{"id":1562,"date":"2011-05-18T17:40:33","date_gmt":"2011-05-18T17:40:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=1562"},"modified":"2011-05-18T18:22:58","modified_gmt":"2011-05-18T18:22:58","slug":"reichsabtei-fulda","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=1562","title":{"rendered":"Reichsabtei Fulda"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/290pxSt_Boniface__BaptisingMartyrdom__Sacramentary_of_Fulda__11Century.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: block; float: none; margin-left: auto; margin-right: auto; border-width: 0px;\" title=\"290px-St_Boniface_-_Baptising-Martyrdom_-_Sacramentary_of_Fulda_-_11Century\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/290pxSt_Boniface__BaptisingMartyrdom__Sacramentary_of_Fulda__11Century_thumb.jpg\" border=\"0\" alt=\"290px-St_Boniface_-_Baptising-Martyrdom_-_Sacramentary_of_Fulda_-_11Century\" width=\"172\" height=\"244\" \/><\/a> Die Abtei Fulda ist ohne Bonifatius nicht denkbar. Er hat sie zwar nicht selbst gegr\u00fcndet. Doch geschah das auf seine Weisung hin. Er hatte Sturmi, den sp\u00e4teren ersten Fuldaer Abt nach Fulda geschickt, um dort ein Kloster zu gr\u00fcnden. Deswegen erst ein kurzer Blick auf Bonifatius. Dieser wurde um 672\/673 sp\u00e4testens 675 in Crediton nahe Exeter als Winfried geboren. Er wird in den Benediktinerkl\u00f6stern Exeter und Nursling erzogen. In Nursling wird er im Alter von etwa 30 zum Priester geweiht. Winfried war Lehrer f\u00fcr Grammatik und Dichtung. 716 machte er eine erste Missionsreise zu den Friesen. Diese scheitert jedoch am Widerstand Radbods, der als ein K\u00f6nig der Friesen zwischen 679 und 719 in Friesland herrschte. Dieser versuchte gegen\u00fcber den Franken Frieslands Eigenst\u00e4ndigkeit zu bewahren und leistete deshalb vehementen Widerstand gegen die Missionieruns-und Christianisierungsbestrebungen der Franken. Dies zeigt aber auch klar, dass Missionierung nicht nur bedeutet hatte, das Christentum auszubreiten, sondern dass es schlicht auch eine Machtfrage war und deshalb speziell von den fr\u00e4nkischen Hausmeiern unterst\u00fctzt wurde. Auch die vielen neuen Klostergr\u00fcndungen waren nicht nur Missionierungsstandorte sondern eben auch Machtzentren und wurden deshalb gro\u00dfz\u00fcgig gef\u00f6rdert, sowie in Pr\u00fcm, Lorsch, Fulda und vielen anderen.<\/p>\n<p>Winfried kehrte noch im Herbst 716 nach Nursling zur\u00fcck. Im selben Jahr starb Abt Winbert. Winfried wurde von seinen Mitbr\u00fcdern zum Nachfolger gew\u00e4hlt. Er nahm das Amt aber nicht an, was von seinem Bischof Daniel von Winchester akzeptiert wurde. Daniel ernannte an seiner Stelle einen M\u00f6nch namens Stephan zum Abt. Winfried aber schickte er nach Rom. Dort erhielt er am 15. Mai 719 von Papst Gregor II. (Papst von 715- 731) den Auftrag, \u201cden ungl\u00e4ubigen V\u00f6lkern das Geheimnis des Glaubens bekannt zu machen.\u201d (Briefe des Bonifatius). Er erhielt vom Papst den Namen \u201cBonifatius\u201d, also Wohlt\u00e4ter und machte sich auf zu einer zweiten Missionsreise zu den Friesen. Radbod war inzwischen gestorben und so schienen die Voraussetzungen g\u00fcnstiger als\u00a0 bei der ersten Reise. Er arbeitete zun\u00e4chst mit Willibrord, dem Gr\u00fcnder des luxemburgischen Klosters Echternach, zusammen. Die beiden \u201ckonnten\u201d aber nicht miteinander und so trennten sie sich wieder. Von Willibrord hatte Bonifatius\u00a0 das Wirken unter dem Schutz der Herrschenden, in seinem Fall der fr\u00e4nkischen Hausmeier und die Einbindung gesellschaftlicher Eliten \u00fcbernommen. 722 wurde Bonifatius zum Bischof geweiht und hatte auch so die p\u00e4pstliche Legitimation f\u00fcr sich. Er war auch vom Papst mit einem Schutzbrief versehen worden. Bonifatius zerst\u00f6rte nun heidnische Heiligt\u00fcmer und gr\u00fcndete zahlreiche Kirchen und Kl\u00f6ster.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/220pxBonifatius_Donareiche.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: block; float: none; margin-left: auto; margin-right: auto; border-width: 0px;\" title=\"220px-Bonifatius_Donareiche\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/220pxBonifatius_Donareiche_thumb.jpg\" border=\"0\" alt=\"220px-Bonifatius_Donareiche\" width=\"177\" height=\"244\" \/><\/a>Als besonderes Ereignis wird das F\u00e4llen der Donareiche in Geismar bei Fritzlar in der Vita sancti Bonifatii berichtet. Kein g\u00f6ttlicher Blitz ist vom Himmel gefahren, um den Frevler zu strafen. Die gespannt beobachtenden Heiden waren tief beindruckt und kamen zu der \u00dcberzeugung, dass der Christengott st\u00e4rker sei. Die Legende erz\u00e4hlt, dass die Eiche im Fallen in vier Teile gebrochen sei und ein Kreuz gebildet habe. Aus dem Holz der Eiche lie\u00df Bonifatius eine kleine Kapelle in Fritzlar bauen. Damit demonstrierte er nicht nur die \u00dcberlegenheit des christliche Glaubens \u00fcber den alten Kult, er zeigte auch das Streben nach einer neuen Ordnung. In Ohrdurff in Th\u00fcringen errichte er 723 die Zelle St. Michael und begann damit mit der Mission in Th\u00fcringen. Um 800 geh\u00f6rte die Zelle zum Kloster Hersfeld. Auf der B\u00fcraburg bei Fritzlar hatte Bonifatius seine erste Basis. In Fritzlar gr\u00fcndete er sein erstes Benediktinerkloster in Deutschland. Seinen Sch\u00fcler Wigbert, der in dem englischen Kloster Glastinbury M\u00f6nch war, setzte er zum ersten Abt in Fritzlar ein. Wigbert war in Fritzlar und Ohrdruff auch Lehrer von Lullus, der Bischof von Mainz und von Megingaud, der Bischof von W\u00fcrzburg werden sollte, so wie Sturmius, den wir als ersten Abt von Fulda kennenlernen werden.<\/p>\n<p>Ab 738 ordnete er die kirchlichen Verh\u00e4ltnisse in Bayern, Mainfranken und Th\u00fcringen. Er teilte Bayern in 4 Di\u00f6zesen ein, gr\u00fcndete im Jahr 739 Bist\u00fcmer in Regensburg, Salzburg, Freising und Passau. Er weihte Gaibald, Johannes und Erembert zu Bisch\u00f6fen der ersten drei Bist\u00fcmer. Im Bistum Eichst\u00e4tt, das um 740 gegr\u00fcndet wird, wird schlie\u00dflich Willibald, ein Verwandter von Bonifatius zum Bischof geweiht. Bonifatius war inzwischen zum Erzbischof ernannt worden und erh\u00e4lt 746 Mainz als Sitz. Unter Lullus ist es Metropolitansitz. Am fruchtbarsten ist die Mission in Bayern. Zwischen 740 und 778 werden in Bayern fast 100 Kl\u00f6ster gegr\u00fcndet. Bonifatius verliert in Bayern aber Einfluss.<\/p>\n<p>747 schickt Bonifatius Sturmius nach Monte Cassino um dort die Regeln des Heiligen Benedikts zu studieren. Sturmius ist um 700 als Spross einer bayrischen Grundherrenfamilie aus der N\u00e4he von Freising geboren. Er wurde wohl fr\u00fch als \u201cpuer oblatus\u201d einem Kloster \u00fcbergeben. Oblation war urkundlich festgehalten und rechtsverbindlich. Was man Gott einmal geschenkt hat, darf nicht mehr\u00a0 r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht werden. Wahrscheinlich begegnete Sturmius Bonifatius 719 zum ersten Mal. Er schloss sich Bonifatius an. In Fritzlar wurde er unter Abt Wigbert ausgebildet. Zu einem unsicheren Zeitpunkt wurde er dort zum Priester geweiht. 742 errichtete er eine m\u00f6nchische Einsiedelei in Hersfeld. Um 744 wird er von Bonifatius beauftragt, in einem Gebiet namens Eichloha ein Kloster zu gr\u00fcnden. Dann kam sein Aufenthalt bei Benedikt von Nursia.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/Sturmius_von_Fulda.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: block; float: none; margin-left: auto; margin-right: auto; border-width: 0px;\" title=\"Sturmius_von_Fulda\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/Sturmius_von_Fulda_thumb.jpg\" border=\"0\" alt=\"Sturmius_von_Fulda\" width=\"141\" height=\"244\" \/><\/a>Um 754 und schon \u00fcber 80 Jahre alt bricht Bonifatius nochmals zur Missionierung der Friesen auf. Warum ist unbekannt. Manches spricht daf\u00fcr, dass er den M\u00e4rtyrertod sterben wollte. Am 5. Juni 754 oder 755 wird bei Dokkum in Westfriesland erschlagen. Der Ragyndrudis-Codex, den er sich angeblich sch\u00fctzend \u00fcber den Kopf hielt, ist durch Hiebe besch\u00e4digt. Er wird heute noch in Fulda gezeigt.<\/p>\n<p>Die Reichsabtei Fulda<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/800pxKupferstich_fulda_dom_1655.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: block; float: none; margin-left: auto; margin-right: auto; border-width: 0px;\" title=\"800px-Kupferstich_fulda_dom_1655\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/800pxKupferstich_fulda_dom_1655_thumb.jpg\" border=\"0\" alt=\"800px-Kupferstich_fulda_dom_1655\" width=\"244\" height=\"163\" \/><\/a><\/p>\n<p>An einer Furt\u00a0 der Fulda lag vermutlich ein verfallener Herrenhof aus merowingischer Zeit. Dort sollte nach dem Willen von Bonifatius das neue Kloster entstehen. Bonifatius hatte von dem fr\u00e4nkischen Hausmeier Karlmann (751- 771),<\/p>\n<p>Sohn\u00a0 von Pippin dem J\u00fcngeren und Bruder Karls des Gro\u00dfen einen geschlossenen Grundbesitz von 4 Meilen um das Kloster geschenkt bekommen, die \u201c\u201dKarlmann-Schenkung\u201d Existenzgrundlage des neuen Klosters und Grundlage daf\u00fcr, dass im Jahre 1752 aus dem Hochstift Fulda das Bistum Fulda werden konnte. Der aus England stammende Lullus wurde 751 von Bonifatius nach Rom geschickt. Er sollte bei Papst Zacharius (Papst von 741- 752) einige Angelegenheiten kl\u00e4ren. Das Kloster sollte direkt dem Heiligen Stuhl unterstellt werden. Mit dem Zachariasprivileg wurde Exemtion erteilt, d.h. in dem Kloster durfte kein kirchlicher Amtstr\u00e4ger einschlie\u00dflich dem zust\u00e4ndigen Di\u00f6zesan eigenm\u00e4chtig Weihe-oder Jurisdikitionsgewalt aus\u00fcben. Damit war Fulda das erste exemte Kloster in Deutschland und vor ihm waren es in Europa nur Bobbio in Italien und Luxeuil in Frankreich, beides Gr\u00fcndungen von Columban.<\/p>\n<p>Nach dem Tod von Bonifatius wurde der Leichnam 754 nach Mainz \u00fcberf\u00fchrt werden. Mainzer Geistliche wollten Bonifatius in Mainz bestatten. Um dies zu verhindern reiste Sturmius von Fulda nach Mainz. Er wies auf den Wunsch des Ermordeten hin, in seinem Eigenkloster bestattet zu werden. Dem konnte sich auch das m\u00e4chtige Bistum nicht widersetzen. So wurde Bonifatius vor dem Kreuzaltar der Salvatorkirche bestattet.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/4e3a04e48d7bb694.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: block; float: none; margin-left: auto; margin-right: auto; border-width: 0px;\" title=\"4e3a04e48d7bb694\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/4e3a04e48d7bb694_thumb.jpg\" border=\"0\" alt=\"4e3a04e48d7bb694\" width=\"127\" height=\"169\" \/><\/a>Nachdem der M\u00e4rtyrertod\u00a0 des Bonifatius bekannt geworden war, entwickelte sich Fulda rasch zu einem Wallfahrtsort. Der Kult um den M\u00e4rtyrer und sein Grab brachte dem Kloster schnell Schenkungen ein. Auch das Patrozinium wurde schnell gewechselt. Wurde das Kloster 751 noch als Monasterium sancti Salvatori erscheint es 761 schon als Monasterium sancti Bonifatii. Sturmius geriet aber nun zwischen die Fronten zwischen Bayern, den Karolingern und dem Mainzer Erzbischof Lullus. Dieser begann ab 754 seinen Bischofssprengel zu erweitern. Er gliederte die Bist\u00fcmer B\u00fcraburg und Erfurt in sein Bistum ein. Er wollte auch das mit Papstprivileg versehene Kloster Fulda unter seine Oberhoheit eingliedern. Dabei stand ihm ironischerweise das Privileg, das er selbst ausgehandelt hatte im Wege. Doch gelang es ihm, den Fuldaer Abt bei Pippin in Misskredit zu bringen. 