzo bezeugt. Es ist der letzte Propst, der nur mit Vornamen bezeichnet&#160; ist.<\/p>\n<p>Man k\u00f6nnte daraus schlie\u00dfen, dass bis zu ihm die Pr\u00f6pste aus der Kommunit\u00e4t heraus gew\u00e4hlt wurden. Nach 1341 stammen alle Klostervorsteher aus der n\u00e4heren Umgebung, z.B. Zeiskam, Kirrweiler, Kandel u.a. Man k\u00f6nnte daraus folgern, dass sich der Wahlmodus <\/p>\n<p>ge\u00e4ndert hat. Die Kandidaten mussten vor der Wahl nicht mehr unbedingt dem geistlichen Stand angeh\u00f6ren. Wohl alle Pr\u00f6pste von H\u00f6rdt haben dem niederen Adel angeh\u00f6rt. Der Ritterstand formiert sich und wird zu einem festen Bestandteil der Hierarchie des <\/p>\n<p>Landes. Die Ritter wurden Lehenstr\u00e4ger des jeweiligen Grundherrn und \u00fcbernahmen Aufgaben ihres Herrn. Die Familien wurden zu Rittergeschlechtern und waren dem niederen Adel gleich.<\/p>\n<p>Volzo hatte 1336 einen Vergleich mit dem Kloster Gottesau in Karlsruhe geschlossen. Zwischen den beiden Kl\u00f6ster war es zu Streitigkeiten wegen Fischereirechten im Altrhein gekommen. Am&#160; 16. September 1336 am Tag nach dem Fest der Kreuzerh\u00f6hung einigten <\/p>\n<p>sich Abt Nikolaus von Gottesaue und die Gemeinde Eggenstein auf der einen Seite und Propst Volzo und der H\u00f6rdter Konvent auf der anderen Seit \u00fcber die Besitzverh\u00e4ltnisse des Altrheins zwischen Potz und Winden. Pfalzgraf Rupprecht I. erkl\u00e4rte dann&#160; 1361 den <\/p>\n<p>Rheinarm&#160; zwischen Potz und Schr\u00f6ck mit den Weiden, Inseln, Wald&#160; und Goldgr\u00fcnden zwischen der Abtei Gottesaue und der Propstei H\u00f6rdt als gemeinschaftlich. In diesem Vergleich erscheint auch der Propst Hugo von Zeiskam. Zwei Jahre vorher, n\u00e4mlich 1359<\/p>\n<p>hatte er durch seine&#160; R\u00e4te einen Zwist zwischen der Propstei und den Bauern von Potz wegen des Beholzungsrechts auss\u00f6hnen lassen.<\/p>\n<p>1381 kam es wieder mal zu einem Streit, diesmal zwischen dem Dorf H\u00f6rdt und dem Kloster. Als Vermittler trat der pf\u00e4lzische Hauptmann Graf Heinrich von Spanheim auf, der \u00f6fters Streitigkeiten im Namen des Pfalzgrafen zu schlichten hatte.<\/p>\n<p>1418 ist Werner von Waldheim Propst. In seiner Zeit gab es Weidstreitigkeiten zwischen dem Ritter Johann von Otterbach und der Propstei H\u00f6rdt. Pfalzgraf Ludwig III.(Pfalzgraf von 1410-1436 und Sohn Ruprechts der den Gottesauer Streit schlichten lie\u00df)lie\u00df den <\/p>\n<p>Streit schlichten. Dieselbe Streitigkeit gab es auch mit dem Dorf H\u00f6rdt. Diese wurde 1374 auf Initiative Kurf\u00fcrst Friedrichs von der Pfalz (1425-1476) geschlichtet.&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160; <\/p>\n<p>In Speyer war inzwischen Reinhard von Helmstadt 1438 Bischof geworden. Ein Schwerpunkt seiner T\u00e4tigkeit war die Bem\u00fchungen um Reformen des Welt-und Ordensklerus. Auch in H\u00f6rdt hatte die Tendenz zur Verweltlichung um sich gegriffen, so dass Bischof <\/p>\n<p>Reinhard sich gezwungen sah 1454 in H\u00f6rdt einzugreifen. in seinen Bem\u00fchungen wurde er unterst\u00fctzt von Propst Heinrich von M\u00fchlhofen, der dem Kloster eine neue , strengere Ordnung gab und damit den Anstoss zu einem neuen bl\u00fchenden Klosterleben gab.