{"id":1702,"date":"2011-06-23T19:29:45","date_gmt":"2011-06-23T19:29:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=1702"},"modified":"2011-10-13T14:42:53","modified_gmt":"2011-10-13T14:42:53","slug":"abtei-hersfeld","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=1702","title":{"rendered":"Abtei Hersfeld"},"content":{"rendered":"<p align=\"justify\">&#160;<\/p>\n<p align=\"justify\">&#160;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/Lullus_von_Mainz.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-right-width: 0px; display: block; float: none; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; margin-left: auto; border-left-width: 0px; margin-right: auto\" title=\"Lullus_von_Mainz\" border=\"0\" alt=\"Lullus_von_Mainz\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/Lullus_von_Mainz_thumb.jpg\" width=\"192\" height=\"244\" \/><\/a> <\/p>\n<p align=\"justify\">Lullus wurde um 705 in Wessex in England geboren. Er kam wohl als puer oblatus ins Kloster Malmesbury am Avon. Bei einer Wallfahrt nach Rom lernte er 737 Bonifatius kennen. Mit ihm ging er nach Germanien, um dort bei der Verk\u00fcndigung des Evangeliums mit zu arbeiten. Wahrscheinlich war er Sch\u00fcler des Abtes Wigbert, der in Ohrdruff das 725 Benediktinerkloster leitete. 746 wurde Lullus Archidiakon und bald darauf Priester. Im Auftrag von Bonifatius reiste er 751 nach Rom, um dort bei Papst Zacharias (Papst von 741-752) die Exemtion f\u00fcr das 744 gegr\u00fcndete Kloster Fulda zu erreichen, also die direkte Unterstellung des Klosters unter den Papst. 752 setzte Bonifatius Lullus als Chorbischof in Mainz&#160; und zu seinem Koadjutor ein. 753 wurde er auf einem Reichstag zum Nachfolger von Bonifatius in Mainz ernannt. 769 gr\u00fcndet Lullus in Hersfeld ein Kloster an der Stelle einer Einsiedelei, die der Gr\u00fcndungsabt&#160; von Fulda Sturmius schon 736 angelegt hatte. Zwischen 763 und 765 hatte Lullus als Mainzer Bischof heftige Auseinandersetzungen mit dem Fuldaer Abt. Er wollte die Abtei, deren Exemtion er 751 ma\u00dfgeblich ausgehandelt hatte, in sein Bistum eingliedern. Als dies nicht gelang, gr\u00fcndete er das Kloster Hersfeld. Er war Abt und Mainzer Bischof, ab 782 Erzbischof. Mit seiner Klostergr\u00fcndung entsprach er den Absichten von Karl dem Gro\u00dfen (r\u00f6mischer Kaiser von 800-814). Von Hersfeld aus sollte die Missionierung und Unterwerfung der Sachsen und Th\u00fcringer erfolgen. Das Hersfelder Kloster wurde zum Missionszentrum, das vom Kaiser viel Macht und Einfluss erhielt. Im Jahr 775 erhob Karl der Gro\u00dfe auf Betreiben von Lullus das Kloster zur Reichsabtei. Der K\u00f6nig <\/p>\n<p align=\"justify\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/tn_01_farbig.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-right-width: 0px; display: block; float: none; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; margin-left: auto; border-left-width: 0px; margin-right: auto\" title=\"tn_01_farbig\" border=\"0\" alt=\"tn_01_farbig\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/tn_01_farbig_thumb.jpg\" width=\"224\" height=\"186\" \/><\/a>stattete das Kloster mit weitgehenden Privilegien aus, nahm es in seinen Schutz,<\/p>\n<p align=\"justify\">beschr\u00e4nkte die Rechte weltlicher und geistlicher W\u00fcrdentr\u00e4ger und verlieh ihm das Recht der freien Abtwahl. Au\u00dferdem erhielt es eine Reihe von G\u00fctern. Damit stand es in einer Reihe mit Fulda und Lorsch, den beiden \u00e4lteren Reichsabteien. Nur die kirchliche Exemtion erhielt Hersfeld im Gegensatz zu Fulda nicht. Es blieb dem Di\u00f6zesanbischof unterworfen. Da Bischof und Abt eine Person waren, d\u00fcrfte Lullus das verschmerzt haben.<\/p>\n<p align=\"justify\">Schon 782 n\u00e4mlich am 28. Juli besuchte Karl die Abtei Hersfeld<\/p>\n<p align=\"justify\">Der Lehrer von Lullus, Wigbert war 738 Als Abt in Fritzlar verstorben.780 lie\u00df Lullus dessen Gebeine nach Hersfeld \u00fcberf\u00fchren. Daraus entwickelte sich schnell eine Wallfahrt. Der Pilgerstrom war so gro\u00df, dass die Erweiterung des Klosters und unter Abt Brun(vermutlich 820-840) zwischen 831 und 850 die Errichtung der Klosterkirche notwendig wurde.