763 wurde er von Pippin nach Jumi\u00e8ges, bis zu den Religionskriegen eines der gr\u00f6\u00dften Kl\u00f6ster Frankreichs, ins Exil verbannt. Das Kloster wurde dem Bischof von Mainz unterstellt und es musste das Zachariasprivileg herausgeben. Aber schon zwei Jahre sp\u00e4ter wurde Sturmius rehabilitiert und konnte nach Fulda zur\u00fcckkehren.<\/p>\n<p>Pippin starb 768. Ihm folgte sein Sohn Karl, der sp\u00e4tere Karl der Gro\u00dfe nach. Sturmius hatte zu Karl sehr gute Kontakte. Er wurde mit Gesandschaften beauftragt. 773 best\u00e4tigte Karl die Rechte des Klosters. 774 stellte er unter K\u00f6nigsschutz und garantierte die freie Abtswahl. Fulda hatte damit den Status einer Reichsabtei.\u00a0 Es erhielt ein Missionsgebiet an der Diemel und der Weser. Sturmius gr\u00fcndete das Stift Sankt Bonifatii in Hameln. 779 begleite Sturmius Karl auf einem Kriegszug gegen die Sachsen. Dabei erkrankte er und starb bald nach seiner R\u00fcckkehr nach Fulda, wo er begraben ist. Sein Nachfolger wurde Baugulf 779- 802. Baugulf stammte wie sein Bruder Erkanbert aus rheinfr\u00e4nkischem Adel und wohl im Gollachgau beheimatet. Die Gollach ist ein kleiner Nebenfluss der Tauber in der N\u00e4he von W\u00fcrzburg. Beide waren M\u00f6nche in Fulda. Baugulf wurde Abt in Fulda, sein Bruder erster Bischof von Minden (803-815). Im Juli 782 stattete Karl der Gro\u00dfe dem Kloster in Fulda einen ersten Besuch ab. Im Jahr 784\/785 erhielt Baugulf das Sendschreiben Karls \u201cEpistula de litteris colendis\u201d, das wahrscheinlich von Alkuin verfasst worden war. Es ermahnte zur Pflege von Wissenschaft und Bildung und warnte vor Einmischung in weltliche Rechtsgesch\u00e4fte. Es ist das fr\u00fcheste und eines der wichtigsten Zeugnisse f\u00fcr die Vorantreibung der karolingischen Bildungsreform. In Fulda setzte dies die Entwicklung einer weithin bekannten und renommierten Klosterschule in Gang. Begabte Fuldaer Klostersch\u00fcler wurden wiederum an die Hofschule Karls oder zu Alkuin nach Tours zur Weiterbildung geschickt. So wurde zum Beispiel Einhard, der Abt Baugulf aufgefallen war an die Hofschule, die Alkuin ab 782 leitete, geschickt, Hrabanus Maurus zu Alkuin nach Tours wo er seit 796 dem Martinskloster vorstand. Unter Baugulf wurde wohl mit dem Aufbau einer Klosterbibliothek begonnen, deren Best\u00e4nde \u00fcber den Bereich monastischen und biblischen Schrifttums hinausreichten. Unter Baugulf setzt auch die annalistische Geschichtsschreibung ein.<\/p>\n<p>Das Kloster erhielt reiche Schenkungen des Adels und vor allem auch von Karl dem Gro\u00dfen und lie\u00df den Grundbesitz des Kloster stark anwachsen. Das erm\u00f6glichte auch ein starkes Anwachsen der M\u00f6nchszahl. Waren es 781 noch 364 M\u00f6nche, so z\u00e4hlte man 825 schon 603 M\u00f6nche. Dazu kam noch die Gr\u00fcndung von Nebenkl\u00f6stern wie H\u00fcnfeld (am 27. M\u00e4rz 815 zum ersten Mal erw\u00e4hnt) und Rasdorf (als Nebenkloster 815 erw\u00e4hnt). 791 begann Baugulf mit Bauarbeiten im Kloster um der wachsenden Gr\u00f6\u00dfe und Bedeutung des Konvents gerecht zu werden. Die Bauleitung lag bei Ratgar, M\u00f6nch im Kloster Fulda und ab 802 Nachfolger Baugulfs als Abt. Ratgar muss von einer regelrechten Bauwut besessen gewesen sein. Einhard war ja auch als Sch\u00fcler an der Klosterschule Fulda und es ist sicher nicht zu viel spekuliert, wenn man annimmt, dass Einhard, der im Auftrag Karls ja viele Bauten errichte, von Ratgar einiges in Sachen Architektur erlernt hatte.<\/p>\n<p>785 gab es eine Adelsverschw\u00f6rung gegen Karl unter F\u00fchrung des th\u00fcringischen Grafen Hardrad. Diese wurde Karl bekannt. Die Verschw\u00f6rer fl\u00fcchteten sich ins Kloster Fulda, wohl auch weil sie verwandtschaftliche Beziehungen zu Baugulf hatten Welche Rolle der Abt genau spielte, ist unklar. Aber die Verschw\u00f6rer erhofften sich wohl F\u00fcrsprache von Baugulf bei Karl. Hardrad und die Hauptanf\u00fchrer wurden hingerichtet, alle F\u00fchrer wurden mit der Einziehung ihrer G\u00fcter bestraft. Noch einen Konflikt hatte Baugulf auszufechten. Wie schon bei der Auseinandersetzung mit dem Bischof von Mainz ging es um das Zachariasprivileg.<\/p>\n<p>Diesmal war das Bistum W\u00fcrzburg und Bischof Bernwelf (Bischof von 769-794)\u00a0 Gegenspieler Fuldas. Der Bischof hatte auf Fuldaer Gebiet oder sogar im Hauptkloster selbst eine Weihe vorgenomen, ohne\u00a0\u00a0 durch die im Privilieg vorgeschriebene Invitation des Abts oder Konvents legitimiert zu sein. Der Streit kam vor Karl. Dieser entschied zugunsten Baugulfs. Dieser Konflikt f\u00e4llt wohl in das Jahr 794.Die K\u00f6nigsn\u00e4he brachte nat\u00fcrlich auch reichspolitische Anforderungen an die Abtei. Das f\u00fchrte auch zur Anschuldigung innerhalb des Konvents, Baugulf habe sich von den strengen Fuldaer Consuetudines dispensiert. Baugulf konnte den Konvent trotz prominenter F\u00fcrsprecher wie Alkuin nicht mehr hinter sich vereinigen. Er resignierte und legte im Juni 802 sein Amt nieder. Er zog sich in das Nebenkloster Wolfsm\u00fcnster bei Hammelburg zur\u00fcck, wo er am 8. Juli 815 starb. Baugulf wurde in Wolfsm\u00fcnster beigesetzt. Nachfolger war Ratgar geworden, der von 802-817 regierte. Mit seinem Namen verbunden bleibt der Bau der Ratgarbasilika zwischen 791 und 819, einer doppelch\u00f6rigen Anlage mit Westquerhaus. In dieser Zeit war es eine der gr\u00f6\u00dften Kirchen n\u00f6rdlich der Alpen. Au\u00dferdem f\u00f6rdert er begabte M\u00f6nche gezielt wie Rhabanus Maurus oder Hatto, beides sp\u00e4ter \u00c4bte in Fulda und schickt sie zu den besten Lehrern ihrer Zeit, wie Alkuin oder Einhard. 806 sucht eine Epidemie das Kloster heim. Die Flucht junger M\u00f6nche h\u00e4ngt damit m\u00f6glicherweise zusammen. Es werden aber auch Beschwerden laut, die sich m\u00f6glicherweise gegen Ratger richten. Karl der Gro\u00dfe l\u00e4sst 809 eine Kommission unter Leitung des Mainzer Erzbischofs Richulf (787-813 Erzbischof von Mainz), untersuchen, was in Fulda eigentlich passiert. Richulf geh\u00f6rte zu den f\u00fchrenden Repr\u00e4sentanten des Reichsepiskopats und des Hofklerus. Richulf stiftet einen br\u00fcchigen Frieden. Der Schlichtungsrunde geh\u00f6rte auch Bischof Wolfgar von W\u00fcrzburg (809- ?831), Bischof Bernhard von Worms und Bischof Hanto von Augsburg an. Die Tatsache, dass der W\u00fcrzburger Bischof der Komission angeh\u00f6rte, d\u00fcrfte dazu beigetragen haben, das gespannte Verh\u00e4ltnis zwischen der Abtei Fulda und dem Bistum W\u00fcrzburg zu entkrampfen. Im Vertrag von Retzbach vom 27. Mai 815 verglichen sich die beiden Parteien, dass die auf dem Gebiet des Bistum W\u00fcrzburg liegenden Fuldaer Besitzungen ihren Zehnten nach Fulda zu entrichten hatten. Damit wurden aber auch alle weiteren Anspr\u00fcche Fuldas zur\u00fcckgewiesen. Die 809 von der Schlichtungsrunde erreichte Pause hielt nicht lange an. Schon 812 und nochmals 816 kam es zur offenen Rebellion gegen Abt Ratgar. Das ehrgeizige Bauprogramm des Abtes hatte zur Herabsetzung der Versorgung der M\u00f6nche und der Aufwendung f\u00fcr die Armenpflege und Gastfreundschaft gef\u00fchrt. Die Studien wurden eingeschr\u00e4nkt und bei der Aufnahme neuer Br\u00fcder dominierten wirtschaftliche Kriterien. Das hatte den Konvent stark strapaziert. Dazu kam wohl die kompromisslose H\u00e4rte und auch die mangelnde Kooperationsbereitschaft Abt Ratgars. An der Spitze der Protestierenden stand wohl Eigil, der sp\u00e4tere Nachfolger von Abt Ratgar. Eigil war Sch\u00fcler und Neffe des Gr\u00fcnderabts Sturmius. Er z\u00e4hlte wohl auch zu den Verfassern des \u201cSupplex Libellus\u201d (Bittb\u00fcchlein), einen gegen Abt Ratgar gerichteter Beschwerdebrief, der 812 Karl dem Gro\u00dfen und in einer erweiterten Fassung 817 Ludwig dem Frommen vorgelegt wurde. Dieser Beschwerdebrief ist erhalten und stellt heute einen wichtigen Quellentext zur Geschichte der monastischen Reformbewegung des Benedikt von Aniane dar. 816 verl\u00e4sst eine Gruppe von M\u00f6nchen das Kloster. Nat\u00fcrlich schaltet sich auch der Kaiser ein. Zwei Missi Ludwig des Frommen werden eingesetzt, die M\u00f6chen Aaron und Adalfrid aus dem Umfeld Benedikts von Aniane. Sie verwalten das Kloster f\u00fcr ein Jahr und f\u00fchren die Klosterreform in Fulda durch. Ratgar wird 817 abgesetzt und verbannt. Eigil ist um 750 geboren und stammte aus bayrischem Adel. Er war wohl schon als Kind seinem Onkel Sturmius als puer oblatus \u00fcbergeben worden. Nach langen und erbitterten Auseinandersetzungen wurde er 818 als Nachfolger Ratgars gew\u00e4hlt, dessen Hautgegner er ja gewesen war. Die Reform hatte er als neue Grundlage zu akzeptieren. Er folgte ihr sp\u00e4ter aber nicht in allen Dingen. Er h\u00f6rte auf den Rat seiner Mitbr\u00fcder in allen wichtigen Fragen und er konnte die Einheit des zerstrittenen Konvents wieder herstellen. Seine Kompromissbereitschaft zeigte sich auch darin, dass er sich f\u00fcr die Begnadigung seines Vorg\u00e4ngers einsetzte und die R\u00fcckkehr in das Fuldaer Nebenkloster Frauenberg erm\u00f6glichte. Ihm gelang die Vers\u00f6hnung der an dem Ideal eines asketischen Einsamkeitskloster festhaltenden Traditionalisten und der M\u00f6nche, die der karolingischen Renaissance in Bildung, Kunst und Kultur offen gegen\u00fcberstanden. Er verfasste die Biographie des Gr\u00fcnderabts, die \u201cVita sturmi primi abbatis et fundatoris Fuldensis coenobii\u201d. Damit wurde er der Begr\u00fcnder der Fuldaer Vitenreihe, die die ersten 5 Fuldaer \u00c4bte und die Fuldaer Heiligen Bonifatius und Lioba umfasst. Eigil hat wahrscheinlich den Leiter der Fuldaer Klosterschule zum Propst eingesetzt und damit zu seinem pr\u00e4sumptiven Nachfolger erkoren. Nach dem Vorbild Benedikts von Nursia soll er sein Grab mit seinen eigenen H\u00e4nden geschaufelt haben. Er starb 822 hochbetagt. Seine Biographie wurde um 840 von dem M\u00f6nch Brun\u00a0 Candidus von Fulda verfasst.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/fef241b19df7e24a.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: block; float: none; margin-left: auto; margin-right: auto; border-width: 0px;\" title=\"fef241b19df7e24a\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/fef241b19df7e24a_thumb.jpg\" border=\"0\" alt=\"fef241b19df7e24a\" width=\"149\" height=\"149\" \/><\/a>822 folgte ihm Rabanus Maurus als 5. Abt. Rabanus wurde um 780 als Sohn adeliger Eltern in Mainz geboren. Schon um 788 besuchte er die Klosterschule in Fulda, die aber ihren gro\u00dfen Ruhm\u00a0 erst unter Rabanus selbst erlangte. Danach studierte bei Alkuin, dem Berater Karls des Gro\u00dfen. Alkuin gab Rabanus den Beinamen\u00a0 Maurus wie Benedikt seinem Lieblingssch\u00fcler. Als Alkuin von Karl dem Gro\u00dfen nach St. Martin in Tours berufen wurde, folgte ihm Rabanus an die gr\u00f6\u00dfte und ber\u00fchmteste Klosterschule ihrer Zeit. 804 kam Rabanus nach Fulda zur\u00fcck. Er wurde dort zum Diakon geweiht und Leiter der Klosterschule. Unter ihm wurde Fulda zum geistigen Zentrum des ostfr\u00e4nkischen Reiches. Er zog viele Sch\u00fcler aus dem ganzen ostfr\u00e4nkischen Reich an, wie z. B. Walafrid Strabo, der 839 Abt des Kloster Reichenaus wurde. Er verfasste die Visio Wettini, mittelalterliche Jenseitsvisionen in lateinischen Hexametern, oder den \u201cHortulus\u201d das bekannteste botanische Werk des Mittelalters. Dann war da Otfrid von Weisenburg, ber\u00fchmtester M\u00f6nch aus dem els\u00e4ssischen Kloster, der dort seine Evangelienharmonie schrieb, die er Ludwig dem Frommen widmete oder Ermenrich von Ellwangen, der sp\u00e4ter Bischof in Passau wurde, Gottschalk von Orbais<\/p>\n<p>oder Lupus von Ferri\u00e8re, der sich intensiv mit antiken Autoren besch\u00e4ftigte. Er verfasste \u201cDas Lob des Kreuzes\u201d, oder die aus 22 B\u00e4nden bestehende Enzyklop\u00e4die \u201cDe universo\u201d. 819 erschien sein dreib\u00e4ndiges Werk \u201cDe institutione clericorum\u201d, was ihn eben auch als Lehrer ausweist. Mit seinem Namen verbunden ist auch der Pfingsthymnus \u201cVeni creator spiritus\u201d, der nicht wie fr\u00fcher angenommen\u00a0 von ihm verfasst, aber doch \u00fcberliefert worden ist. Rabanus war einer der gro\u00dfen abendl\u00e4ndischen Gelehrten und man hat ihm den Ehrennamen \u201cPraeceptor Germaniae verliehen. Am 15. Juni 822 wurde er zum Abt gew\u00e4hlt, ein Amt, das er 20 Jahre aus\u00fcbte. Er vergr\u00f6\u00dferte die Klosterbibliothek und baute die Klosterschule aus. Die Klosterbibliothek umfasste unter Rabanus etwa 2000 Handschriften, darunter auch Abschriften mehrerer seltener antiker Werke, unter anderem Tacitus, Frontinus uns Ammianus Marcellinus.