&#160;&#160; <\/p>\n<p>Der Propst soll seinem Konvent ein leuchtendes Vorbild sein. Die Gottesdienstzeiten wurden geregelt, Gebetszeit festgelegt. Die Messe sollte mindestens einmal t\u00e4glich gelesen werden und wenigsten einmal pro Woche eine Seelenmesse samt Vigil f\u00fcr die<\/p>\n<p>verstorbenen G\u00f6nner und Wohlt\u00e4ter des Konvents abgehalten werden. Wer nicht p\u00fcnktlich bei den Andachten oder der Messe war, erhielt einen Abzug auf seine t\u00e4gliche Lebensmittelration. Die Chorherren sollten bei der Messe in Chorkleidung erscheinen.<\/p>\n<p>Das Essen sollte gemeinschaftlich im Speisesaal eingenommen werden. Bei Tisch sollten Lesungen gehalten werden. Niemand sollte Tanzbelustigungen oder Wirtsh\u00e4user besuchen. Mit Personen des anderen&#160; Geschlechts sollte man sich nicht in Verbindungen <\/p>\n<p>einlassen. W\u00f6chentlich sollten zwei Kapitelsversammlungen abgehalten werden, bei denen wirtschaftliche Belange beraten, Fehler ger\u00fcgt und bestraft und Zerw\u00fcrfnisse beigelegt werden sollten. Falls das nicht gelang, sollten Streitigkeiten vor das geistliche<\/p>\n<p>Gericht in Speyer gebracht und dort entschieden werden. F\u00fcr die Handhabung der Ordnung sollte ein Prior gew\u00e4hlt werden. F\u00fcr die Eintreibung und Verwaltung der Gef\u00e4lle, das waren die Abgaben an das Kloster, sollte ein Schaffner eingestellt werden, der einmal<\/p>\n<p>j\u00e4hrlich vor dem Propst und gesamten Kapitel Rechnung legen musste. Diese, sowie die Urkunden und Privilegien des Klosters sollten in einer Lade verwahrt werden, \u00fcber die nur drei Personen die Schl\u00fcsselgewalt hatten. Auch die Schule, die schon vorher <\/p>\n<p>bestanden hatte, wurde erneuert. in dieser Schule wurden Adelss\u00f6hne aber auch Jungen aus dem Dorf erzogen. Es war eine wichtige Ausbildungsst\u00e4tte f\u00fcr die S\u00f6hne der Grafen und Ritter des Speyergaus.<\/p>\n<p>\u201cDas Kloster stand in seinem besten Flor\u201d&#160; sagt Pfarrer Frey zu dieser&#160; Epoche und es war wohl die bl\u00fchendste Zeit, die H\u00f6rdt erlebt hat.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich gab es auch weiterhin Streit. So war der Zwist mit Kloster Gottesaue wieder ausgebrochen. Aber Propst Heinrich verglich sich 1455 mit dem Gottesauer Abt Matthias. Die gemeinschaftliche Besitzung wurde geteilt und au\u00dferdem festgelegt, dass alle<\/p>\n<p>5 Jahre die Teilung untersucht und erneut verglichen werden soll. Auf Heinrich von M\u00fchlhofen&#160; folgt Heinrich zum Jungen als Propst. Dieser soll 1466 die Propstei an seinen Vetter Georg abgetreten haben.<\/p>\n<p>1471 trat Bernhard von Angelloch sein Amt an, Mitglied einer Ministerialenfamilie, die in Waldangelloch im Kraichgau ans\u00e4ssig war. Im 16. Jahrhundert waren 13 m\u00e4nnliche Mitglieder dieser Familie&#160; im Malteserorden oder Deutschen&#160; Orden t\u00e4tig.