<\/p>\n<p align=\"justify\">782 lebten im Kloster bereits 150 M\u00f6nche. Am 16. Oktober 786 starb Lullus in Hersfeld. Er wurde neben Bischof Witta von B\u00fcraburg, dem Gef\u00e4hrten des Bonifatius in der Kirche von Hersfeld bestattet. Sein Nachfolger wurde Abt Richulf (786-813). Die Abtei erhielt weiterhin viele Schenkungen im ganzen Reichsgebiet. Vor allem in Th\u00fcringen bestanden gro\u00dfe Besitzkomplexe. Nach einem Zehntverzeichnis um&#160; 810, dem Breviarium Lulli, besass die Abtei rund 60.000 Morgen Land, verteilt auf 193 Ortschaften , von den 3\/4 in Th\u00fcringen lagen.<\/p>\n<p align=\"justify\">Am 8. Mai 820 best\u00e4tigte Ludwig der Fromme auf Bitten des Abts Brun die Privilegien Karls von 775. Er nahm es unter seinen Schutz und befahl, dass weder der Bischof von Mainz noch dessen Archidiakon eine Gewalt aus\u00fcbe, au\u00dfer der durch Kirchengesetze berechtigte. Au\u00dferdem best\u00e4tigte er die freie Abtwahl vorbehaltlich der kaiserlichen Zustimmung.<\/p>\n<p align=\"justify\">Unter Abt Brunwart (840-875) fand 852 die Weihe dieser karolingischen Kirche statt. Auch wurden die Gebeine von Lullus umgebettet. Unter Brunwart existierte seit 870 auch das erste Kloster-und Abtssiegel.<\/p>\n<p>Unter Abt Bun begann sich die Hersfelder Klosterschule zu entwickeln. Leiter der Klosterschule war damals Haimo, der in Fulda Sch\u00fcler Alkuins und Mitsch\u00fcler von Rhabanus Maurus war. Er wurde 840 von Ludwig dem Frommen zum Bischof von Halberstadt ernannt. In dieser Zeit d\u00fcrfte der unbekannte Dichter des alts\u00e4chsischen Heliand in Hersfeld seine theologische Ausbildung erfahren haben.<\/p>\n<p>Unter&#160; Abt Druogo (875-892) wurde 880 das erste noch bekannte Zehntverzeichnis der Abtei Hersfeld geschrieben.Unter Abt Harderat (892-901) folgte 899 ein weiteres Zehntverzeichnis. Auf Abt Harderat folgte Herzog Otto aus der Familie der Liudoflinger, ein im Eichsfeld beheimatetes th\u00fcringisches Adelsgeschlecht. Er war von 902-912 Laienabt in Hersfeld.<\/p>\n<p>In der Amtszeit von Abt Diethart I. herrschte bereits die Ungarngefahr. 915 wurde der Marktplatz als Fliehburg angelegt und 925 rund um das Kloster Befestigungsanlagen gebaut.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/250pxWiki229.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-right-width: 0px; display: block; float: none; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; margin-left: auto; border-left-width: 0px; margin-right: auto\" title=\"250px-Wiki229\" border=\"0\" alt=\"250px-Wiki229\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/250pxWiki229_thumb.jpg\" width=\"164\" height=\"244\" \/><\/a><\/p>\n<p align=\"justify\">Abt Diethart II. war wohl M\u00f6nch in Hirsau bevor er 927 den Abtsstuhl in Hersfeld bestieg. Aber schon 928 machte ihn K\u00f6nig Heinrich I. zum Bischof von Hildesheim,<\/p>\n<p align=\"justify\">was er bis zu seinem Tod am 13. September 954 blieb.<\/p>\n<p align=\"justify\">Die Abtei Hersfeld scheint ein guter Karrierestart gewesen zu sein, denn auch der n\u00e4chste Hersfelder Abt Burchard, Sohn des Grafen Adalbert im Grabsfeld aus der Familie der Babenberger war von 928-932 Abt, eher 932 zum Bischof von W\u00fcrzburg ernannt wurde, wo er als Burchard II. bis 941 regierte.<\/p>\n<p align=\"justify\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/369pxBurchardusIIHennenbergbw.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-right-width: 0px; display: block; float: none; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; margin-left: auto; border-left-width: 0px; margin-right: auto\" title=\"369px-BurchardusIIHennenbergbw\" border=\"0\" alt=\"369px-BurchardusIIHennenbergbw\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/369pxBurchardusIIHennenbergbw_thumb.jpg\" width=\"152\" height=\"244\" \/><\/a>Der n\u00e4chste Abt Mengingoz (932-935) k\u00fcmmerte sich um den Schutz des th\u00fcringischen Besitzes der Abtei. Bei Arnstadt lie\u00df er um 930 die Wachsenburg&#160; zur Sicherung der umfangreichen Hersfelder Besitzungen bei Arnstadt erbauen. Sie ist eine \u201cDrei Gleichen\u201d. Auch der Ortsname Mengshausen, heute ein Ortsteil von Niederaula erinnert an diesen Abt.<\/p>\n<p align=\"justify\">Wichtig wurde f\u00fcr das Kloster dann Abt Egilolf (963-970) Er war Freund und Ratgeber Kaiser Otto I. Dem Einfluss des Kaisers ist es wohl zuzuschreiben, dass die Abtei durch ein Papstdekret aus dem Jahre 968 direkt dem Papst unterstellt wurde. W\u00e4hrend der Bischofssynode zum Jahreswechsel 967\/68 ist auch Otto I. und sein Sohn anwesend. Abt Egilolf konnte die Bitte um eine Papsturkunde vorbringen. Am 2. Januar 968 nahm Papst Johannes XIII. (965-972) die Abtei in die alleinige Jurisdiktion der r\u00f6mischen Kirche, verlieh das Recht der freien Abtwahl, verbot die Aus\u00fcbung priesterlicher Funktionen im Klostergebiet ohne Erlaubnis des Abtes und erlie\u00df f\u00fcr die Klosterbesitzungen Alienatsverbot, d.h., sie durften nicht ver\u00e4u\u00dfert werden. Damit war die Abtei vom Bistum Mainz nicht mehr abh\u00e4ngig.