\u00a0 Um 830 entsteht im Kloster Fulda die Abschrift des Hildebrandslieds, ein kostbares Zeugnis der althochdeutschen Literatur.<\/p>\n<p>Er lie\u00df etwa 30 Kirchen und Kapellen errichten und k\u00fcmmerte sich auch um die seelsorgerliche Betreuung der Bauern.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/34850a.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: block; float: none; margin-left: auto; margin-right: auto; border-width: 0px;\" title=\"34850-a\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/34850a_thumb.jpg\" border=\"0\" alt=\"34850-a\" width=\"244\" height=\"244\" \/><\/a>Doch auch Rabanus wird in die politischen Querelen seiner Zeit verstrickt. Ludwig der Fromme war zweimal entmachtet worden. 837 zeichnete sich die Reichsteilung ab. Rabanus war ein Verfechter der Reichseinheit, die sich f\u00fcr ihn aus der Einheit des Menschengeschlechts ergab. Deshalb stellte er sich auf die Seite Ludwigs des Frommen. Als dieser 740 pl\u00f6tzlich verstarb trat er f\u00fcr Lothar als Reichserben ein. Nun zerbrach das Reich doch und der Ostteil fiel an Ludwig den Deutschen. Das ersch\u00fctterte das Ansehen von Rabanus etwas. Noch vor dem Vertrag von Verdun 843 w\u00e4hlte das Kloster Fulda einen neuen Abt. Das der M\u00f6nchskonvent nicht leicht zu regieren war, zeigte sich ja schon bei den Vorg\u00e4ngern von Rabanus Baugulf und Ratgar, die ja auch beide zum Amtsverzicht gebracht worden waren. Und so ist auch nicht klar, ob Rabanus zum Amtsverzicht gezwungen wurde oder ob er freiwillig zur\u00fccktrat. In seiner Amtszeit hatte Rabanus den Antrag gestellt, dass dem Kloster Fulda Wahlfreiheit zugestanden wurde. Das hei\u00dft der Konvent kann seien Vorsteher unter sich aussuchen und w\u00e4hlen.Ludwig der Deutsche erteilte dieses Privileg am 5. Februar 834. Das erste Mal war das bei der Wahl\u00a0\u00a0 Hatto I. (842-856) der Fall. Der bisherige Klosterpropst wurde Nachfolger von Rabanus. dieser zog sich als Privatgelehrter auf den Petersberg bei Fulda zur\u00fcck. Dort hatte Rabanus 836 ein Benediktinerkloster geweiht. Bereits 845 traf sich Rabanus in Rasdorf, seit 815 Fuldaer Nebenkloster, mit Ludwig dem Deutschen und vers\u00f6hnte sich mit ihm. 847 erhob ihn Ludwig zum Erzbischof von Mainz, der damals gr\u00f6\u00dften Kirchenprovinz des ostfr\u00e4nkischen Reiches. Auch als Oberhirte war er sehr tatkr\u00e4ftig. In seiner Amtszeit fanden drei Synoden statt. Bei einer Hungersnot 850 erwarb er sich gro\u00dfe Achtung. 856 starb er in Winkel. Dort steht das \u201cGraue Haus\u201d in dem Rabanus\u00a0 300 Hungernde gespeist haben soll und das er bewohnt hatte. Es ist angeblich das \u00e4lteste Steinhaus Deutschlands. Er ist im Stift St. Alban vor Mainz beigesetzt. Seine B\u00fccher hatte er den Abteien St. Alban und Fulda vermacht.<\/p>\n<p>Auf Abt Hatto folgte Thioto, der von 856-869 Fuldaer Abt war. Schon am Anfang seiner Amtszeit war er im Auftrag K\u00f6nig Ludwigs in Rom, wo er Ludwigs Neffen, der als r\u00f6mischer Kaiser dort war und Papst Nikolaus I.\u00a0 (Papst von 858- 867) aufsuchte, um seinen Einmarsch ins Westreich zu rechtfertigen. Wie die Annales fuldenses berichten, verlief die Gesandtschaft erfolgreich. 10 Jahre sp\u00e4ter wurde Thioto als Abt allerdings abgesetzt weil er Ludwig beleidigt hatte. Thioto starb 871.<\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde Abt Sigihart (859-891). 871 wurde er von Ludwig zusammen mit Bischof Arno von W\u00fcrzburg (855-892) unter Karlmann zum Kampf gegen die M\u00e4hrer geschickt. Er hatte wie alle Fuldaer \u00c4bte auch einen guten Draht nach Rom. Im Oktober 875 war er in Rom und sprach mit Papst Johannes VIII. (Papst von 872-882). Da Sigihart im Juni 875 Ludwig in Frankfurt traf und im Mai 876 in Ingelheim, kann man annehmen, dass dies im Auftrag Ludwigs geschah und er nach seiner Romreise in Ingelheim den K\u00f6nig traf, um Bericht zu erstatten. Insgesamt war Sigihart mindestens 15 Mal beim K\u00f6nig oder im Dienst des K\u00f6nigs unterwegs. Dreimal hatte das Kloster in seiner Amtszeit K\u00f6nigsbesuch. Dass Ludwig den Wert des Klosters wohl sch\u00e4tzte zeigt, dass er 9 Urkunden f\u00fcr Fulda in seiner Regierungszeit ausstellte. \u00c4hnlich gro\u00dfe Wertsch\u00e4tzung erfuhr Lorsch mit sieben Urkunden. 3 Monate vor seinem Tod entschied er noch einen Streit zwischen dem Bistum Mainz und Fulda, wo es um Zehntanspr\u00fcche in Th\u00fcringen ging, zugunsten Fuldas. Arnulf von K\u00e4rnten, der dritte K\u00f6nig nach Ludwig veranlasste Sigihart allerdings zu R\u00fccktritt. Nachfolger Sigiharts wird Huoggi 891-915, der vorher Propst war. Er hatte dem Kloster Gebeine von M\u00e4rtyrern erstanden, unter anderem der<\/p>\n<p>heiligen Flora, und ihr zu Ehren auf dem Florenberg nahe Fulda eine Kirche errichtet.<\/p>\n<p>897 war K\u00f6nig Arnulf in Fulda. Bei diesem Anlass schenkte er dem Kloster das Cadmug-Evangeliar des heiligen Bonifatius, das war ein Taschenevangeliar f\u00fcr wandernde Missionare. Diese wurden im 8. Jahrhundert in gro\u00dfer Zahl hergestellt.<\/p>\n<p>Der n\u00e4chste \u201chohe\u201d Besuch fand 912 statt. Konrad I. (K\u00f6nig von 911-918) weilte in Fulda. Konrad war auf Arnulf gefolgt, stammte aus der Familie der seit Mitte des 9. Jahrhunderts nachweisbaren Konradiner, deren Kernlandschaft im Rhein-Lahn- Maingebiets lag. Da es ihm nicht gelang, eine neue K\u00f6nigsdynastie zu gr\u00fcnden, bildet seine Herrschaft den \u00dcbergang von den Karolingern zu den Ottonen. In einer Urkunde vom 12. April 912 best\u00e4tigt er dem Kloster Fulda die Immunit\u00e4t, den Zehntbezug von den eigenen G\u00fctern und das Wahlrecht. Der Nachfolger von Huoggi Helmfried bringt es nur auf zwei Amtsjahre. Er ist 915\/916 Abt. In seiner Regierungszeit wird die Klostermauer vollendet, was in der Zeit der Ungarneinf\u00e4lle sicher von gro\u00dfer Bedeutung war. Schon Abt Huoggi hatte Kirchen in der Umgebung Fuldas befestigen lassen und trug so zur Abwehr bei. Helmfried l\u00e4\u00dft auch ein wertvolles Kreuz f\u00fcr die Klosterkirche herstellen.<\/p>\n<p>Abt Haicho (917-923) erh\u00e4lt von Papst\u00a0 Johannes X. (Papst von 914-928)\u00a0 im\u00a0 September 917 die Exemtion f\u00fcr das Kloster Fulda mit des Rechts der Altarkonsekration, das dem Di\u00f6zesanbischof zusteht, er verbietet die Feier des Hochamtes ohne Erlaubnis des Abtes, best\u00e4tigt die Klosterbesitzungen und verpflichtet den Papst zum Bericht \u00fcber die Klosterdisziplin nach Rom. Er verbietet die Verleihung von Klosterg\u00fctern. Ein Jahr nach Amtsantritt Haichos stirbt K\u00f6nig Konrad I.918 in\u00a0 Weilburg. auf seinen Wunsch wird sein Leichnam nach Fulda gebracht und vor dem Kreuzaltar der alten Stiftskirche bestattet. Die Lage seines Grabes ist heute nicht mehr genau auszumachen. Nur eine Gedenktafel im hinteren Zwischenjoch des linken Seitenschiffs weist auf ihn hin.<\/p>\n<p>Haichos Nachfolger wird der aus einem unbekannten fr\u00e4nkischen Geschlecht stammende Hiltibert. Er war M\u00f6nch in Fulda und wird 923 Abt. 927 wird er zum Erzbischof von Mainz erhoben. Als solcher nimmt er 936 die Salbung und Kr\u00f6nung Ottos I. vor. Auf Hiltibert folgt Hadamar (927-956) als Abt. Im Mai 936 verleiht Papst Leo VII. (936-939) dem Abt Hadamar\u00a0 ein gleichlautendes Privileg, das Abt Haicho im Jahre 917 von Papst Johannes X. erhalten hat. 937 wurde das Kloster von einem Blitzschlag getroffen. Gro\u00dfe Teile des Klosters und der Basilika werden Opfer der Flammen. Unter Abt Hadamar erfolgte der Wiederaufbau. Er lie\u00df m\u00f6glicherweise seitlich der Ostapsis zwei weitere T\u00fcrme bauen. Ca. 970 entsteht ein gro\u00dfz\u00fcgiges Ostatrium und \u00fcber dem Osteingang eine doppelch\u00f6rige Kapelle.<\/p>\n<p>Im Jahr 940 best\u00e4tigt Otto dem Hadamar die Schenkungen des K\u00f6nig Ludwigs dem Deutschen. Au\u00dferdem verbietet er es jedermann, auf dem Gebiet des Stiftes, St\u00e4dte oder Befestigungen anzulegen, dort Zoll oder M\u00fcnzbann zu errichten.<\/p>\n<p>948 wird die wiederaufgebaute Kirche in Anwesenheit Ottos vom p\u00e4pstlichen Legaten Marinus geweiht.<\/p>\n<p>Ein Jahr vor seinem Tod wird Hadamar von Otto zu Papst 955 nach Rom zum Papst geschickt. Er bewirkte bei Agapet II. (Papst von 946-955) f\u00fcr Otto die Erlaubnis, Bist\u00fcmer nach Belieben gr\u00fcnden zu d\u00fcrfen. Hadamar starb 956. Sein Nachfolger<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/220pxNuremberg_chronicles__Hatto_Archbishop_of_Mainz_CLXXXIIv.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: block; float: none; margin-left: auto; margin-right: auto; border-width: 0px;\" title=\"220px-Nuremberg_chronicles_-_Hatto,_Archbishop_of_Mainz_(CLXXXIIv)\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/220pxNuremberg_chronicles__Hatto_Archbishop_of_Mainz_CLXXXIIv_thumb.jpg\" border=\"0\" alt=\"220px-Nuremberg_chronicles_-_Hatto,_Archbishop_of_Mainz_(CLXXXIIv)\" width=\"184\" height=\"244\" \/><\/a><\/p>\n<p>wurde Hatto II. (956-968). Als 968 der Erzbischof von Mainz Wilhelm (Bischof von 954-968) verstarb, wurde Abt Hatto zum Nachfolger Wilhelms auf dem Bischofstuhl von Mainz. Obwohl der verstorbene Bischof ein Sohn Ottos war, er war aus einer Verbindung mit einer wendischen Vornehmen entsprungen, stand er doch Ottos Pl\u00e4nen f\u00fcr die Gr\u00fcndung des neuen Bistums Magdeburg ablehnend gegen\u00fcber. Mit seinem Tod konnte Otto seine Magdeburger Pl\u00e4ne weiter verfolgen. Vor der Investitur Hattos gab dieser die Zustimmung, dass die bisherigen Mainzer Di\u00f6zesen Brandenburg und Havelberg dem neuen Erzbistum Magdeburg unterstellt wurden.<\/p>\n<p>Nach einer Legende soll Hatto den Binger M\u00e4useturm erbauen lassen haben. Er soll bei einer Hungersnot den Armen gegen\u00fcber \u00e4u\u00dferst hartherzig gewesen sein. Die weiterbettelnden Hungernden sollen in eine Scheuer gesperrt worden sein. Die Schreie der Sterbenden soll er h\u00f6hnisch mit den Worten \u201cH\u00f6rt ihr die Kornm\u00e4uslein pfeifen?