<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/220px-Angelloch_Siebmacher119_-_Schwaben.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; border-right-width: 0px; padding-left: 0px; padding-right: 0px; display: inline; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; border-left-width: 0px; padding-top: 0px\" title=\"220px-Angelloch_Siebmacher119_-_Schwaben\" border=\"0\" alt=\"220px-Angelloch_Siebmacher119_-_Schwaben\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/220px-Angelloch_Siebmacher119_-_Schwaben_thumb.jpg\" width=\"189\" height=\"244\" \/><\/a><\/p>\n<p align=\"center\">&#160;<\/p>\n<p>Bernhard ordnete 1474 die Bez\u00fcge der Pfarrei in Leimersheim neu. Pfarrer war zu der Zeit Johann Kleue. Mit der Gemeinde H\u00f6rt hatte es mal wieder Streit gegeben. Unter dem Burgvogt Johann von Gemmingen schloss er einen Vergleich<\/p>\n<p>mit der Gemeinde. 6 Chorherren waren allerdings der Meinung, dass dieser Vertrag die Rechte des Klosters beeintr\u00e4chtige. Sie unterschrieben eine Protestation gegen diesen Vergleich. Das waren Reinhard von Monzingen, manchmal auch Gerhard von Monzingen <\/p>\n<p>genannt, Eberhard von Lautern, Konrad Bock von Erfenstein, Konrad Nagel von K\u00f6nigsbach und Eberhard von Angelloch.Die Protestation wurde am 1. September unterzeichnet und Heinrich Oppenheimer beauftragt, die Rechte des Stifts geltend zu machen.<\/p>\n<p>Gerhard von Menzingen wurde nun Propst. Er begab sich mit einigen Chorherren zum Kurf\u00fcrsten Philipp von der Pfalz (1448-1508) nach Heidelberg um von ihm die Freiheiten des Klosters best\u00e4tigen zu lassen. Dabei beachtete er den Vertrag, den sein Vorg\u00e4nger <\/p>\n<p>Bernhard mit der Gemeinde H\u00f6rdt geschlossen hatte, nicht.&#160; Diese reichte deshalb Klage beim kurf\u00fcrstlichen Hofgericht in Heidelberg ein und drohte mit Pf\u00e4ndung. Daraufhin fungierten Erpho, der Dechant in Klingenm\u00fcnster war und Friedrich von Rosenberg<\/p>\n<p>als Schiedsrichter. Diese beiden sprachen aber gegen die Gemeinde. Neun Jahre sp\u00e4ter brachte die Gemeinde neue Anspr\u00fcche vor. 1486 kam es schlie\u00dflich zu einem g\u00fctlichen Vergleich. Kurz danach verstarb Reinhard von Monzingen. Auf ihn folgte Johann von<\/p>\n<p>Gemmingen.Er war nur kurze Zeit Propst. Sein Nachfolger war&#160; Georg zum Jungen. Von ihm wissen wir nur, dass er 1493 mit dem Hagenbacher Pfarrer Ort einen Vergleich wegen der Verwaltung der Pfarrei Leimersheim abschloss. Dann wurde Florenz Schlider von <\/p>\n<p>Lachen Propst. Er hatte eine lange Amtszeit von \u00fcber 25 Jahren, die allerdings gewaltsam beendet wurde. 1489 kaufte er eine Weing\u00fclte in Mussbach, das war eigentlich eine Abgabe, die in Wein zu entrichten war. Mit den umliegenden Gemeinden schloss der im <\/p>\n<p>Laufe von 18 immer wieder Vertr\u00e4ge ab, die aber bald verletzt und erneuert wurden. Die kleinsten Vorteile oder zu f\u00fcrchtende Nachteile wurden genauestens verhandelt und die Vorg\u00e4nge zeigen, dass das Verh\u00e4ltnis der Vertragsparteien gest\u00f6rt war.