<\/p>\n<p align=\"justify\">Abt Gotzbert (970-985) gr\u00fcndete die Hersfelder Bibliothek und als sie Papst Niklolaus V. (1437-1455) von seinen Helfern durchsuchen lie\u00df, fanden sie dort immerhin eine im 9.Jahrhundert erstellte Kopie&#160; der \u201cGermania\u201d von Tacitus.<\/p>\n<p align=\"justify\">Bekannt wurde die Bibliothek auch durch das Wirken Lamperts von Hersfeld, der die Vita Lulli verfasst hatte und erster Abt des Klosters Hasungen war.<\/p>\n<p align=\"justify\">Nachfolger Gotzberts war Abt Bernhard (995-1005). Dieser gr\u00fcndete die erste Propstei Hersfelds, n\u00e4mlich die Benediktinerprobstei auf dem Hersfelder Petersberg, die dem Heiligen Petrus geweiht wurde. Noch unter Bernhard verlieh Heinrich II. (1002-1024) dem Kloster Hersfeld den Wildbann \u00fcber den Reichsforst Ehringswald in genau beschriebenen Grenzen. Bernhards Nachfolger war Godehard (1005-1012). Abt Gotzbert und Bernhard hatten die harten Benediktinerregeln nicht mehr so streng gehandhabt, weswegen Kaiser Heinrich II.(unter Missachtung der freien Abtswahl) im Juli 1005 Abt Godehard einsetzte. Dieser hatte seine Ausbildung in der Klosterschule von Niederaltaich erhalten und war noch in der Herzogszeit von Heinrich von diesem beg\u00fcnstigt 996 Abt von Niederaltaich geworden und 1001\/1002 gleichzeitig auch Abt in Tegernsee.1005 wurde der \u00fcberzeugte Anh\u00e4nger der Reformbewegung von Cluny zum Abt von Hersfeld ernannt. In seinen Kl\u00f6stern setzte er die Reform konsequent durch.1007-1013 war ihm auch die Abtei Kremsm\u00fcnster unterstellt, die ihn in ihren Abtslisten f\u00fchrt.In Hersfeld stellte Godehard die M\u00f6nche vor die Wahl, die Regeln zu befolgen oder das Kloster zu verlassen. Daraufhin verlie\u00dfen 50 M\u00f6nche das Kloster.<\/p>\n<p align=\"justify\">Nach dem Tod Bernwards 1022 wurde Godehard von Heinrich II zum Bischof von Hildesheim berufen. Auf Godehard folgte 1012 Abt Arnold. Er kam auch&#160; aus Niederaltaich und war ebenfalls Reformanh\u00e4nger. 1015 schenkte Kaiser Heinrich II. das von Otto II. und seiner Gemahlin nach 973 gegr\u00fcndete Kloster Memleben Hersfeld das verarmte Kloster mit all seinem Zubeh\u00f6r zu freiem Verf\u00fcgungsrecht und zum Nutzen des Klosters, nach dem er Anfang Februar den Abt von Memleben abgesetzt hatte, worauf M\u00f6nche das Kloster verlie\u00dfen. Ab 1015 unter Abt Arnold (1012-1031) war Memleben Hersfelder Propstei.<\/p>\n<p align=\"justify\">Am 17.5. erteilte Heinrich II. dem Kloster den Wildbann in der Gegend von Breitungen. Die Wertsch\u00e4tzung f\u00fcr ein Kloster durch den Herrscher zeigt sich auch an der Zahl der ausgestellten Urkunden. Heinrich hat Hersfeld 10 Urkunden ausgestellt, was sicher auch mit der Person Godehards zusammenh\u00e4ngt. Denn auch die anderen Kl\u00f6ster, in denen er Abt war, erhielten Schenkungen. Und schlie\u00dflich ist Godehard ja von Heinrich als Abt eingesetzt worden und 1022 schlie\u00dflich zum Bischof von Hildesheim berufen worden. Er geh\u00f6rt ja auch zu den bedeutenden <\/p>\n<p align=\"justify\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/170pxHildesheim_St_Godehard_Statue.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-right-width: 0px; display: block; float: none; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; margin-left: auto; border-left-width: 0px; margin-right: auto\" title=\"170px-Hildesheim_St_Godehard_Statue\" border=\"0\" alt=\"170px-Hildesheim_St_Godehard_Statue\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/170pxHildesheim_St_Godehard_Statue_thumb.jpg\" width=\"174\" height=\"231\" \/><\/a>Heiligen des Mittelalters. Er ist 1131 durch Papst Innozenz II. (Papst von 1130-1143) als erster Niederbayer heiliggesprochen worden.