\u201d kommentiert haben In diesem Moment kamen\u00a0 Tausende M\u00e4use aus allen Ecken gekrochen. Seine Bediensteten flohen entsetzt. Der Bischof setzte sich in ein Boot und fuhr rheinabw\u00e4rts, wie er glaubte, in Sicherheit. Doch die M\u00e4use folgten ihm und fra\u00dfen ihn bei lebendigem Leib auf. Im 19. Jahrhundert wird die Sage zunehmend auf Hatto I. \u00fcbertragen. Zur\u00fcck von der Sage zu den historischen Fakten. Nachfolger Hattos auf dem Abtstuhl wurde Werinher (968-982 \u2013 gestorben auf einer Romreise). Er konnte seine Amtszeit gleich mit einem gro\u00dfen Erfolg beginnen. Am 8. November 969 verleiht Papst Johannes XIII. (Papst von 965-972) in Rom\u00a0 Abt Werinher gem\u00e4\u00df dem Zachariasprivileg von 751\u00a0 die Exemtion seines Klosters, best\u00e4tigt die Besitzungen des Klosters und wie schon seinen Vorg\u00e4ngern verbietet er die Feier des Hochamtes ohne Erlaubnis des Abtes und das ist jetzt neu: auf Wunsch des Kaisers verleiht er dem Abt den Primat vor allen anderen \u00c4bten Galliens und Germaniens. Abt Hatto III. wird\u00a0 25 Jahre sp\u00e4ter noch eine kleine Steigerung erreichen.<\/p>\n<p>Seit Karls erstem Besuch in Fulda 782 besuchten bis zur Stauferzeit praktisch alle\u00a0 K\u00f6nige Fulda. In einer k\u00f6niglichen Pfalz (heute die Umgebung von Bonifatiusplatz und Stadtschloss) hielten sie Hof-und F\u00fcrstentage ab. 973 wird die k\u00f6nigliche Pfalz neu erbaut und die erste Marktkirche entsteht. 982 unternimmt Otto II. einen Feldzug nach S\u00fcditalien zum Kampf gegen die Sarazenen. 2100 Panzerreiter. 80 % des Kontingents wird von geistlichen Institutionen gestellt. Auch Abt Werinher ist im Gefolge Ottos. Am Kap Colonna kommt es am 15. Juli 982 zur Schlacht.\u00a0 Zun\u00e4chst sind die kaiserlichen Truppen erfolgreich. Als sie bei der Pl\u00fcnderung der Gefallenen ein, greifen die Sarazenen nochmals an und reiben die kaiserlichen Truppen auf. Otto kann sich mit M\u00fche nur schwimmend retten. Herzog Otto von Schwaben aber auch Abt Werinher werden verwundet und sterben kurz sp\u00e4ter wohl an den Verletzungsfolgen. Aber auch Otto stirbt nur ein Jahr sp\u00e4ter mit 28 nur Jahren. Otto ist der einzige deutsche Herrscher, der in Rom bestattet ist.<\/p>\n<p>Werinhers Nachfolger wird Branthoh I. (982-991) Am 2. Juli 985 best\u00e4tigt ihm Kaiser Otto III. mit einer in Frankfurt ausgestellten Urkunde die neuerliche Verleihung der Immunit\u00e4t f\u00fcr das Klosters, wobei wohl eine nicht erhaltene Urkunde Karls des Gro\u00dfen als Vorlage gedient hat. Da Otto zu der Zeit noch nicht vollj\u00e4hrig war, d\u00fcrfte die Urkunde wohl im Auftrag der Kaisermutter Theophanu ausgestellt worden sein. In der Urkunde wird ja auch gesagt \u201caus Zuneigung zu seiner Mutter Theophanu und auf Intervention des Erzbischofs Wiiligis und des Bischofs Hildibald von Worms\u201d.\u00a0 Auf Branhoh I. folgt 991 Hatto III. (991-997). Hatto III. war wohl auch auf dem Reichstag in Solingen dabei, auf dem Otto 14 Jahre alt geworden war und somit nach Vorstellung der Zeit als vollj\u00e4hrig galt und auf dem Reichstag auch f\u00fcr vollj\u00e4hrig erkl\u00e4rt wurde. Der junge Regent beauftragte nun Hatto, Papst Johannes XV. die Reichstagsbeschl\u00fcsse zur Kenntnis zu bringen. Hatto fehlte bis dahin noch die kirchliche Weihe. Johannes XV. (Papst von 985-996)vollzog dies dann im Oktober 994 in Rom und best\u00e4tigte ihm wie schon Johannes XIII. 969 die Privilegien. Au\u00dferdem erhielt Hatto die Erlaubnis, beim Gottesdienst Kardinalsornat zu tragen. Somit war Hatto der erste Fuldaer Abt, der vom Papst geweiht worden war. Au\u00dferdem stand er von allen \u00c4bten des r\u00f6misch-deutschen Reiches an erster Stelle. Abt Hatto kehrte 996 nach Fulda zur\u00fcck. Er starb aber schon 997. Sein Nachfolger wurde Erkanbald. Dieser stammte aus der Familie der Grafen von \u00d6lsburg und wurde 997 Abt von Fulda. Er war Verwandter des Bernward von Hildesheim (Bischof von Hildesheim von 993-1022),<\/p>\n<p>der in der katholischen Kirche als Heiliger verehrt wird. Aus seiner Zeit stammt das Bernwardskreuz und die T\u00fcr des Hildesheimer Doms. 1011 wurde er zum Mainzer Erzbischof berufen und blieb das bis zu seinem Tod 1021. Er war kein gro\u00dfer Kirchenf\u00fcrst, galt aber auch schon als Abt von Fulda als treuer Gefolgsmann von Heinrich II.<\/p>\n<p>Mit seiner Urkunde vom 31.12.991 best\u00e4tigt Papst Silvester II. (Papst von 999-1003) alle bisherigen Rechte des Klosters Fulda, verleiht wieder den Primat in Deutschland, reserviert dem Papst das Gericht \u00fcber den Abt und erlaubt dem Abt die Appellation nach Rom. Er verleiht Immunit\u00e4t, Exemtion und gew\u00e4hrt das Zehntrecht. Au\u00dferdem verpflichtet er zur Einholung der Abtweihe in Rom. Damit hatten die Fuldaer \u00c4bte das H\u00f6chstma\u00df an Selbstst\u00e4ndigkeit gegen\u00fcber allen weltlichen und kirchlichen Instanzen in Deutschland.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/dom3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: block; float: none; margin-left: auto; margin-right: auto; border-width: 0px;\" title=\"dom3\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/dom3_thumb.jpg\" border=\"0\" alt=\"dom3\" width=\"132\" height=\"165\" \/><\/a><\/p>\n<p>Nachdem Erkanbald in Mainz zum Erzbischof erhoben wurde, w\u00e4hlte der Konvent den bisherigen Propst zum Abt, der als Abt Brantho II. nur bis1113 regierte. Am Anfang scheint er noch in gutem Einvernehmen mit K\u00f6nig Heinrich II. (K\u00f6nig ab 1002, r\u00f6misch-deutscher Kaiser von 1014-1024). M\u00f6glicherweise Heinrich\u00a0 auf Anweisung seines Vorg\u00e4ngers Otto II. an der Domschule in Hildesheim zum geistlichen Stand ausgebildet worden. Auf diese Weise wollte Otto den Sohn seines heftigsten Gegners Heinrich des Z\u00e4nkers von jeglicher Teilhabe an der Reichsgewalt ausschlie\u00dfen. Im Laufe seiner Ausbildung wurde er von Adalbert von Magdeburg, Wolfgang, Bischof von Regensburg und Abt Ramwold von der Abtei St. Emmeran in Regensburg unterwiesen, alles ausgewiesene Bef\u00fcrworter der Klosterreform von Gorze. In Deutschland war seit 951 Lorsch zum Zentrum der Reform ausgebildet worden. Es wundert also nicht, dass Heinrich die Reform kr\u00e4ftig unterst\u00fctzte. Am 29.\u00a0 Dezember 1012 schenkt er auf Bitten Branthos dem Kloster noch den rund um das Kloster gelegenen K\u00f6nigsforst. Im Sommer 1013 setzt er den rechtm\u00e4\u00dfig gew\u00e4hlten Abt einfach ab, weil dieser die Reform nicht st\u00fctzte und s\u00e4kularisiert einige Fuldaer Besitzungen.\u00a0 Daf\u00fcr setzt er den Lorscher Abt Poppo (1013-1018) ein, der weiterhin in Lorsch Abt blieb.<\/p>\n<p>Als Konsequenz aus dieser Aktion verlie\u00dfen viele Fuldaer M\u00f6nche das Kloster. Brantho wurde 1023 Bischof von Halberstadt und blieb das bis 1036. Die Aktion Heinrichs gegen Abt Brantho erfuhr zu mindestens keinen Widerstand durch Branthos Vorg\u00e4nger Erkanbald, mittlerweile Mainzer Erzbischof.<\/p>\n<p>Abt Poppo stirbt am 27. April 1018 Amorbach war 990 bis 1000 von Lorsch im Sinne Gorzes reformiert worden. Als Poppo starb, brachte Heinrich den Amorbacher Reformabt Richard, der dort seit 1012 Abt war, ins Spiel. Er wurde dann auch gew\u00e4hlt und war von 1018-1039 in Personalunion Abt von Amorbach und Fulda.<\/p>\n<p>Am 1. Juli 1019 verleiht Kaiser Heinrich in K\u00f6ln dem Kloster\u00a0 Fulda\u00a0 unter Abt Richard auf Intervention K\u00f6nigin Kunigundes M\u00fcnz und Marktrecht in Fulda und dem zugeh\u00f6rigen Zoll sowie der Marktgerechtigkeit. Damit entwickelt sich die Siedlung um die Abtei zur Stadt. Als solche (civitas) wird sie 1114 erstmalig erw\u00e4hnt. Im Mai 1020 weilt Papst Benedikt VIII. (1012-1024) in Deutschland und weiht am 6. Mai 1020 den Bamberger Dom. Aus diesem Anlass ist er am 1. Mai 1020 zusammen mit Heinrich II. in Fulda. Auf dem Neuenberg bei Fulda gr\u00fcndet Richard 1023 das Nebenkloster St. Andreas. Als Abt Richard 1039 stirbt, wird er in der Kirche von Neuenberg bestattet. Es ist das einzige noch erhaltene Abtsgrab in Fulda. Im 12 Jahrhundert setzte ein wirtschaftliche Niedergang des Klosters ein. Erst Abt Markward I. stoppte diesen Niedergang. Er war im Kloster St. Michael auf dem Berg erzogen worden und war dann seit etwa 1142 Abt der Benediktinerabtei Deggingen. Von 1150-1165 war er Abt in Fulda. Er restituierte verlorengegangene Rechtstitel des Klosters, er sicherte\u00a0 die Bausubstanz des Klosters, z. B. errichtete er den 1120 eingest\u00fcrzten S\u00fcdturm der Ratgarbasilika er sorgte f\u00fcr eine funktionierende Wasserversorgung innerhalb des Klosters. Er umgab die Stadt Fulda mit \u201csehr starken Mauern\u201d, D\u00e4mmen und Toren. Er sicherte das klostereigene Land mit Burgen. Er ging milit\u00e4risch gegen das um sich greifende Raubrittertum vor.<\/p>\n<p>Dies vermerkt er in den \u201cGesta Marcuardi\u201d, seinem Rechenschaftsbericht. Allerdings griff er auch zur Urkundenf\u00e4lschung, damals durchaus \u00fcblich. Der Fuldaer M\u00f6nch fasste Fuldaer Besitztum im \u201cCodex Eberhardi \u201c zusammen und \u201cfrisierte\u201d wohl viele Urkunden zugunsten der Abtei. Seinen gr\u00f6\u00dften Tag hatte Abt Markward\u00a0 am 22. M\u00e4rz 1157. Da fand in Fulda ein gro\u00dfer Reichstag Friedrich Barbarossas statt. Der wiederhergestellte Teil der Basilika wurde im Beisein des Kaisers neu geweiht. 1158 begleitet er den Kaiser auf seinem Italienfeldzug. Da er 1165 der papstfeindlichen Politik Barbarossas nicht mehr folgt, wird er seines Amtes enthoben und auf die Propstei St. Andreas am Neuenberg abgeschoben. Er stirbt am 23. Juli 1168 in Bischofsheim und wird in Fulda beerdigt. Kuno (1217-1221) ist der letzte Fuldaer Abt. Er war gleichzeitig Ellwanger Abt, das schon 1215 zur F\u00fcrstabtei erhoben wurde. Kuno spielte in der Reichspolitik eine Rolle. Er war an der Spitze einer Delegation beim Papst um die Kaiserkr\u00f6nung Friedrichs II. vorzubereiten. Die Kaiserkr\u00f6nung erfolgt 1220 und 1220 wird Fulda F\u00fcrstabtei. Der Fuldaer Abt wird Reichsf\u00fcrst und hat die Landeshoheit. Man kann da wohl einen Zusammenhang mit der T\u00e4tigkeit Kunos und der\u00a0 Erhebung in den F\u00fcrstenstand durch Friederich sehen. Auf Abt Kuno folgt mit Konrad von Malkos (1222-1249) der erste F\u00fcrstabt.<\/p>\n<p>Am Weihnachtstag 1235 brennt in Fulda eine M\u00fchle ab. In Abwesenheit der Eltern verbrennen dabei 5 Buben. Daraufhin werden zwei Juden beschuldigt. Wahrscheinlich unter Folter gestehen sie, dass sie das Blut unschuldiger Kinder f\u00fcr magische Zwecke gebraucht h\u00e4tten. Das ist der erste Fall bei dem man von einer Ritualmordbeschuldigung sprechen kann. Kurz nach der Anklage fand in Fulda ein Pogrom statt, wobei \u00fcber 30 j\u00fcdische B\u00fcrger erschlagen wurden. Die Kinderleichen wurden nach Hagenau gebracht, wo sich Kaiser Friedirch II. in der dortigen Pfalz aufhielt. Man erwartete eine Bestrafung der Juden im Reich f\u00fcr diese entsetzlichen Br\u00e4uche. Der Kaiser lie\u00df die Juden aber nach der Zahlung gro\u00dfer Summen straflos nachdem er erst die anwesenden F\u00fcrsten befragt und dann Sachverst\u00e4ndige, n\u00e4mlich getaufte Juden, von benachbarten K\u00f6nigen angefordert hatte. \u201cEs lasse sich nach Aussage der erfahrensten und gelehrtesten M\u00e4nner nicht feststellen, dass die Juden zur Feier ihres Passahfestes Christenblut n\u00f6tig h\u00e4tten. Im Juli 1236 wurden in Augsburg die Juden Fuldas und des ganzen Reiches von den anwesenden F\u00fcrsten freigesprochen. Gleichzeitig nimmt sie Friedrich II. in seine Kammerknechtschaft auf. Einerseits genossen die Juden so einen besonderen Schutz, andrerseits konnte sie der Kaiser auch mit besonderen Steuern belegen.<\/p>\n<p>Die Juden und Fulda, das wird auch 100 Jahre sp\u00e4ter ein Thema bleiben.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/fuldaodom7.