<\/p>\n<p>1525 brach der Bauernkrieg aus und f\u00fcr H\u00f6rdt und die naheliegenden Kl\u00f6ster wie Eusserthal oder Klingenm\u00fcnster brachen schwere Zeiten herein. \u00dcber H\u00f6rdt fiel der Nussdorfer Haufe und die Bruhrainer Bauern her, die ja auch im Bundschuh&#160; beteiligt waren.<\/p>\n<p>(siehe dazu Beitrag zu Joss Fritz). Das Kloster war nat\u00fcrlich eine beste Zielscheibe. Der Aufstand entlud sich ja in&#160; Gewalt gegen Kl\u00f6ster und Adlige. Und ein Kloster, das viele adlige Chorherren in seinen Reihen hatte, dazuhin recht wohlhabend war,<\/p>\n<p>hatte besonders zu leiden. Das Kloster wurde gebrandschatzt, gepl\u00fcndert und geradezu verw\u00fcstet. Der Propst wurde misshandelt. Und an den Misshandlungen starb er einige Zeit sp\u00e4ter am 7. Januar 1526. Von diesem Schlag erholte sich das Kloster nicht mehr. Der <\/p>\n<p>Niedergang war eingeleitet.<\/p>\n<p>Am Tag nach dem Tod von Probst Florenz versammelte Prior Johannes von&#160; Schwalbach das Kapitel&#160; in der Kirche.&#160; Im Beisein des kaiserlichen Notars Nikolaus Ro\u00dfbach \u00fcberzeugte er seine Mitbr\u00fcder, sofort die Wahl des neuen Propstes vor zu nehmen.<\/p>\n<p>Gew\u00e4hlt wurde Sigismund von Wittstadt genannt Hagenbuch. Er ersuchte gleich um die bisch\u00f6fliche Best\u00e4tigung in Speyer. Gem\u00e4\u00df altem Brauch wurde jeder aufgefordert, der etwas gegen die Wahl Sigismunds ein zuwenden habe, auf Montag nach<\/p>\n<p>Mari\u00e4 Reinigung, das ist Maria Lichtmess vor dem Bischof zu erscheinen habe. Als das nicht der Fall war, schwor Sigismund vor dem bisch\u00f6flichen Generalvikar&#160; Georg von Sternfels,&#160; \u201cseinem Oberhirten unterth\u00e4nig und folgsam zu seyn\u201d, die Ordensregel<\/p>\n<p>treu zu beobachten und zu handhaben, das dem Kloster unrechtm\u00e4\u00dfig Entfremdete wieder einzutreiben und ohne Einwilligung des Bischofs nichts vom Habe und Gute des Konvents zu ver\u00e4u\u00dfern. Daraufhin erhielt er seine Best\u00e4tigung und er bekam die<\/p>\n<p>Weisung, sich vom Landdechanten von Billigheim in sein Amt einf\u00fchren zu lassen. Er galt als klug und fromm und k\u00fcmmerte sich um das zeitliche wie geistige Wohl des Klosters. Nicht nur die Folgen des Bauernkriegs machten dem Kloster zu schaffen,<\/p>\n<p>auch die Reformation mit ihrer immer st\u00e4rker f\u00fchlbaren Kirchenspaltung. Von 1556 bis 1660 musste das Kloster und seine Untertanen neunmal die Religion wechseln (lutherisch,calvinisch,katholisch) 1531 erhielt das Kloster mit Philipp von Flersheim<\/p>\n<p>(1529-1552), der auf Bischof Georg Pfalzgraf bei Rhein, den Bischof, unter dem Sigismund sein Amt antrat, folgte. 