<\/p>\n<p align=\"justify\">Arnold gr\u00fcndete eine weiter Benediktinerpropstei auf dem Johannesberg, die von 1012 bis 1024 erbaut wurde. Sie wurde dem Apostel und Evangelisten Johannes geweiht. Der Nachfolger Arnolds Bardo hatte seine&#160; geistliche Ausbildung im Kloster Fulda erhalten. Von Konrad II. (1024-1039) dem ersten Salier auf dem Kaiserthron,<\/p>\n<p align=\"justify\">wurde er unter Umgehung des Rechts auf freie Abtswahl zum Abt von Werden, heute Essen-Werder, ernannt und auf Vermittlung von Kaiserin Gisela wurde er 1031 Abt von Hersfeld. Als der mainzer Erzbischof Aribo 1031 verstarb, wurde er von seinem G\u00f6nner Konrad auf den freigewordenen Mainzer Erzbischofsstuhl berufen. Bardo war damit nicht einmal ein Jahr Abt in Hersfeld. Ihm folgte Rudolf nach. Er stammte aus dem Geschlecht der Grafen von Werl, ein \u00e4u\u00dferst einflussreiches Grafengeschlecht im norddeutschen Raum. Er war m\u00f6glicherweise ein Enkel der burgundischen K\u00f6nigstochter Gerberga. Er war zun\u00e4chst M\u00f6nch und dann Propst im Reformkloster Stablo nahe bei L\u00fcttich. 1031 kam er auf den Hersfelder Abtsstuhl, den er bis 1036 innehatte. Dann wurde er zum Bischof von Paderborn berufen. Dem n\u00e4chsten Abt, Meginher, war eine l\u00e4nger Amtszeit verg\u00f6nnt, n\u00e4mlich 1036-1059. Doch schon kurz nach seinem Amtsantritt zerst\u00f6rte ein Brand die Stiftskirche. 1038 lie\u00df er die heute \u00e4lteste datierte Glocke Deutschlands, die Lullusglocke, gie\u00dfen.<\/p>\n<p align=\"justify\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/lullus_glocke.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-right-width: 0px; display: block; float: none; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; margin-left: auto; border-left-width: 0px; margin-right: auto\" title=\"lullus_glocke\" border=\"0\" alt=\"lullus_glocke\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/lullus_glocke_thumb.jpg\" width=\"196\" height=\"244\" \/><\/a> <\/p>\n<p align=\"justify\">Er lie\u00df die abgebrannt Stiftskirche&#160;&#160; gleich wieder aufbauen und schon 1040 wurden Chor und Krypta dem heiligen Wigbert geweiht. 1039 best\u00e4tige Konrad dem Kloster Hersfeld die Immunit\u00e4t. Meginher schenkte Heinrich III. die Hersfelder Hauptreliqien der Apostel Simon der Zelot und Judas Thadd\u00e4us f\u00fcr die Gr\u00fcndung einer Stiftskirche in Goslar, sicherlich ein sehr beziehungsreiches Geschenk, den die neue Kirche in Goslar sollte Simon und Judas geweiht werden, das waren die Geburtstagsheiligen des Kaisers und wohl auch den sogenannten Krodo-Altar, einen Reliquienschrein. Daf\u00fcr schenkte Heinrich III. dem Kloster&#160; am 31. Juli 1051 von N\u00fcrnberg aus einen in seinen Grenzen genau beschriebenen Weinberg in Ober-Ingelheim. Lampert von Hersfeld schreibt, dass er durch den beispielhaften Lebenswandel Abt Meginhers bekehrt worden sei. 1058 trat er ins Kloster Hersfeld ein. Unter den Nachfolgern Meginhers war er wohl Leiter der Hersfelder Klosterschule.<\/p>\n<p align=\"justify\">Der n\u00e4chste Abt war Ruthard (1059-1072) Dieser schickte Lampert auf eine Informationsreise in die Benediktinerkl\u00f6ster Saalfeld und Siegburg, um die Consuetudines&#160; zu studieren, die der K\u00f6lner Erzbischof Anno (1056-1075) in den von ihm gegr\u00fcndeten Kl\u00f6stern eingef\u00fchrt hatte. Er hatte zwar Sympathie f\u00fcr die Reformbestrebungen Annos, fand aber die altbew\u00e4hrten Grunds\u00e4tze benediktinischen Lebens ausreichend, wenn sie nur eingehalten w\u00fcrden.<\/p>\n<p align=\"justify\">Von 1072-1090 regierte Abt Hartwig. Er war von Heinrich IV. eingesetzt worden. 1073 nahm er an einer Synode in Erfurt teil und unterst\u00fctzte Heinrich. Zwischen 1073 und 1074 zog Heinrich bei Bebra-Breitenbach&#160; ein Heer zusammen, um einen Aufstand der Sachsen und Th\u00fcringer niederzuschlagen niederzuschlagen. Am 12. Februar 1074 wurde Heinrichs 2. Sohn Konrad geboren. Sein \u00e4lterer Bruder Heinrich war im August 1071 geboren und gestorben. Konrad war bereits im Alter von zwei Jahren zum Nachfolger seines Vaters anerkannt worden. 1087 erhielt er in Aachen die K\u00f6nigsweihe, lebte er aber in Italien. Nachdem er 1093 ins p\u00e4pstliche Lager gewechselt war, also zu den Gegnern seines Vaters, erkl\u00e4rte ihn dieser 1098 auf einer Reichsversammlung in Mainz f\u00fcr abgesetzt und bestimmte gleichzeitig seinen j\u00fcngeren Sohn Heinrich zu seinem Nachfolger.<\/p>\n<p align=\"justify\">Zur\u00fcck zu Hersfeld und Abt Hartwig. 