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: block; float: none; margin-left: auto; margin-right: auto; border-width: 0px;\" title=\"fulda-o-dom-7\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/fuldaodom7_thumb.jpg\" border=\"0\" alt=\"fulda-o-dom-7\" width=\"225\" height=\"244\" \/><\/a> Der zweite F\u00fcrstabt Fuldas, Heinrich von Erthal stammte aus dem alten fr\u00e4nkischen Geschlecht derer von Erthal mit dem Stammsitz Untererthal, heute ein Stadtteil von Hammelburg. Er war erst Stiftsdekan und wurde 1249 zum F\u00fcrstabt von Fulda gew\u00e4hlt. Von 1252-1254 und dann wieder von 1258-1261 verwaltete er die Abtei Hersfeld mit. Er k\u00e4mpfte gegen das Raubrittertum und scheint auch sonst ziemlich streitbar gewesen zu sein. Mit dem Klostervogt, dem Grafen\u00a0 Berthold von Ziegenhain stritt er um die Vorherrschaft. In seine Amtszeit fallen der Bau oder die Erneuerung der Burg Biberstein und au\u00dferdem die Stadtbefestigungen von Br\u00fcckenau, Hammelburg und Herbstein. Wegen der Befestigung Hammelburgs war von seinem Vorg\u00e4nger eine Fehde zwischen Fulda und W\u00fcrzburg ausgetragen worden. 1259 verkaufte er die Stadt Hameln an Bischof Wittekind von Minden in der die Abtei ja seit dem ersten Abt beg\u00fctert war und in der Fulda im 12. und 13. Jahrhundert die Stadthoheit hatte. Nach dem Tod Heinrichs wurde Bertho II. von Leibolz zum Abt gew\u00e4hlt. Er war zwar klein von Gestalt, weswegen er auch \u201cFingerhut\u201d genannt wurde aber trotzdem sehr tatkr\u00e4ftig. Seine Abtszeit (1261-1271) f\u00e4llt in die Zeit des Interregnums (1245-1273) In dieser Zeit herrschte das Fehdewesen. Auch versuchten untergebene Ritter und Dienstleute mehr Unabh\u00e4ngigkeit vom Stift zu erreichen. Er verb\u00fcndete sich auch mit dem Landgrafen Heinrich von Th\u00fcringen gegen die Raubritter, die nicht einmal davor zur\u00fcckgeschreckt waren, Jakobspilger zu \u00fcberfallen und auszurauben. Er befestigte weitere St\u00e4dte im Umland von Fulda wie Breitenbach bei Hersfeld, Geisa in der th\u00fcringischen Rh\u00f6n und Lauterbach im Vogelsberg. Er eroberte und zerst\u00f6rte 15 Burgen seiner Gegner zwischen Rh\u00f6n und Vogelsberg. Am 18. M\u00e4rz 1271 aber wurde Bertho w\u00e4hrend der Messfeier niedergeschlagen und get\u00f6tet. Die M\u00f6rder<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/300pxErmordung_abt_berthoII_fulda.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: block; float: none; margin-left: auto; margin-right: auto; border-width: 0px;\" title=\"300px-Ermordung_abt_berthoII_fulda\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/300pxErmordung_abt_berthoII_fulda_thumb.png\" border=\"0\" alt=\"300px-Ermordung_abt_berthoII_fulda\" width=\"244\" height=\"179\" \/><\/a>\u00fcberlebten die Tat allerdings nicht lange. Sein Nachfolger Bertho III. von Mackenzell l\u00e4sst die M\u00f6rder aufsp\u00fcren. In der romanischen Wehrkirche von Kirchhasel werden sie erschlagen. Die beiden \u00fcberlebenden Br\u00fcder Heinrich und Albert von Ebersberg werden auf Anordnung Rudolf von Habsburgs 1274 in Frankfurt \u00f6ffentlich ger\u00e4dert. Ansonsten war der Abt wohl schwach und unt\u00e4tig. Der Mainzer Erzbischof Werner von Eppstein \u00fcbernimmt die Verwaltung der Abtei bis 1274. Nun wird Bertho IV. von Biembach (1274-1286) neuer F\u00fcrstabt. Vor seiner Wahl war er Stiftsdekan. Auch seine Amtszeit wird noch gepr\u00e4gt durch das Vorgehen gegen das Raubrittertum. Er zerst\u00f6rte 5 Burgen im hessisch-th\u00fcringischen Raum 1282 lag das Stift dann in Fehde mit dem Bistum W\u00fcrzburg. Es ging um das Grenzgebiet. Bei der Schlichtung einigte sich der Abt dann mit Bischof Berthold von W\u00fcrzburg (1274-1287) die Burg der Herren von Eberstein abzubrechen und die in Brand bei Hilders liegende Burg neu zu befestigen. Um die Finanzen des Klosters scheint es aber nicht besonders gut bestellt gewesen zu sein, denn am 5. November 1282 \u00fcbertrug aber Rudolf von Habsburg in Mainz \u201cauf dringendes Ansuchen von Abt und Konvent, sowie der Edeln, Ministerialen,Burgmannen und B\u00fcrger von Fulda f\u00fcr sechs Jahre die weltliche Verwaltung des ganz zerr\u00fctteten und verarmten Kloster Fulda und trifft Bestimmungen \u00fcber den Unterhalt des Abtes und der Br\u00fcder, \u00fcber die Kompetenz des Grafen Eberhard, Verh\u00fctung der Verschleuderung des Klostergutes und Herstellung der Klosterzucht. Abt und Kloster gelobten vor dem K\u00f6nig die Einhaltung dieser Bestimmungen. Als Zeugen traten auf Bischof Heinrich von Basel, die Grafen Gottfried von Sain, Johann von Sponheim, Burchard von Hohenberg und Heinrich von Weilnau. Graf Eberhard von Katzenellenbogen war seit 1275 im Dienste Rudolfs von Habsburg und eine wichtige St\u00fctze der Reichspolitik am Rhein.<\/p>\n<p>Er war Reichslandvogt am Rhein und in Oberschwaben. Er war erfolgreich bei der Reichsgutverwaltung und Wahrung und mit vielen k\u00f6niglichen Spezialmandaten ausgestattet, wie z. B. hier in Fulda.<\/p>\n<p>Auf Bertho IV. von Biembach folgte F\u00fcrstabt Markward II. von Bickenbach (1286-1288), wie Bertho vor seiner Wahl Stiftsdekan. Am Tag nach seiner Abtsweihe brennt die Stiftskirche ab. Die Reliquien der Heiligen Bonifatius und Sturmius konnten aber gerettet werden. Die Familie von Bickenbach war ein mitteldeutsches Rittergeschlecht mit Besitzungen im Odenwald und Steigerwald. Er zerst\u00f6rt die Burg Steinau und erwirbt die Burgen Fischberg und Neidhartshausen. 1288 stirbt er, angeblich durch Gift.<\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde Graf Heinrich V. von Weilnau. Seine Familie hatte sich aus der Familie von Diez abgespalten und war \u00fcberwiegend in der Wetterau beg\u00fctert.<\/p>\n<p>Er verstand sein Amt eher politisch. Er war Berater der K\u00f6nige Rudolf von Habsburg, Adolf von Nassau und Albrecht I. von \u00d6sterreichs sowie Heinrich VII: von Luxemburg. Er lie\u00df die unter Markward abgebrannte Stiftskirche wieder erbauen. Zwischen 1294 und 1312 lie\u00df er zwischen Stiftsgebiet und Stadt eine Abtsburg errichten und residierte au\u00dferhalb des Klosters. An der Stelle der alten Abtsburg steht heute das Stadtschlo\u00df. Er eroberte die Burgen Ebersberg, \u00dcrzell bei Steinau an der Stra\u00dfe, Poppenhausen und Geisa. Auch war er in Fehden verwickelt mit den Herren von Buchenau und Riedesel und auch dem Landgrafen von Hessen mit dem Bertho II. noch im Kampf gegen die Raubritter verb\u00fcndet war. 1293 beruft Heinrich ein Generalkapitel aller Benediktiner\u00e4bte nach Fulda ein.<\/p>\n<p>War die Zwangsverwaltung f\u00fcr Fulda schon ein deutlich sichtbares Zeichen des Niedergangs, so war es auch die Zahl der M\u00f6nche. 825 lebten 603 M\u00f6nche im Kloster, unter F\u00fcrstabt Heinrich waren es um 1300 gerade noch 58. Allerdings haben auch die Kl\u00f6ster Lorsch oder Reichenau eine \u00e4hnliche Entwicklung zu verzeichnen. Im 8. und 9. Jahrhundert sind es bl\u00fchende Kl\u00f6ster mit gro\u00dfen kulturellen Leistungen, ber\u00fchmten Namen und sie spielen im Reich eine gewichtige Rolle. Im 13. Jahrhundert k\u00e4mpfen sie buchst\u00e4blich ums \u00dcberleben.<\/p>\n<p>Nur drei Jahre regierte der vormalige kaiserliche Kaplan F\u00fcrstabt Eberhard von Rotenstein (1313-1315). Nach der Doppelwahl 1314 von Philipp des Sch\u00f6nen und Ludwig dem Bayern kam es zur milit\u00e4rischen Auseinandersetzung zwischen den beiden Kontrahenten um den K\u00f6nigsthron, die erst durch die Schlacht bei M\u00fchldorf 1322 beendet wurde. Der Fuldaer Abt stand auf Seiten Ludwigs.<\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde Heinrich VI. von Hohenberg (1313-1315). Er war vorher Propst in Holzkirchen. Das Benediktinerkloster Holzkirchen ist nach 748 auf Anregung von Papst Zacharias, den wir schon aus dem Zachariasprivileg kennen, von fr\u00e4nkischen Adligen gegr\u00fcndet worden. Schon 775 tradierte Karl der Gro\u00dfe das Kloster im Aalbachtal an die Reichsabtei Fulda. Was bei dem neuen F\u00fcrstabt ins Auge f\u00e4llt, ist sein enormer Kapitalhunger. Von seinem \u00fcbern\u00e4chsten Nachfolger wei\u00df man aber, wie kompliziert und vor allem teuer die Wahl zum Fuldaer F\u00fcrstabt war, so dass dies eigentlich nicht weiter verwunderlich ist. Vor 1320 l\u00e4sst Abt Heinrich innerhalb der Stadt eine zweite Abtsburg errichten. Dagegen begehrten die B\u00fcrger auf. Johann von Ziegenhain, der Hochvogt (von 1304-1344) der Reichsabtei wollte die gute Gelegenheit nutzen, um seine Vogteirechte auszuweiten. Er verb\u00fcndete sich mit den B\u00fcrgern. Beide Burgen wurden erst\u00fcrmt, die neue samt Turm und Mauern zerst\u00f6rt. Der Abt fl\u00fcchtete und erhob bei Kaiser Ludwig IV. Klage. Die Stadt Fulda und der Graf wurden mit der Reichacht belegt. Seine nun gest\u00e4rkte Macht als Stadtherr nutzte Abt Heinrich VI. die Stadtsteuern kr\u00e4ftig zu erh\u00f6hen und zwar von 100 Pfund aus 800 Pfund Heller und das f\u00fcr sieben Jahre. Als er 1330 schon wieder an der Steuerschraube drehte, und noch dazu\u00a0 reiche B\u00fcrger einkerkerte, die er nur gegen eine Kaution von 9500 Pfund Heller freilassen wollte, erhob sich die Stadt gegen ihn. Fuldaer Sch\u00f6ffen und B\u00fcrger schlossen einen Vertrag mit Graf Johann und \u00f6ffneten ihm die Stadttore. Abtsburgen, das Kloster und die Propstei wurden erst\u00fcrmt und gepl\u00fcndert. Aber die Ministerialen des Abtes konnten den Aufstand niederschlagen. Graf Johann entkam mit M\u00fche der Gefangenschaft. Erzbischof Balduin von Trier (um 1285-1354), der von 1326-1338 auch Administrator des Erzbistums Mainz war, vermittelte einen Frieden, der am 9. September 1331 in Kraft trat.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/170pxTrier_Balduinbrunnen_Balduin_von_Luxemburg.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: block; float: none; margin-left: auto; margin-right: auto; border-width: 0px;\" title=\"170px-Trier_Balduinbrunnen_Balduin_von_Luxemburg\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/170pxTrier_Balduinbrunnen_Balduin_von_Luxemburg_thumb.jpg\" border=\"0\" alt=\"170px-Trier_Balduinbrunnen_Balduin_von_Luxemburg\" width=\"174\" height=\"231\" \/><\/a>Stadt und Graf wurden wieder mit der Reichsacht belegt. Die B\u00fcrger mussten den Turm und die Ringmauer wieder herstellen. Die Stadt erhielt einen Rat und B\u00fcrgermeister unter Aufsicht eines f\u00fcrstlichen Schulthei\u00dfen. Das \u00e4lteste Stadtsiegel der\u00a0 Stadt Fulda, ein segnender Abt, stammt aus dem Jahre 1331. Johann musste alle Beute zur\u00fcckgeben und 1000 Pfund Heller S\u00fchne zahlen. Kaiser Ludwig erh\u00f6hte\u00a0 die Strafe auf 4000 Pfund, worauf sich Johann weigerte, die Strafe zu bezahlen. Abt Heinrich und der Landgraf Heinrich II. von Hessen, der zum Schirmherrn der Abtei bestimmt war, wandten sich an den Kaiser. Daraufhin wurden 2100 Pfund als S\u00fchnezahlung festgesetzt, die in Raten abgetragen werden konnten. Der Fuldaer Abt quittierte am 22. Februar 1419 die letzte Zahlung. Zwar war die Abtei hoch verschuldet, doch kaufte sie am 5. Mai 1344 von Johann alle verbliebenen Rechte aus der Schirmvogtei f\u00fcr 7100 Pfund Heller ab. 1346 wurde der Erhalt der vollen Kaufsumme best\u00e4tigt. Nur das erbliche fuldische Marschallamt war Johann verblieben. Das beinhaltete die Disziplinargerichtsbarkeit \u00fcber die fuldische Ritterschaft, den Vorsitz auf Landtagen und das Aufgebot des Lehnsadels und der Ministerialit\u00e4t. In den Folgejahren, n\u00e4mlich 1348, 1350 und 1364 w\u00fctete die Pest in Fulda. Die erste Pestwelle von 1347-1353 forderte europaweit gesch\u00e4tzte 25 Millionen Todesopfer.