1535 lie\u00df er das alte Potz nach Neupotz verlegen, weil es immer wieder vom Rhein bedroht war. Auch er hatte immer wieder Streitigkeiten<\/p>\n<p>mit der Gemeinde H\u00f6rdt. Diese wurden schlie\u00dflich 1538 unter Vermittlung des kurpf\u00e4lzischen Vogts in Germersheim, Friedrich von Fleckenstein beigelegt. Der Vergleich legte die gemeinschaftliche Nutzung des Dorfbrunnens, Weiderechte, Fischrechte<\/p>\n<p>und Beholzungsrechte fest. Sigismund verstarb kurz nach der Einigung. Auf ihn folgte Melchior Reu\u00df von Albsheim. Er schloss 1539 einen neuen Vertrag mit der Gemeinde wegen der alten Zwistigkeiten ab. 1544 schloss er mit der Gemeinde R\u00fclzheim einen <\/p>\n<p>Vergleich wegen des Beholzungsrecht der alten Klosterm\u00fchle ab. Er starb am 27. April 1550 und wurde neben Propst Florenz bestattet. Sein Nachfolger Ulrich von Bernburg war 5 Jahre Propst in&#160; H\u00f6rdt. Urkundlich erscheint er nur einmal<\/p>\n<p>und zwar im Jahre 1554, wo es um \u00dcberlassung einiger Felder an die Gemeinde H\u00f6rdt und im Gegenzug auf Verzicht auf Weiderechte geht. Er verstarb 1555. Die letzte Wahl war dann die von Wendelin, was man zum Zeitpunkt der Wahl noch nicht ahnte.<\/p>\n<p>1557 wurde auf Befehl Ottheinrichs von der Pfalz die lutherische Kirchenordnung eingef\u00fchrt. Wendelin lie\u00df sich 1559 von Kaiser Ferdinand (1558-1564), alle Freiheiten best\u00e4tigen, die das Kloster von den Kaisern Heinrich, Adolf, Albrecht, Ludwig und Maximilian<\/p>\n<p>erhalten hatte, best\u00e4tigen. Dies wurde ihm auch gew\u00e4hrt. 1563 schloss er noch Vertr\u00e4ge ab. Er verstarb 1566. Und mit ihm endete die Geschichte des Kloster H\u00f6rdt definitiv. Die Chorherren, die noch beim alten Glauben blieben, wurden vertrieben. Der alte <\/p>\n<p>Gottesdienst wurde verbannt und daf\u00fcr der&#160; calvinistische eingef\u00fchrt. Die Schule wurde aufgehoben, kurze Zeit sp\u00e4ter von Kurf\u00fcrst Friedrich in \u00e4hnlicher Form in der ebenfalls leer stehende Abtei in Selz neu errichtet. Die Gef\u00e4lle wurden von Heidelberg aus <\/p>\n<p>verwaltet. 1622, der 30-j\u00e4hrige Krieg tobte schon, gab es nochmals kurz Hoffnung f\u00fcr das Kloster. Erzherzog&#160; Ferdinand II. von Habsburg (1619-1637) vertrieb den Grafen von Mansfeld aus dem Elsass. \u00d6sterreich f\u00fchrte die alte Ordnung wieder ein.<\/p>\n<p>Dem Speyrer Bischof von S\u00f6tern (1610-1652) der auch Bischof von Trier und damit Kurf\u00fcrst sowie F\u00fcrstabt von Pr\u00fcm war, wurden die Gef\u00e4lle des Kloster H\u00f6rdt wieder \u00fcberlassen. Das Kloster war aber so verfallen, dass die Eink\u00fcnfte mehrerer<\/p>\n<p>Jahre nicht ausgereicht h\u00e4tten, das Kloster wieder herzustellen. Auch war die milit\u00e4rische Lage des Klosters so ung\u00fcnstig, dass Philipp beschloss die Stiftung H\u00f6rdt in die Stiftung Philippsburg zu verlegen, was 1625 urkundlich best\u00e4tigt wurde.<\/p>\n<p>Philipp hatte sich mittlerweile an die Franzosen angeschlossen, wurde in Trier gefangengenommen und nach Wien gebracht.