1085 marschierte Heinrich den Beschl\u00fcssen der Mainzer Kirchenversammlung folgend mit einem Heer nach Sachsen. Er protegierte Hartwig als Erzbischof und dieser wurde in Magdeburg von Klerus und Volk als Gegenerzbischof von Hartwig Graf von Spanheim, einem \u00fcberzeugten Anh\u00e4nger von Papst Gregor VII. gew\u00e4hlt. Der Hersfelder Abt konnte sich in Magdeburg nicht halten und war gezwungen nach Hersfeld zur\u00fcckzukehren.Die Auseinandersetzungen zwischen dem Salierkaiser und den Th\u00fcringern ersch\u00fctterte auch die Stellung Hersfelds in Th\u00fcringen. Um diese wieder zu festigen hielt sich er Hersfelder Abt Friedrich (1080-1110) vorwiegend auf der Wachsenburg auf. Dort ist er 1110 auch gestorben. Die Burg war von den Zwistigkeiten schwer mitgenommen worden. Abt Friedrich lie\u00df die Burg wieder herstellen.<\/p>\n<p align=\"justify\">Im Januar 1126 best\u00e4tigte&#160; Lothar von Supplinburg (1125-1137) einen G\u00fctertausch zwischen dem Stift Sankt Servatius in Maastricht und dem Kloster Hersfeld. Die Kanoniker in Maastricht tauschten G\u00fcter in Monsheim gegen eine Kirche in G\u00fcls, s\u00fcdwestlich von Koblenz gelegen, weil das jeweilige Tauschobjekt f\u00fcr beide Seiten zu weit entfernt war. Abt Adelmann (1114-1127) unter dem der Tausch erfolgte, lie\u00df auch den Katharinenturm in Hersfeld erbauen, einen kleinen Glockenturm am Eingang zum Stiftsbezirk. In ihm ist auch die Lullusglocke bezeugt.<\/p>\n<p align=\"justify\">1127 wurde Hermann von Bingarten Abt in Hersfeld. Mit dem ersten Staufer auf dem deutschen K\u00f6nigsthron Konrad III. (1137-1152) hatte er ein gutes Verh\u00e4ltnis. Konrad war \u00f6fters in Hersfeld, so im August 1139 wo er auch&#160; 2 Urkunden&#160; f\u00fcr andere Empf\u00e4nger ausstellte. Im Juli hatte er bei Hersfeld das Heer versammelt, das gegen den Welfen Heinrich den Stolzen, den Herzog von Sachsen zog. 1144 wurde die neue romanische Stiftskirche in Hersfeld von Erzbischof Heinrich von Mainz (1142-1153) vorgenommen, der auch zeitweilig Reichverweser f\u00fcr Konrad war. <\/p>\n<p align=\"justify\">Bei dieser Weihe war auch Konrad anwesend. Dabei gab er den dem Kloster \u201clange entfremdeten Zehnt vom Tafelgut von Ingelheim zur\u00fcck und best\u00e4tigte allen dem Kloster geschenkten Besitz. Zeugen der am 17. Oktober 1144 ausgestellten Urkunden waren unter anderem die \u00c4bte von Fulda und Stablo. Am 14. April 1146 starb Konrads Gemahlin Gertrud von Sulzbach in Hersfeld. Sie wurde in der Kirche des Zisterzienserklosters Erbach beigesetzt. Um 1150 wurden noch neue Klausurgeb\u00e4ude im Kreuzganghof erbaut. Damit ist der Bau 112 Jahre nach dem Brand abgeschlossen. 1148 wurde Heinrich von Bingarten auch Abt von Fulda. Das Abtsamt in Hersfeld behielt er bei. Auf Dr\u00e4ngen des Mainzer Erzbischofs gab er das<\/p>\n<p align=\"justify\">Fuldaer Amt aber schon ein Jahr sp\u00e4ter wieder ab.<\/p>\n<p align=\"justify\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/250pxStiftsruine.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-right-width: 0px; display: block; float: none; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; margin-left: auto; border-left-width: 0px; margin-right: auto\" title=\"250px-Stiftsruine\" border=\"0\" alt=\"250px-Stiftsruine\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/250pxStiftsruine_thumb.jpg\" width=\"184\" height=\"244\" \/><\/a>Ihm folgte Abt Willibold von 1155-1162. Sein Nachfolger&#160; Hermann I. verblieb nur drei Jahre auf dem Hersfelder Stuhl, n\u00e4mlich von 1162-1165. Dann wurde er von Friedrich Barbarossa als Abt in Fulda eingesetzt, weil der dortige Abt Marquard mit der kaiserlichen antip\u00e4pstlichen Politik nicht mehr einverstanden war und auf die Propstei St. Andreas am Neuenberg bei&#160; Fulda abgeschoben wurde. Auch den n\u00e4chsten Abt, Burchard von N\u00fcrings (1165-1168) setzte Friedrich in Fulda ein, diesmal gegen den Willen der M\u00f6nche und ohne p\u00e4pstliche Best\u00e4tigung. Ihm folgte nach Willibold II. und Adolf 1180 Abt Siegfried (1180-1200). Er hatte am Hofe seines Friedrichs I. und dessen Sohn Heinrich VI. (ab 1169 deutscher K\u00f6nig und 1191-1194 Kaiser) gro\u00dfes Ansehen. Mit ihm hatte die Abtei die gr\u00f6\u00dfte reichspolitische Bedeutung. Er begleitete Barbarossa nach Italien und f\u00fchrte in seinem Auftrag Verhandlungen mit dem Papst. So konnte er auch die Streitigkeiten mit Landgraf Ludwig III. von&#160; Th\u00fcringen (1172-1190) zugunsten der Abtei entscheiden.