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/220pxSmallpox01.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: block; float: none; margin-left: auto; margin-right: auto; border-width: 0px;\" title=\"220px-Smallpox01\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/220pxSmallpox01_thumb.jpg\" border=\"0\" alt=\"220px-Smallpox01\" width=\"224\" height=\"169\" \/><\/a>Die Medizin war machtlos. Ein S\u00fcndenbock war mit den Juden schnell gefunden.<\/p>\n<p>In Fulda versteckten sich die Juden in drei H\u00e4usern. Sie hatten den Abt vergeblich um Hilfe gebeten. Die Juden werden gefunden und fast alle umgebracht. Die Zahl der Opfer wird auf 180 gesch\u00e4tzt. Es war das erste Pogrom in Hessen.<\/p>\n<p>Als Heinrich VI. 1353 stirbt, wird Heinrich VII. zum Abt gew\u00e4hlt. Er stammt aus niederem buchonischen Adel, wohl aus einem fuldischen Ministerialengeschlecht,<\/p>\n<p>das 1197 erstmals bezeugt ist. Er ist 1303 in Bad Salzungen geboren und war Propst des Frauenklosters Allendorf an der Werra. Er war der erste Abt, von dem bekannt ist, dass das W\u00e4hlergremium vor der Wahl eine Kapitulation aufstellte, deren Einhaltung der Gew\u00e4hlte f\u00fcr den Fall seiner Wahl beschw\u00f6ren musste. Nach seiner Wahl reiste der neue Abt an den p\u00e4pstlichen Hof nach Avignon um sich dort von Papst Innozenz VI. (Papst in Avignon von 1352-1362). Wahrscheinlich hat er sich da schon um Dispens von seinen Wahlverpflichtungen bem\u00fcht. Kaiser Karl IV. (1316-1378) erteilt ihm 1354 in Trier die Investitur und best\u00e4tigt die Fuldaer Rechte und Besitzungen aus der Urkunde Heinrichs II. vom 16. Dezember 1012. und Heinrichs VII. Im Folgejahr h\u00e4lt er sich l\u00e4ngere Zeit am Hofe Karls IV. in N\u00fcrnberg auf. In der Folgezeit kann er eine Reihe von Privilegien f\u00fcr sich und sein Kloster erlangen. das bedeutendste war am 1. Juni 1356 die Ernennung zum Erzkanzler der Kaiserin. Damit wird ein altes aber umstrittenes Recht und seit den salischen Kaisern nicht mehr ausge\u00fcbtes Privileg mit goldener Bulle in Prag best\u00e4tigt und neu verbrieft. Der Fuldaer Abt erhielt so das Recht, bei Hof und Reichstagen in Mainz unmittelbar zur Linken das Kaisers Platz nehmen zu d\u00fcrfen. Au\u00dferdem hatte er das Recht, der K\u00f6nigin bzw. Kaiserin bei allen festlichen Gelegenheiten, bei der sie in vollem Ornat erschien, die Krone zu halten aufzusetzen und abzusetzen. Das bedeutete f\u00fcr die Folgejahre K\u00f6nigsn\u00e4he und immer wieder Gunstbeweise f\u00fcr das Kloster, so am 24. Juli 1360, in N\u00fcrnberg als dem \u201cabt Heinrich von Fuld, sein und des reiches panier aufzuwerfen und darunter zu ziehen,wenn er r\u00e4uber und andere sch\u00e4dliche leute verfolgt\u201d erlaubt wird. Er war aber auch in zwei Fehden mit dem Landgrafen Heinrich II. und dessen Sohn Otto der Sch\u00fctz verwickelt, in der es um territoriale Anspr\u00fcche ging und die er verlor. Auch soll er an dem fr\u00fchen Ableben eben des Landgrafensohns Otto der Sch\u00fctz, der 1366 fr\u00fch in Spangenberg starb, nicht unbeteiligt gewesen sein. Auch soll er beim fr\u00fchen Tod des Magdeburger Domherrs Otto von Hessen, der 1357 mit 16 starb, Sohn des Landgrafenbruders Ludwigs und der in Magdeburg als Nachfolger seines Onkels Otto, des dortigen Erzbischof werden sollte, seine H\u00e4nde im Spiel gehabt haben.<\/p>\n<p>Gravierender wurden die Auseinandersetzungen mit dem Fuldaer Konvent.\u00a0 Denn Heinrich versuchte immer st\u00e4rker die Verpflichtungen seiner Wahlkapitulation auszuh\u00f6hlen. Vordergr\u00fcndig ging es um die Schuldenwirtschaft des Abtes in Wirklichkeit aber um die Absetzung des Abtes. 1366 wurde der Streit beigelegt, aber Heinrich musste sich einer Kommission unterwerfen, die \u00fcber die N\u00fctzlichkeit einer Unternehmung zu befinden hatte. Damit begann ein Prozess, in dessen Verlauf die Rechte des Fuldaer Abts gegen\u00fcber dem Konvent mehr und mehr beschnitten wurden. St\u00e4rkster Kontrahent war Konrad von Hanau, der seit 1353 M\u00f6nch und Priester im Kloster Fulda war und dann als Propst nach Holzkirchen ging. Heinrich VII. starb am 16. Februar 1372 und wurde in der Kirche des Klosters Frauenberg begraben.<\/p>\n<p>Konrad IV. von Hanau ist zwischen1325 und 1330 geboren. Er war der 5. Sohn des Grafen Ulrich II. von Hanau und der Agnes von Hohenlohe. Da in der Grafenfamilie die Erbfolge durch Primogenitur bestimmt wurde, war Konrad von vorneherein zur geistlichen Laufbahn bestimmt. 1343 ist er Klostersch\u00fcler in Fulda. Vor 1353 war er Kanoniker in\u00a0 der Johanneskirche vor den Mauern in Hildesheim. Diese Pfr\u00fcnde verlor er aber aufgrund von Exkommunikation am 16. Oktober 1353. Noch 1353 wurde er M\u00f6nch in Fulda und dann auch Priester. Er f\u00fchrte die Opposition gegen Abt Heinrich. Wohl nach der Beilegung des Streits wurde er Propst in Holzkirchen.<\/p>\n<p>Konrad hatte am linken Auge eine Sch\u00e4digung, was eine Wahl nach kanonischem Recht eigentlich nicht erm\u00f6glicht h\u00e4tte. Es wurde ihm aber Dispens erteilt. Zwei Kandidaten bewarben sich und zwar Konrad und Wilhelm von Magenheim. Am Ende machte Konrad das Rennen, wobei wohl die gr\u00f6\u00dfer Finanzkraft Konrads den Ausschlag gab. In diesem Zusammenhang liegen Schuldverschreibungen von 12.500 Gulden vor. Das sind nach heutiger W\u00e4hrung \u00fcber 500.000 \u20ac, und das f\u00fcr eine fast bankrotte Abtei! Papst Gregor XI. (Papst von 1370-1378 \u2013 er beendete die \u201cbabylonische Gefangenschaft der Kirche\u201d, indem er 1377 von Avignon nach Rom zur\u00fcckkehrte) ernannte ihn am 7. Februar 1373 zum F\u00fcrstabt von Fulda. Da er sich schon f\u00fcr die Wahl hochverschuldet hatte, versuchte er dies aus dem Reichsstift zu refinanzieren. Schon 1374 musste er die Burg Otzberg, die Stadt Hering und Teile der Stadt Umstadt an seinen Bruder verpf\u00e4nden. Trotzdem leisteter er sich zahlreiche Fehden mir Rittern der Umgebung. Gegen den Landgrafen f\u00fchrte er Krieg, den er verlor. Die fuldischen Landst\u00e4nde, zu denen die St\u00e4dte Fulda, Vacha, Geisa und Hammelburg, die Ritter und das Domkapitel geh\u00f6rten, opponierten gegen ihn. Das war insofern fatal, weil nur diese die Steuern bewilligen konnten. 1381 war die Lage so aussichtslos, dass er sich einer Zwangsverwaltung, die von den Landst\u00e4nden dominiert wurde, unterwerfen musste. 1383 wurde er ermordet. Nach denen einen Quellen wurde er erstochen, nach den anderen zwischen T\u00fcr und T\u00fcrrahmen zerquetscht. Erst 10 Jahre nach seinem Tod waren die unter seiner Regierung eingegangenen Verpflichtungen abgel\u00f6st. Auf Konrad folgte F\u00fcrstabt Friedrich von Romrod (1383-1395). 1395 tritt Johann von Merlau sein Amt an. Er war vorher wie einige seiner Vorg\u00e4nger Propst in Holzkirchen. Als erster Abt musste er die sogenannten \u201cAlten Statuten\u201d vom 1. September 1395 beschw\u00f6ren, eine Art Grundgesetz des F\u00fcrstentums. Ein Gro\u00dfbrand im Jahre 1398 nach einem Blitzschlag, bei dem die Ratgarbasilika teilweise zerst\u00f6rt wurde trieb den ohnehin schon hohen Schuldenstand weiter in die H\u00f6he und zwar von 300 000 Gulden auf 380 000. Dazuhin hatte er weiter Auseinandersetzungen mit Mitgliedern des fuldischen Ritterstands und geistlichen und weltlichen benachbarten Herren, wie zum Beispiel Bischof Johann II. von W\u00fcrzburg. Das f\u00fchrte dazu, dass er 1419 den vom Stiftskapitel und dem neuen Mainzer Erzbischof Konrad III. von Dhaun (1380-1434) Hermann II. von Buchenau als Koadjutor und Verweser akzeptieren. Er sollte die weltlichen Angelegenheiten des Stifts in die Hand nehmen. Abt Johann bestand weiter auf seinen Rechten. Dies f\u00fchrte innerhalb von kurzer Zeit zu schwerem Streit. 1420 wurde er auf Schloss Neustadt von Herrmann von Buchenau \u00fcberfallen und in das Dorf Ottershausen verschleppt. Zwar rief Abt Johann die beiden geistlichen Oberhirten der Abtei, den Mainzer Erzbischof Konrad und den W\u00fcrzburger Bischof Johann um Hilfe an. Aber diese halfen ihm nicht sondern setzten stattdessen Eberhard von Buchenau, einen Verwandten Hermanns, zum Oberamtmann des Hochstifts ein. 1425 vertrieb Hermann den F\u00fcrstabt ganz aus dem F\u00fcrstentum. Dieser verb\u00fcndete sich nun mit dem hessischen Landgrafen Ludwig I. Das Erzbistum Mainz lag seit 2 Jahrhunderten im Streit mit den Landgrafen um die territoriale Vorherrschaft in Hessen. Die fuldischen Streitigkeiten und eine auf der Grafschaft Waldeck anstehende Pfandsumme nahm Erzbischof Konrad zum Anlass, dem Landgrafen Ludwig I. den Krieg zu erkl\u00e4ren. Es kam 1427 zu zwei Schlachten, eine in der N\u00e4he von Fritzlar, dem befestigten Hauptort des Erzbistums. Diese entschied der Landgraf f\u00fcr sich. Bei Fulda hatte Konrad ein zweites Aufgebot versammelt. Aber Stadt und Abtei Fulda weigerten sich, die Mainzer einzulassen, da sich der Erzbischof wiederholt in ihre inneren Angelegenheiten eingemischt habe. Landgraf Ludwig marschierte am 3. August in Fulda ein, verjagte den Koadjutor und dem mainzisch-w\u00fcrzburgischen Oberamtmann und setzte Abt Johann von Merlau wieder ein. Eine Woche sp\u00e4ter kam es auf dem M\u00fcnstermaifeld westlich von Fulda noch einmal zur Schlacht. Auch hier behielt der Landgraf die Oberhand. Der Erzbischof konnte fliehen. 300 seiner Reiter gerieten in Gefangenschaft. Der Friede von Frankfurt, der am 8. Dezember 1427 in Frankfurt geschlossen wurde, besiegelte das Ende des Kampfes um die Vorherrschaft in Hessen. Johann von Merlau blieb nun bis 1440 Abt. Ihm folgte- Ironie der Geschichte- sein ehemaliger Gegenspieler Hermann von Buchenau, nun Abt bis 1449. Er reformierte das Finanzwesen indem auch Ministeriale zu Zahlungen herangezogen wurden.<\/p>\n<p>1499 wurde Ulrich von Hutten (1488-1523)von seinem Vater ins Kloster Fulda verf\u00fcgt, weil er sich aufgrund seiner k\u00f6rperlichen Konstitution nicht zum Ritter zu eignen schien. Deshalb sollte er M\u00f6nch werden. Er verl\u00e4sst die Schule 1505 und studiert zun\u00e4chst auf Stiftskosten an der Universit\u00e4t Erfurt, wo er sich dem dortigen Humanistenkreis anschloss.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/p206515FuldaDom.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: block; float: none; margin-left: auto; margin-right: auto; border-width: 0px;\" title=\"p206515-Fulda-Dom\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/p206515FuldaDom_thumb.jpg\" border=\"0\" alt=\"p206515-Fulda-Dom\" width=\"184\" height=\"244\" \/><\/a> Von 1513-1529 ist Hartmann II. Burggraf von Kirchberg F\u00fcrstabt. Er war seit 1507 Koadjutor seines Vorg\u00e4ngers und vorher Kanoniker in\u00a0 Mainz. Und er war Assessor beim Reichskammergericht, das bis 1527 seinen Sitz in Frankfurt hatte. Gleich zu Beginn seiner Amtszeit erreichte er die Vereinigung der Abteien Hersfeld und Fulda. Mir liegen zwar die Akten\u00a0 nicht vor. Aber man kann ein bisschen spekulieren. Die finanzielle Situation der Abtei Hersfeld war ebenfalls ziemlich desolat. Verschlimmert wurde die Situation durch einen Prozess, den die Abtei gegen die Stadt Hersfeld kurz vor 1513 verlor, was die Schulden der Abtei noch vergr\u00f6\u00dferte. Wenn man nun wei\u00df, dass Abt Hartmann vor seiner Regierungszeit Assessor am Reichskammergericht war, kann man unterstellen, dass er durchaus auch Beziehungen zur Abtei Hersfeld hatte. Der Hersfelder Abt Volpert Riedesel zu Bellersheim (1493-1513) resignierte zugunsten des Fuldaer Abtes. Im Gegenzug \u00fcbernahm der Hersfelder Abt die fuldische Propstei Andreasberg. Am 10.September1513 verk\u00fcndete Abt Hartmann auf Schloss Eichenau die Vereinigung.Allerdings widersetzte sich dem der sp\u00e4tere Hersfelder Abt Karto. Auch die Stadt Hersfeld, unterst\u00fctzt von der hessischen Landgr\u00e4fin Anna von Mecklenburg,deren Sohn Schirmvogt der Abtei war, verweigerte Abt Hartmann den Gehorsam. 