&#160; Die kaiserlichen Truppen hatten mittlerweile wieder die Gegend um H\u00f6rdt besetzt und Kaiser Ferdinand \u00fcbertrug H\u00f6rdt wieder direkt <\/p>\n<p>dem General der Augustiner. Peter Krane von Jestersheim wurde 1637 von dem Mainzer Erzbischof in sein Amt eingef\u00fchrt. Dieses wiederum lag nicht im Sinne des in Wien inhaftierten Speyrer Bischof. Von Wien aus belegte er Peter Krane mit dem Bann. Trotz aller <\/p>\n<p>Schikanen konnte sich Peter Krane in H\u00f6rdt halten. Rom, an das sich der bedr\u00e4ngte Probst gewandt hatte, best\u00e4tigte 1638 seinen Besitzanspruch auf H\u00f6rdt und auch Kaiser Ferdinand stellte ihm einen Schutzbrief aus.Trotz dieses Schutzbriefs wurde der Propst <\/p>\n<p>schlie\u00dflich aus dem Kloster gedr\u00e4ngt. Die Zeiten waren einfach so. Mit dem Westf\u00e4lischen Frieden wurde Propst Krane wieder in sein Kloster eingef\u00fchrt. Prior Peter Dancart aus Frankenthal setzte den alten Prior wieder in Amt und W\u00fcrden ein. Doch F\u00fcrstbischof<\/p>\n<p>von S\u00f6tern gab nicht klein bei. Im November lie\u00df er durch bisch\u00f6fliche Beamte aus Speyer Propst Krane gefangen nehmen&#160; und aus dem Kloster werfen. Kurz danach musste der Bischof auf kaiserlichen Befehl aber H\u00f6rdt mit allen Gef\u00e4llen dem Kurf\u00fcrsten von der <\/p>\n<p>Pfalz&#160; Karl I. Ludwig \u00fcberlassen. Aber auch die Kurpfalz verblieb nicht im ungest\u00f6rten Besitz. Im Jahre 1680 erhob die Reunionskammer in Breisach Anspruch auf das Oberamt Germersheim und nahm die Gegend mit bewaffneter Macht in Besitz. Die kurpf\u00e4lzische<\/p>\n<p>Verwaltung wurde aus H\u00f6rdt verdr\u00e4ngt und der franz\u00f6sische K\u00f6nig ernannte den Stra\u00dfburger Generalvikar Herr von Ratabon wurde mit Zustimmung des Papstes Propst in H\u00f6rdt. Der Friede von Rijswik und vor allem die Klausel erm\u00f6glichte es dem<\/p>\n<p>Kurf\u00fcrsten Karl Ludwig, der katholisch war, die katholische Anspr\u00fcche durch zu setzen. 1705 wurden die H\u00f6rdter Gef\u00e4lle wieder unter die Aufsicht des Propstes Freiherr von Wieser gestellt. Damit werden die Pfarrer der umliegenden Gemeinden besoldet.<\/p>\n<p>Nach der franz\u00f6sischen Revolution 1789 erobern franz\u00f6sische Truppen im Oktober 1792 Speyer, Mainz und Worms. Das linke Rheinufer war besetzt und alle G\u00fcter des Adels und der Geistlichkeit wurden an meistbietende versteigert. In H\u00f6rdt gelangte zun\u00e4chst eine <\/p>\n<p>Gesellschaft aus Paris, dann der Rentner Vollmar aus Germersheim und sp\u00e4ter der Kaufmann Rausch aus Stra\u00dfburg in den Besitz der kl\u00f6sterlichen Felder von H\u00f6rdt. Die Geb\u00e4ude wurden niedergerissen, die Steine ausgegraben, der Boden eingeebnet.<\/p>\n<p>Heute ist vom Kloster praktisch nichts mehr zu sehen. Eine jahrhunderte alte Tradition war zu Ende gegangen. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#160; &#160; &#160; &#160; &#160; &#160; H\u00f6rdt war schon um 5000 vor Christus also in der J\u00fcngeren Steinzeit besiedelt. Auf den Ortsfluren hat man Steinbeile und Gef\u00e4\u00dfe gefunden, die die Anwesenheit des Menschen bezeugen. 1937 wurde ein sp\u00e4tbronzezeitliches Urnengr\u00e4berfeld aus der Zeit um etwa 1000 vor Christus entdeckt. Auch r\u00f6mische Spuren lassen sich belegen. 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