<\/p>\n<p align=\"justify\">Am 26. April 1220 gab Friedrich II. den Erlass \u201ccum principibus ecclesiastis\u201d heraus. Damit wurde der Hersfelder Abt zusammen mit 28 anderen \u00c4bten und 16 \u00c4btissinnen in den Reichsf\u00fcrstenstand erhoben und war damit F\u00fcrstabt. Abt Ludwig ( 1217-1239) hatte nun landeshoheitliche Rechte. Hersfeld war geistiges F\u00fcrstentum.<\/p>\n<p align=\"justify\">Mit dem Ende der Staufer begann auch der Abstieg des Klosters. Seine K\u00f6nigsn\u00e4he in den Zeiten der Salier und Staufer hatte ihm machtpolitischen R\u00fcckhalt verliehen. Dazu kam, dass der Landadel und das aufstrebende B\u00fcrgertum ihre Macht und Stellung in der sp\u00e4tmittelalterlichen Gesellschaft ausbauen konnte. Die folgenden Jahrhunderte waren auch dadurch gepr\u00e4gt, dass die Abtei, st\u00e4ndig versuchen musste, ihre Besitz und Herrschaftsrechte zu erhalten, eine Entwicklung, von der nicht nur das Kloster Hersfeld betroffen war.<\/p>\n<p align=\"justify\">Abt Ludwig I. (1217-1239) stiftete 1239 das Hospital am Johannestor f\u00fcr Arme, Kranke und Alte. Auch das lag im Trend. (vermutlich im selben Jahr gegr\u00fcndet Spital zum Heiligen Geist in Biberach an der Riss, um 1240 in Ulm, in Rothenburg um 1280, in Augsburg schon 1150 bezeugt)<\/p>\n<p align=\"justify\">In der zweiten H\u00e4lfte des 13. Jahrhunderts entsteht in Hersfeld ein zweites Kloster, ein Franziskanerkloster, das 1269 erstmals urkundlich erw\u00e4hnt wird.<\/p>\n<p align=\"justify\">Mit Abt Heinrich von Erthal wurde Hersfeld zum zweiten Mal mit einem Abt besetzt, der gleichzeitig Abt in Fulda war. Von 1252-1254 verwaltete er Hersfeld mit und von 1258-1261 wurde er nochmals auf der Hersfelder Abtsliste gef\u00fchrt. Als Fuldaer Abt ging er vor allem gegen das Raubrittertum vor. In seine Amtszeit f\u00e4llt auch die Zeit von K\u00f6nig Wilhelm von Holland, der von 1248-1254 Gegenk\u00f6nig von Friedrich II. war und nach dem Tod von Konrad IV. 1254 als deutscher K\u00f6nig anerkannt wurde. Er starb 1256.&#160; 1252 hatte Wilhelm die Stadt Hersfeld als Reichsstadt anerkannt.<\/p>\n<p align=\"justify\">Auf Abt Heinrich folgten zwei \u00c4bte aus der niederhessischen Familie der Boyneburger. Hermann III. regierte von 1261-1278 und Hermann IV. von 1273-1300.<\/p>\n<p align=\"justify\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/220pxKupferstich_eichhof_1655.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-right-width: 0px; display: block; float: none; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; margin-left: auto; border-left-width: 0px; margin-right: auto\" title=\"220px-Kupferstich_eichhof_1655\" border=\"0\" alt=\"220px-Kupferstich_eichhof_1655\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/220pxKupferstich_eichhof_1655_thumb.jpg\" width=\"195\" height=\"244\" \/><\/a>Abt Ludwig II. von Mansbach (1324-1343)begann mit dem Bau des Wasserschlosses&#160; zu den Eichen in den Fuldaauen. Der hatte 1232 die gr\u00f6\u00dfere H\u00e4lfte Arnstadts, das im Besitz der Abtei Hersfeld war an die Schwarzburger Grafen verkauft.Die Schwarzburger waren ein uraltes th\u00fcringisches Adelsgeschlecht, das in der N\u00e4he von Saalfeld, aber ab 1306 auch auf der Wachsenburg sa\u00df. Sein Nachfolger Johann II. von Elben (1343-1367) hatte schwer mit den von seinen Vorg\u00e4ngern geerbten Finanzproblemen zu k\u00e4mpfen. Er musste Hersfelder Besitz verpf\u00e4nden oder gar ver\u00e4u\u00dfern. Den Bau des Schlosses zu den Eichen stellte er ein. Er mischte sich auch in die Auseinandersetzungen der Handwerker ein. 1343 erteilte er den Leinewebern die Erlaubnis, wei\u00dfes Tuch, Distelsaat (vermutlich mehrfarbiges Gewebe) und Beiderwand, das war grobes Zeug aus Leinen und Wolle her zu stellen, der f\u00fcr ihn wichtigeren, weil reicheren Zunft, den Wollwebern wies er die wesentlich eintr\u00e4glichere F\u00e4rberei zu. 1347 verzichtet Karl IV. auf sein kaiserliches Judenrecht. Das Judenregal unterstellte die Juden gegen Zahlung von Schutzgeldern direkt dem Kaiser. Seit Karl wurde dieses Recht oft abgetreten oder beliehen. Es war eine Finanzquelle, f\u00fcr den der das Recht nutzen konnte, in diesem Fall f\u00fcr Abt Johann.<\/p>\n<p align=\"justify\">1356 w\u00fctete die Pest in Hersfeld. Rund 3000 B\u00fcrger sollen gestorben sein.<\/p>\n<p align=\"justify\">Abt Berthold II. von&#160; V\u00f6lkershausen (1367-1387) vollendete 1372 den Bau des Schlosses zu den Eichen.