1515 w\u00e4hlte der Hersfelder Konvent unter Vorsitz des hessischen Kanzlers Johann Feige den bisherigen auf Druck der Landgr\u00e4fin gew\u00e4hlten Verwalter der Abtei Ludwig von Hanstein zum Gegenabt. Die Situation war f\u00fcr Fulda nicht lange tragbar und schon 1516 verzichtete Abt Hermann auf Hersfeld.<\/p>\n<p>Von 1521 bis 1529 ist Johann III. Graf von Henneberg-Schleusingen regierender Koadjutor und von 1529-1541 F\u00fcrstabt\u00a0 In seine Regierungszeit f\u00e4llt der Bauernkrieg 1525, der Fulda schwer getroffen hat. Die Situation der Bauern um Fulda war durch die hohen Abgaben und Frondienste recht erb\u00e4rmlich. Hans Dolhobt , ein Uhrmacher, sammelte 10 000 Bauern um sich. Sie nahmen die Stadt Fulda ein. Die Kl\u00f6ster auf dem Petersberg und Frauenberg gingen in Flammen auf. Das Reichstift und die Nebenkl\u00f6ster wurden gepl\u00fcndert. Am 3. Mai r\u00fcckte Landgraf Philipp mit einem starken Heer an. Die Stadt wurde gebrandschatzt und musste die Kriegskosten bezahlen.<\/p>\n<p>Philipp Schenk zu Schweinsberg (1541-1550 war F\u00fcrstabt w\u00e4hrend des Schmalkaldischen Krieges (1546-1547). Da\u00a0 der Krieg aber auf zwei Hauptschaupl\u00e4tzen, n\u00e4mlich im Donaufeldzug, der zwischen Juni und November 1546 und s\u00e4chsischen Feldzug November 1546-bis April 1547 stattfand,ausgetragen wurde,\u00a0 kam Fulda abgesehen von Truppendurchz\u00fcgen glimpflich davon.<\/p>\n<p>Der 2. Markgrafenkrieg entwickelte sich aus dem F\u00fcrstenaufstand von 1552 heraus weiter Markgraf Albrecht Alcibiades von Brandenburg \u2013Kulmbach bem\u00fchte sich um die Vorherrschaft in Franken. Er bek\u00e4mpfte den Katholizismus und ging dabei vor allem gegen die Hochstifte vor. Pl\u00fcnderung und Brandschatzung machten das f\u00fcr ihn auch lukrativ. Im Rahmen dieser Aktionen wurde auch Fulda 1552 von einem Heer unter Herzog Christian von Oldenburg gepl\u00fcndert. Der Kirchenschatz war nach Schweinfurt verbracht worden. Im Mai 1552 konnte Albrecht Alcibiades die Reichsstadt Schweinfurt besetzen und bis zum Ende des Krieges als wichtigen St\u00fctzpunkt halten. Bei der Besetzung fiel ihm der Fuldaer Kirchenschatz in die H\u00e4nde. Er \u00fcberspannte allerdings den Bogen und seine Nachbarn schlossen sich im Fr\u00e4nkischen Bund zusammen. 1553 standen Truppen aus Braunschweig und Sachsen vor Schweinfurt. Ein bundesst\u00e4ndisches Heer besiegte Albrecht Alcibiades in der Schlacht bei Sievershausen.<\/p>\n<p>1558-1567 regierte F\u00fcrstabt Wolfgang II. Schutzbar genannt Milchling. Die Schutzbars sind ein altes hessisches Adelsgeschlecht, die seit 1532 der althessischen Ritterschaft angeh\u00f6rten. Ihr Stammsitz ist das Schloss Burgmilchling bei Treis an der Lumde. Es gab mehrere Linien. Die sogenannte Friedrich\u2019sche Linie entwickelte sich in Hessen und Westfranken weiter. Sie stellte mehrere Domkapitulare in W\u00fcrzburg und eben den F\u00fcrstabt Wolfgang von Fulda. Bedeutend war vor allem der gleichnamige Wolfgang Schutzbar, der bis 1543 Landkomtur des Deutschen Ordens f\u00fcr die Ballei Hessen in Marburg war. Dort hatte er vor allem mit dem protestantischen Landesherren Landgraf Philipp zu tun, wurde aus Hessen vertrieben aber ab 1543 zum Hochmeister des Deutschen Ordens in Mergentheim gew\u00e4hlt. Das war er bis 1566. 1544 wurde er von Kaiser Karl V. mit Preu\u00dfen belehnt.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/Dernbach_Ba_2001.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: block; float: none; margin-left: auto; margin-right: auto; border-width: 0px;\" title=\"Dernbach_Ba_2001\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/Dernbach_Ba_2001_thumb.jpg\" border=\"0\" alt=\"Dernbach_Ba_2001\" width=\"225\" height=\"244\" \/><\/a>Balthasar von Dernbach genannt Graul wurde 1548 in Wiesenfeld geboren und evangelisch-lutherisch getauft. Sein Vater war strenger Lutheraner und treuer Gefolgsmann des hessischen Landgrafen Philipp des Gro\u00dfm\u00fctigen. Er k\u00e4mpfte auch im Schmalkaldischen Krieg mit. Sein Vater starb 1560, da war Balthasar knapp 12. Seine Mutter gab den Jungen zur weiteren Ausbildung und Erziehung an ihren Bruder, den Abt Wilhelm Hartmann Klauer von und zu Wohra ins Stiftkapitel nach Fulda. Er ist also von der Mutter getrennt und wird nun streng katholisch erzogen.<\/p>\n<p>Mit 18, am 9. M\u00e4rz 1566 wird er in W\u00fcrzburg zum Priester geweiht. Bereits 1570, also mit 22 wird er zum Nachfolger seines Onkels zum F\u00fcrstabt gew\u00e4hlt. Best\u00e4tigt wird die Wahl von Papst Pius V. (1504-1572). Er beginnt sofort mit der Gegenreformation. 1571 berief er die Jesuiten nach Fulda. Ein Gymnasium (1572) und ein p\u00e4pstliches Kolleg (1584) wurden eingerichtet. Er ging rigoros gegen Andersgl\u00e4ubige vor. Wer nicht zum alten Glauben zur\u00fcckkehren wollte, musste das Gebiet des Reichstifts verlassen. Sein schroffes Vorgehen gegen den evangelischen Glauben f\u00fchrt zu erbittertem Widerstand des Stiftskapitels, des Magistrats und der Ritterschaft. Am 23.6.1576 war er in Hammelburg, wo bisher die Wiederherstellung des katholischen Glaubens nicht gegl\u00fcckt war. Er wurde von der stark ger\u00fcsteten Ritterschaft und dem Kapitel \u00fcberrumpelt. Auf Druck der Rh\u00f6ner Ritterschaft, des Bischofs von W\u00fcrzburg und des Kapitels musste er abdanken. Er floh zum Bischof nach Mainz. Sobald er au\u00dfer Landes war, widerrief er. Der Erzbischof von W\u00fcrzburg Julius Echter von Mespelbrunn (1545-1617) wurde zum Administrator des Stifts gew\u00e4hlt mit der Vereinbarung, den Ritterst\u00e4nden Religionsfreiheit zu gew\u00e4hren.Von Mainz aus rief Balthasar Papst und Kaiser um Hilfe. Papst Gregor XIII. (Papst von 1572-1585) drohte mit dem Kirchenbann, falls W\u00fcrzburg Fulda nicht wieder herausgegeben w\u00fcrde und Kaiser Maximilian II. hatte das Geschehene schon f\u00fcr null und nichtig erkl\u00e4rt. Da verstarb er, vor eine Entscheidung gefallen war. Sein Nachfolger Rudolf II. lie\u00df aber den angefangene Prozess beim Reichshofrat anlaufen. Aber er erteilte 1577 Bischof Julius Echter den Befehl, die Stellung in Fulda aufzugeben. Er legte das Stift unter Sequester, d.h. es war unter Zwangsverwaltung solange der Rechtsstreit anh\u00e4ngig war und das dauerte knapp 26 Jahre! Im Jahre 1579 aber wurde ihm Schloss und Herrschaft Bieberstein einger\u00e4umt und er erhielt vom Stift ein angemessenes Jahresgehalt. Bis 1581 wurde Heinrich von Bobenhausen, gleichzeitig Hochmeister des deutschen Ordens,\u00a0 vom Kaiser zum Administrator bestellt. 1581 folgte ihm Erzherzog Maximilian von \u00d6sterreich, der Bruder Kaiser Rudolf II. Er war seit 1585 Koadjutor des Deutschen Ordens und ab 1590 (bis 1618) dessen Hochmeisters. Abt Balthasar konnte von Bieberstein aus durchaus Einfluss auf die Regierung des Stiftes nehmen und da beide Administratoren auch \u00fcberzeugte Anh\u00e4nger der Gegenreformation waren, liefen die Dinge im Stift durchaus im Sinne Balthasars. Am 7. August 1602 erging schlie\u00dflich das Schlussurteil am kaiserlichen Hof. Der F\u00fcrstabt wurde ohne jeglichen Vorbehalt wieder in seine Rechte eingesetzt. Der W\u00fcrzburger Bischof, die stiftsfuldische Ritterschaft und die Stadt Fulda erhielten in der Sache Unrecht. Sie wurden zu betr\u00e4chtlichen Geldstrafen beziehungsweise Entsch\u00e4digungen verurteilt. F\u00fcrstabt Balthasar lie\u00df sich am 23. Dezember 1602 neu huldigen. Diese Vorg\u00e4nge um Abt Baltasar sind auch als \u201cFuldaischer Handel\u201d in die Geschichte eingegangen. Allzu lange konnte sich der rehabilitierte Abt nicht \u00fcber seinen Sieg freuen. Schon am 15. M\u00e4rz 1606 verstarb er in Fulda. In den letzten drei Jahren seiner Amtszeit hatte er eine harte Rekatholisierungspolitik betrieben.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem erlebte die Hexenverfolgung einen traurigen H\u00f6hepunkt. Ihr fielen rund 300 Frauen und auch M\u00e4nner zum Opfer. Unter Abt Balthasar war Balthasar Nuss von 1602 ab Zentgraf und \u201cMalefizmeister\u201d der Stadt Fulda. Er war ein enger Vertrauter des Abtes.\u00a0 Nuss war in der ersten Amtsperiode des Abtes von diesem zum Oberholzf\u00f6rster ernannt worden. Bei der Absetzung des Abtes in Hammelburg war er wohl zugegen. Aber verhalf Balthasar dann zur Flucht ins Mainzische.Danach teilte er drei Jahre sein Schicksal als Fl\u00fcchtling. Als dem vertriebenen F\u00fcrstabt dann Schloss Bieberstein als Wohnung und zur Nutzung zur Verf\u00fcgung gestellt worden war, bestellt er Nuss zum Oberf\u00f6rster der umgebenden W\u00e4lder. 1591 konnte er f\u00fcr ihn die Anstellung zum Zentgrafen von hofbieber erreichen. Nach seiner Restitution ersetzte\u00a0 er aus heute nicht mehr ersichtlichen gr\u00fcnden sehr schnell den katholischen Zentgrafen und peinlichen Richter Konrad Landau in Fulda durch Balthasar Nuss. Im Kreise des F\u00fcrstabts kam diese Berufung nicht gut an, da Nuss einen sehr schlechten Ruf hatte. Der Nachfolger F\u00fcrstabt Balthasars Johann Friedrich von Schwalbach (1606-1622) setzte den Hexenprozessen ein Ende und lie\u00df Balthasar Nass wegen Beschwerden aus der Bev\u00f6lkerung verhaften, nicht wegen der Hexenprozesse. Der Vorwurf waren Bestechlichkeit, Unterschlagung und offenkundige unrechtm\u00e4\u00dfige Bereicherung. Am Ende des Prozesses stand fast immer die Hinrichtung, Beschlagnahmung des Verm\u00f6gens. Die Angeh\u00f6rigen hatten die Prozesskosten zu tragen. Nass war 16 Jahre inhaftiert und wurde aufgrund eines Gutachtens der Juristischen Fakult\u00e4t der Universit\u00e4t Ingolstadt im Dezember 1618 hingerichtet.<\/p>\n<p>F\u00fcrstabt Johann Friedrich konnte auch auf einem anderen Gebiet Erfolge vorweisen. Die Streitigkeiten mit dem fuldischen Adel gingen ja auch nach Der Wiedereinsetzung des Abtes Balthasar weiter.\u00a0 Johann Friedrich erzielte 1607 einen Vergleich mit dem fuldischen Adel. Er schrieb die rechtliche Stellung als fuldischen Landstands fest, gestand ihnen aber in ihren Gebieten das \u201cjus reformandi\u201d, also das Reformationsrecht und alle damit verbunden Rechte zu.<\/p>\n<p>Von 1607 bis 1612 wurde auch das Abtschloss im Renaissancestil umgebaut. In die letzten Amtsjahre Johann Friedrichs f\u00e4llt bereits der 30-j\u00e4hrige Krieg.Nachdem es in den ersten 4 Kriegsjahren um Fulda herum ruhig geblieben war, zog Herzog Christian von Braunschweig, auch der tolle Christian oder Halberst\u00e4dter genannt, mit seinem Heer durch den Vogelsberg. Innerhalb k\u00fcrzester Zeit waren er und seine Soldateska gef\u00fcrchtet. Pl\u00fcnderung, niedergebrannte D\u00f6rfer, ausgeraubte St\u00e4dte bezeichneten seinen Weg. Oft legte er St\u00e4dten und Stiften auch Kontributionen auf, damit diese der Pl\u00fcnderung entgingen, so in Fulda wo er 160.000 Taler forderte und die Umgebung pl\u00fcnderte.Dann hatte Fulda wieder eine Atempause. F\u00fcr den verstorbenen Abt r\u00fcckte nun Johann Bernhard Schenk zu Schweinsberg nach (1622-1632), der aus einem alten hessichen Adelsgeschlecht stammt.<\/p>\n<p>1630 griff K\u00f6nig Gustav von Adolf in den Krieg ein. Er landete am 4. Juli 1930 auf Usedom und in der Schlacht bei Breitenfeld und am 17. September 1630 schlug er die kaiserlichen Truppen unter Tilly vernichtend. Der Weg nach S\u00fcddeutschland war nun frei f\u00fcr ihn.Der Fuldaer Kirchenschatz und das Stiftsarchiv werden nach K\u00f6ln gebracht.1631 dringen hessische Truppen unter Oberst Albert von Uslar in die Stadt ein und beschlagnahmten alles \u201cwas nicht niet-und nagelfest \u201c war. Unter anderem wurde die Stiftskirche ausger\u00e4umt. Aber auch Religionsfreiheit wurde zugesichert. Gustav Adolf \u00fcbergibt die Stifte Hersfeld, Paderborn und Fulda als verbriefte Schenkung dem Landgrafen Wilhelm V. von Hessen-Kassel. Als F\u00fcrst von Buchen \u00dcbte er bis 1635 seine Herrschaft in Fulda aus. Die M\u00f6nche flohen und Abt Johann Bernhard schloss sich mit seiner Truppe dem kaiserlichen Heer an. Er kam dann 1632 bei der Schlacht bei L\u00fctzen ums Leben.Nach der Schlacht bei N\u00f6rdlingen am 6. September 1634 erobern die kaiserlichen Truppen auch Fulda zur\u00fcck. Der Abt Johann Adolf von Hoheneck (1633-1635), der sich bisher in K\u00f6ln aufgehalten hat, kann nach Fulda zur\u00fcckkehren<\/p>\n<p>Am 30. Mai 1635 wurde zwischen dem Kaiser und der katholischen Liga auf der einen Seite und Kursachsen auf der anderen Seite in Prag Frieden geschlossen. Damit war der Krieg zwischen dem Kaiser und den Reichsst\u00e4nden beendet. Wichtig war das Stichdatum 12. November 1627. Alle weltlichen G\u00fcter wurden nach diesem Jahr restituiert.<\/p>\n<p>1635-1644 ist Hermann Georg von Neuhoff genannt Ley F\u00fcrstabt. Er stirbt 1644<\/p>\n<p>auf Schloss Neuhof, das ja eng mit den Fuldaer \u00c4bten verbunden ist, da zu der Zeit Fulda nochmals von hessischen Truppen besetzt ist.Am Tag nach dem Tod des Abts wird in Schloss Neuhof Joachim Graf von Gravenegg (1644-1671) Als Nachfolger gew\u00e4hlt. Er war vorher Propst in holzkirchen und Petersberg. In seiner Amtszeit endet der 30-j\u00e4hrige Krieg. Er l\u00e4sst die zahllosen Kriegssch\u00e4den beheben. Die 1647 errichtete Mariens\u00e4ule wird 1651 als Friedens-und Pests\u00e4ule zum Frauenberg versetzt. Er baute das Kloster um, das heutige Priesterseminar. 1657 berief er Franziskaner auf den Volkersberg bei Bad Br\u00fcckenau. Er schenkte ihnen ein Kreuzpartikel. Die Wallfahrt auf dem Volkersberg begann wieder zu florieren.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/439pxBernhard_Gustav_von_BadenDurlach.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: block; float: none; margin-left: auto; margin-right: auto; border: 0px;\" title=\"439px-Bernhard_Gustav_von_Baden-Durlach\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/439pxBernhard_Gustav_von_BadenDurlach_thumb.jpg\" border=\"0\" alt=\"439px-Bernhard_Gustav_von_Baden-Durlach\" width=\"180\" height=\"244\" \/><\/a><\/p>\n<p>Auf F\u00fcrstabt Joachim folgte Kardinal Bernhard Gustav von Baden (1671- 1677). Am 24. Dezember 1631 als Gustav Adolph als einziger Sohn aus der zweiten Ehe des Markgrafen Friedrich V. von Baden und der Eleonore von Solms-Laubach geboren. Er wurde evangelisch erzogen und wurde rasch Soldat. Er k\u00e4mpfte mit den Venetianern gegen die T\u00fcrken und 1655 mit den Schweden gegen Polen. 1656 war er Oberst der schwedischen Leibgarde und 1659 Befehlshaber der Reiterei. 1664 ernannte ihn der Reichstag zum Generalwachtmeister. Er k\u00e4mpfte gegen die Osmanen, wurde schwer verwundet und beendete seine Kriegerlaufbahn. Er konvertierte 1660 und bekannte sich 1663 in Rom \u00f6ffentlich zur katholischen Kirche. 1665 trat er in das Benediktinerkloster Rheinau ein und nannte sich nun Bernhard Gustav. 1667 ging er nach Fulda. Sein Aufstieg ging jetzt rasch vonstatten. Er wurde Kanoniker in K\u00f6ln, Stra\u00dfburg, L\u00fcttich und Passau. F\u00fcrstabt Joachim ernannte ihn am 16. M\u00e4rz 1668 auf Empfehlung des Kaisers zu seinem Koadjutor. Mit seinem Stiefbruder Friedrich schloss er nun einen Erbvertrag ab und behielt sich die Erbfolge nur f\u00fcr den Fall des Aussterbens beider badischer Linien vor. Am 22. Juni 1669 wurde er auch f\u00fcr das Reichsstift Kempten zum Koadjutor bestimmt. Dort sanierte er den v\u00f6llig zerr\u00fctteten Haus halt des Kemptner Stifts. Dann wurde er Propst in Holzkirchen. 1671 besteigt er den Fuldaer Abtsstuhl. Er befahl den Juden im Gebiet der F\u00fcrstabtei innerhalb eines Vierteljahres das Land zu verlassen. Papst Klemens X. ernannte ihn 1671 zum Kardinal.1672 gab er gegen eine Geldzahlung seinen Anspruch auf alle badischen Gebiete auf. 1672 wurde er auch zum Administrator der Abtei Siegburg bestimmt. Als F\u00fcrstabt Roman 1673 in Kempten starb, wurde er auch dort F\u00fcrstabt, war aber die meiste Zeit in Fulda. 1776 nahm er am Konklave in Rom teil, bei dem Innozenz XI. (Papst von 1676-1689). Auf der R\u00fcckreise von Rom starb er am 26. Dezember 1677 in Hammelburg. Er ist in Fulda bestattet.<\/p>\n<p>Nach dem Tode F\u00fcrstabts Bernhard Gustav wurde Placidus von Droste zu seinem Nachfolger gew\u00e4hlt. Er stammt aus dem westf\u00e4lischen Uradelsgeschlecht derer von Droste zu Erwitte. 1671 war er Propst in Zella im heutigen Wartburgkreis. Dort lie\u00df er das Propsteigeb\u00e4ude wieder aufbauen. Vor seiner Wahl zum Fuldaer Abt war er Propst in Holzkirchen, eine Stufe auf der Karriereleiter vieler Fuldaer \u00c4bte. Kaiser Leopold (1658-1705) best\u00e4tigte dem neuen Abt die Regalien und Privilegien des Stiftes Fulda. Anders als sein Vorg\u00e4nger hatte er \u201cnur\u201d das Amt des F\u00fcrstabts zu Fulda. Darauf konnte er sich konzentrieren und dieses hatte er, wie es scheint, gewissenhaft getan. Er baute die Schuldenlast Fuldas ab, konnte zahllose verpf\u00e4ndete Gebiete wieder einl\u00f6sen. Er sanierte die Finanzen des Stifts, und beschr\u00e4nkte die Ausgaben der Hofhaltung und Landesverwaltung. Seinem<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/Frstabt_Placidus_von_Droste_1688.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: block; float: none; margin-left: auto; margin-right: auto; border: 0px;\" title=\"F\u00fcrstabt_Placidus_von_Droste_1688\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/Frstabt_Placidus_von_Droste_1688_thumb.jpg\" border=\"0\" alt=\"F\u00fcrstabt_Placidus_von_Droste_1688\" width=\"183\" height=\"244\" \/><\/a>Nachfolger Adalbert I. von Schleufras (1700-1714) hinterlie\u00df er ca. 600.000 Gulden. Damit konnte dieser Fulda zur Barockstadt umbauen lassen. Er ernannte Johann Dientzenhofer (1663-1705) zum Stiftsbaumeister F\u00fcr Fulda erbaute er den Dom, das Fuldaer Stadtschloss, das Schloss Bieberstein, das Schloss in Geisa, f\u00fcr den F\u00fcrstbischof von Bamberg das Schloss Wei\u00dfenstein bei Pommersfelden und Reichmannsdorf, in Holzkirchen das Klostergeb\u00e4ude und Kloster Banz und viele andere. Adalbert war 1700 zum neuen Abt gew\u00e4hlt worden. Vorher war er Propst in Blankenau und Neuenberg. Kaiser Leopold best\u00e4tigte ihm 1702 die Regalien und Privilegien des Stiftes Fulda. Ihm folgte Abt Konstantin von Buttlar (1714- 1726.) 1716 kaufte er dem Mainzer Kurf\u00fcrstbischof Lothar Franz von Sch\u00f6nborn das Schloss Johannisberg im Rheingau ab, heute noch eine illustre Adresse, wenn es um Wein geht, l\u00e4sst das Geb\u00e4ude abreisen und dort ein dreifl\u00fcgeliges Schlossgeb\u00e4ude mit gro\u00dfem Kellergeb\u00e4ude als Sommerresidenz errichten. In seiner Regierungszeit wurde auch die Orangerie am Rande des Schlossgartens erbaut.<\/p>\n<p>Adalberts Nachfolger wurde Adolf von Dalberg (1726-1737). Was F\u00fcrstabt Adalbert f\u00fcr das barocke Fulda war, wurde Adolf nun auf dem Bildungssektor. Adolf von Dalberg stammt aus der Herrnsheimer Linie derer von\u00a0 Dalberg, einem alten mittelrheinischen Adelsgeschlecht, das als K\u00e4mmerer der Bisch\u00f6fe von Worms Bedeutung gewann. Sie stellte Bisch\u00f6fe in Mainz und Regensburg und eben den Fuldaer F\u00fcrstabt. 1734 gr\u00fcndete er die Fuldaer Universit\u00e4t, die \u201cAlma Mater Adolphiana\u201d Sie hatte vier Fakult\u00e4ten, n\u00e4mlich katholische Theologie, Philosophie Medizin und Rechtswissenschaften. 1733 hatte er schon die Maria Ward Schwestern, also das Institut der Englischen Fr\u00e4ulein nach Fulda berufen und so einen wichtigen Beitrag f\u00fcr die M\u00e4dchen-und Frauenbildung geleistet. Kaiser Karl VI best\u00e4tige die Stiftung der Universit\u00e4t und verleiht ihr Privilegien. Auch Papst Clemens XII. sicherte der Universit\u00e4t in seiner Bulle vom 1.7. 1732 Privilegien zu.<\/p>\n<p>Abt Adolf lie\u00df sich mit dem Schloss Fasanerie-Adolphseck eine Sommerresidenz erbauen, die sein Nachfolger weiter ausbaute. Auch im sozialen Bereich wirkte Adolf. Er begr\u00fcndete das Heiliggeisthospital von 1729-1733 neu. Auf Adolf folgt Amand von Buseck. Abt von 1737 bis 1752, dann F\u00fcrtsbischof bis 1756)<\/p>\n<p>1700 ist er Page des Abts Adalbert von Schleufras 1704 tritt er in das Stift Fulda ein. 1708\/9 wird er in Erfurt zum Priester geweiht. 1724 wird er zum Dekan des Stifts Fulda und damit auch zum Propst von Neuenberg gew\u00e4hlt. Papst Benedikt XII. ernennt ihn 1728 zum Titularbischof von Themiscyra und Weibischof von Fulda.<\/p>\n<p>1736 wird er Rector Magnificus der Universit\u00e4t Fulda und 1737 wird er zum F\u00fcrstabt gew\u00e4hlt. Am 5. Oktober 1752 erhebt Benedikt XIV. die Abtei in den Rang eines Bistums. Dem ersten F\u00fcrstbischof folgten noch drei weitere, n\u00e4mlich Adalbert von Walderdorff, Heinrich von Bibra und Adalbert III. von Harstall.<\/p>\n<p>Heinrich von Bibra (1759-1786) \u00fcbernahm sein Amt in den Wirren des Siebenj\u00e4hrigen Kriegs (1756-1763) Er musste Fulda oft verlassen. Die Stadt hatte unter den truppendurchz\u00fcgen zu leiden. Unter Adalbert von Harstall (1789-1814, F\u00fcrstbischof bis 1802) schlie\u00dflich erklang der Schlussakkord. 1802 wurde durch den Reichsdeputationshauptschluss das geistliche F\u00fcrstentum mit seinen Kl\u00f6stern aufgel\u00f6st. Die fuldischen Besitzungen gingen an Friedrich-Wilhelm von Oranien-Nassau. 1806 annektierte Napoleon die Provinz Fulda.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/220pxCatedral_de_Fulda.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: block; float: none; margin-left: auto; margin-right: auto; border: 0px;\" title=\"220px-Catedral_de_Fulda\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/220pxCatedral_de_Fulda_thumb.jpg\" border=\"0\" alt=\"220px-Catedral_de_Fulda\" width=\"224\" height=\"162\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Abtei Fulda ist ohne Bonifatius nicht denkbar. Er hat sie zwar nicht selbst gegr\u00fcndet. Doch geschah das auf seine Weisung hin. Er hatte Sturmi, den sp\u00e4teren ersten Fuldaer Abt nach Fulda geschickt, um dort ein Kloster zu gr\u00fcnden. Deswegen erst ein kurzer Blick auf Bonifatius. Dieser wurde um 672\/673 sp\u00e4testens 675 in Crediton nahe [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[20],"tags":[],"class_list":["post-1562","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kloster-in-hessen"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1562","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1562"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1562\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1563,"href":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1562\/revisions\/1563"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1562"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1562"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1562"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}