<\/p>\n<p align=\"justify\">In den beiden benachbarten Landgrafschaften Th\u00fcringen und Hessen erwuchs dem kleinen Reichsf\u00fcrstentum Hersfeld immer st\u00e4rker werdende Konkurrenz. Nachdem das alte Th\u00fcringer Herrschergeschlecht der Ludowinger&#160; 1247 mit dem Tod des kinderlosen Heinrich Raspes 1247 ausgestorben war, kamen im th\u00fcringisch-hessischen Erbfolgekrieg (1247-1264) in Th\u00fcringen mit Heinrich dem Erlauchten (1215-1288) an die Macht. Die letzte \u00dcberlebende des Geschlechts der Ludowinger, Sophie von Brabant (1224-1275), Nichte von Heinrich Raspe konnte in der kriegerischen Auseinandersetzung zwar nicht das gesamte Erbe des th\u00fcringischen Landgrafens f\u00fcr Ihren Sohn Heinrich von Hessen gewinnen, aber immerhin die hessischen Besitzungen f\u00fcr ihn sichern. Daraus entwickelte sich die Landgrafschaft Hessen.&#160; Beide Grafschaften versuchten ihren Besitz auszubauen und ihre Positionen zu festigen. Die Abtei bekam das zu sp\u00fcren zum Beispiel im B\u00fcndnis des Landgrafen von Hessen und der Stadt Hersfeld. Auch minderm\u00e4chtige Adlige waren von den Expansionsbestrebungen des Landgrafen betroffen und gr\u00fcndeten um 1370 die Rittergesellschaft vom Sterne, um ihre Interessen gegen den Landgrafen zu wahren. 1373 hatte die Stadt Hersfeld mit dem hessischen Landgrafen (1244-1308) ein B\u00fcndnis geschlossen. Mit Hilfe der Sterner wollte Abt Berthold die Vorherrschaft in der Stadt wiederherstellen. In der Vitalisnacht&#160; vom 27.auf 28. April 1378 sollte die Stadt eingenommen werden. Der Ritter Simon von Haune schickte der Stadt allerdings einen Fehdebrief. Diese war so gewarnt und das Vorhaben ging schief. 20 Hersfelder B\u00fcrger kamen ums Leben, die steinerne Br\u00fccke \u00fcber die Fulda und das Dorf Oberrode und M\u00fchlen au\u00dferhalb der Stadt wurden zerst\u00f6rt, Felder, Wiesen und Weinberge und W\u00e4lder verw\u00fcstet. Die Stadt klagte darauf hin beim Reichshofrat und gab den Schaden mit 40.000 Gulden an.<\/p>\n<p align=\"justify\">Der Abt musste 10.000 Mark, jeder der beteiligten 18 Ritter 400 Silbermark bezahlen. Die Hersfelder hatten zwar gewonnen, verloren hatten aber im Grunde beide. Das Verh\u00e4ltnis zwischen Abtei und Stadt war auf Generationen besch\u00e4digt.<\/p>\n<p align=\"justify\">Die Auseinandersetzungen mit der Landgrafschaft Hessen gingen weiter. Landgraf Ludwig (1402-1458) lie\u00df Schloss Ludwigseck auf Hersfelder Gebiet bauen und erh\u00f6hte damit den Druck auf Hersfeld. Abt Hermann II. von Altenburg konnte das nur resigniert hinnehmen. Man stellte sich nun auf die Seite von Kurmainz, das erbittert mit dem Landgrafen von Hessen um die Vorherrschaft in Hessen k\u00e4mpfte.<\/p>\n<p align=\"justify\">1414 wurde das B\u00fcndnis zwischen der Stadt Hersfeld und dem hessischen Landgrafen erneuert. Der Nachfolger Abt Hermanns Albrecht von Buchenau (1418-1438) hatte heftigen Streit mit der Stadt. Nachdem 1427 Landgraf Ludwig in zwei Schlachten gegen Mainz siegreich geblieben war, war die Abtei ohne Verb\u00fcndete gegen die Landgrafschaft Hessen. Abt Albrecht zog die politische Konsequenz daraus und schloss 1432 einen Erbschutzvertrag mit dem Landgrafen der 1458 und 1490 erneuert wird. Das Hersfelder Gebiet huldigte nun Ludwig mit all seinen Schl\u00f6ssern, \u00c4mtern und St\u00e4dten. Die Abtei Hersfeld galt nun als ein zu Hessen geh\u00f6riges Land.<\/p>\n<p align=\"justify\">In der Hersfelder Aff\u00e4re versuchte man, die Abteien Fulda und Hersfeld zusammen zu legen. Die Hersfelder Finanzproblem waren ohnehin gravierend. Verschlimmert wurde die Situation durch einen&#160; vor dem Reichskammergericht verlorenen&#160; Prozess. Abt Volpert Riedesel zu Bellersheim (1493-1513) resignierte zugunsten von Abt Hartmann von Fulda. Dieser \u00fcbernahm neben dem Fuldaaer Abtstuhl auch den Stuhl von Hersfeld. Abt Volpert von Riedesel ging in die fuldische&#160; Propstei Andreasberg. Dem widersetzte sich aber Kraft Myle, der sp\u00e4tere Abt Krato (1516-1556). Auch die Stadt Hersfeld unterst\u00fctzt von Landgr\u00e4fin Anna von Mecklenburg verweigerte Abt Hartmann den Gehorsam. Ludwig von Hanstein, der Abt des Klosters Helmarshausen wurde zum Verwalter des Klosters gew\u00e4hlt. In dieser Situation verzichtete Abt Hermann auf den Hersfelder Stuhl. 1516 wurde Krato zum Hersfelder Abt gew\u00e4hlt. Er ist der erste B\u00fcrgerliche auf dem Abtsstuhl in Hersfeld.1517 erneuerte er den Erbschutzvertrag mit Landgraf Philipp von Hessen (1504-1567). Darin wird der Abtei untersagt, sich mit einer anderen Abtei zusammen zu schlie\u00dfen und k\u00fcnftige \u00c4bte brauchen die Zustimmung des Hauses Hessen.<\/p>\n<p align=\"justify\">1520 begann die Reformation in Hersfeld.&#160; Der Weltgeistliche Heinrich Fuchs und sein Kaplan Melchior Fuchs predigten in der Hersfelder Stadtkirche. 1521 wurde Martin Luther auf seinem R\u00fcckweg vom Reichstag von Worms von Abt Krato empfangen. Auf Einladung von Abt Krato predigte Martin Luther trotz Verbots in&#160; der Stadtkirche.<\/p>\n<p align=\"justify\">Pfarrer Heinrich Fuchs heiratete und wurde daraufhin zusammen mit seinem Kaplan Ringk von Abt Krato der Stadt verwiesen. Fuchs und Ringk predigten \u00fcber die sittenlosen Zust\u00e4nde im Stift (Unzucht, Trunkenheit, Gottesl\u00e4sterung und Zusammenleben von Stiftsherren mit Konkubinen in wilder Ehe).Daraufhin kam es zu Pl\u00fcnderungen im Stift. Auf Befehl des Landgrafen wurden Fuchs und Ringk zwar festgesetzt. Hersfelder B\u00fcrger halfen ihnen aber aus dem Gef\u00e4ngnis und \u00fcber die hessische Grenze. Nur die Pl\u00fcnderer wurden bestraft, nicht aber die aufs\u00e4ssigen B\u00fcrger. Der Magister Adam Krafft hatte in seiner Heimatsstadt Fulda unter gro\u00dfem Zulauf der Bev\u00f6lkerung gepredigt, war dort aber von der hohen Geistlichkeit vertrieben worden. In Hersfeld fand er wohl mit Einwilligung von Abt Krato freundliche Aufnahme. Er wurde zum eigentlichen Reformator Hersfelds. Er wurde sp\u00e4ter Hofprediger von Landgraf Philipp.<\/p>\n<p align=\"justify\">1525 gingen beim Bauernkrieg&#160; die Hersfelder B\u00fcrger unter Anf\u00fchrung ihres B\u00fcrgermeisters Ottensa\u00df zu den Aufst\u00e4ndischen \u00fcber. Der Abt zog sich auf sein Schloss Zu den Eichen zur\u00fcck. Die aufst\u00e4ndischen Bauern st\u00fcrmten das Stift, pl\u00fcnderten und vernichteten&#160; vieles. Landgraf Philipp warf den Aufstand rasch nieder und lie\u00df sich das, wie auch in Fulda teuer bezahlen.<\/p>\n<p align=\"justify\">Unter Abt Michael (1556-1571) kommt das Stift v\u00f6llig unter den Einfluss Hessens.<\/p>\n<p align=\"justify\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/220pxHersfeld_schlosseichhof_wappen.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-bottom: 0px; border-left: 0px; display: block; float: none; margin-left: auto; border-top: 0px; margin-right: auto; border-right: 0px\" title=\"220px-Hersfeld_schlosseichhof_wappen\" border=\"0\" alt=\"220px-Hersfeld_schlosseichhof_wappen\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/220pxHersfeld_schlosseichhof_wappen_thumb.jpg\" width=\"184\" height=\"244\" \/><\/a>Unter Abt Ludwig V. (1571-1558) kam es in Hersfeld nochmals zu einer Baubl\u00fcte. Der Stiftsbezirk, die Abtsresidenz und das Schloss zu den Eichen wurden im Renaissancestil umgebaut. Der vorletzte Abt Kraft Weidenbach (1588-1592) wurde vom Papst nicht mehr anerkannt. Der letzte Abt Joachim 1592-1606 war vom Landgrafen Moritz von Hessen-Kassel in sein Amt eingesetzt worden. Er machte den \u00e4ltesten Sohn&#160; von Landgraf Moritz Otto von Hessen&#160; 1604 zum Koadjutor des Stifts. Als Abt 1606 starb, wurde der 12 j\u00e4hrige Otto von Hessen der erste weltliche Herrscher des F\u00fcrstentums Hersfeld. Unter Abt Joachim&#160; wurde das Kloster aufgegeben. Die Stiftskirche war seit dem Bauernkrieg nur noch als evangelische Kirche genutzt worden.<\/p>\n<p align=\"justify\">Im Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieg hat Hersfeld heftig zu leiden. Unter Feldherrn Tilly zogen kurzfristig nochmals M\u00f6nche ins Kloster. Es kam aber nicht mehr zu einem geregelten Klosterbetrieb.<\/p>\n<p align=\"justify\">Im Siebenj\u00e4hrigen Krieg (1756-1763) setzen 1761 abziehende Franzosen die als Kornspeicher gen\u00fctzte Stiftskirche in Brand. Es bleibt die \u201cStiftsruine Hersfeld\u201d<\/p>\n<p align=\"justify\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/220pxStiftsruine_Hersfeld.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-bottom: 0px; border-left: 0px; display: block; float: none; margin-left: auto; border-top: 0px; margin-right: auto; border-right: 0px\" title=\"220px-Stiftsruine_Hersfeld\" border=\"0\" alt=\"220px-Stiftsruine_Hersfeld\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/220pxStiftsruine_Hersfeld_thumb.jpg\" width=\"224\" height=\"146\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#160; &#160; Lullus wurde um 705 in Wessex in England geboren. 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