{"id":1521,"date":"2011-04-22T10:24:16","date_gmt":"2011-04-22T10:24:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=1521"},"modified":"2011-04-25T19:14:28","modified_gmt":"2011-04-25T19:14:28","slug":"lazarus-von-schwendi","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=1521","title":{"rendered":"Lazarus von Schwendi"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/220pxSiebmacher115Schwendi.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: block; float: none; margin-left: auto; margin-right: auto; border-width: 0px;\" title=\"220px-Siebmacher115-Schwendi\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/220pxSiebmacher115Schwendi_thumb.jpg\" border=\"0\" alt=\"220px-Siebmacher115-Schwendi\" width=\"185\" height=\"244\" \/><\/a> Die Herren von Schwendi werden in einer Urkunde des Klosters Ochsenhausen 1128 zum ersten Mal erw\u00e4hnt. Es war eine niederadlige Familie, die aufgrund ihrer Besitzungen dem Ritterkanton Donau angeh\u00f6rte. Schwendi war damals vorder\u00f6sterreichisch. 1228 wird ein Heinrich von Schwendi als Teilnehmer am Kreuzzug Friedrichs II. genannt. In Schwendi wird 1406 eine Burg erw\u00e4hnt, die nach 1406 zerst\u00f6rt wurde. Die Reste wurden um 1561 in der Kirche verbaut.<\/p>\n<p>1406 verkaufte Wilhelm von Schwendi drei Viertel der Herrschaft an das Ulmer Spital. 1475 kauften die Herren von Schwendi die Herrschaft wieder zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Mitglieder der Familie von Schwendi nahmen 1523 am sogenannten fr\u00e4nkischen Krieg teil. Das ist die Strafaktion des Schw\u00e4bischen Bundes im Juni und Juli 1523 gegen fr\u00e4nkische Burgen. Die Stadt N\u00fcrnberg hatte den Schw\u00e4bischen Bund um Hilfe gerufen, da ihre Kaufleute immer wieder Ziel fr\u00e4nkischer Raubritter, vor allem des Hans Thomas von Absberg, waren. Man kann aber durchaus auch einen Zusammenhang zu dem Reichsritteraufstands des Franz von Sickingen 1522 sehen. Dieser war nach der Trierer Fehde auf seiner Burg Nanstein bei Landstuhl belagert worden. Am 7. Mai 1523 starb er an den Folgen einer Verletzung, die er bei der Beschie\u00dfung erlitten hatte. An den Beteiligten des Aufstands wurde eine Exempel statuiert. Zahlreiche ritterschaftliche Familien gingen ihrer Besitzungen verlustig oder mussten zu\u00a0 mindestens Einbu\u00dfen an ihrer Selbstverwaltung hinnehmen.<\/p>\n<p>Bei der \u201cAbconterfeyung 1523\u201d des Kriegsberichterstatters Hans Wandereisen zum fr\u00e4nkischen Krieg wird ein Marquart von Schwendi, ein Philips von Schwendi und ein N. Schwendi erw\u00e4hnt.<\/p>\n<p>Bekanntester Vertreter derer von Schwendi, der den Namen Schwendi weit \u00fcber Oberschwaben hinaustrug, war Lazarus von Schwendi. Er wurde 1522 in Mittelbiberach geboren. Sein Vater Rutland von Schwendi war der j\u00fcngere von zwei Br\u00fcdern. Die Magd seines Vaters,\u00a0 Apollonia Wencken war seine Mutter. Kaiser Karl V. legitimierte Lazarus 1524.Schon im selben Jahr starb der Vater. Testamentarisch hatte er den B\u00fcrgermeister und den Rat der Stadt Memmingen zu den Vorm\u00fcndern seines Kindes und zum Verwalter seines nicht unbetr\u00e4chtlichen Verm\u00f6gens bestimmt. Allzu viel Freude hatten die Stadtv\u00e4ter nicht mit ihrem adligen Pflegesohn. Der Rat schickte ihn mit 13 Jahren an die Universit\u00e4t von Basel. Dort lehrte Oeokolampadius, der mit Erasmus von Rotterdam das Neue Testament edierte. Au\u00dferdem war zu der Zeit Simon Gryn\u00e4us an der Basler Universit\u00e4t.\u00a0 Man darf unterstellen, dass diese hochger\u00fchmten Humanisten und sp\u00e4teren Reformatoren nicht ohne Einfluss auf die geistige Entwicklung des jungen Lazarus waren. Gryn\u00e4us war in Pforzheim Mitsch\u00fcler von Philipp Melanchthon und reformierte sp\u00e4ter im Auftrag Herzog Ulrichs von W\u00fcrttemberg zusammen mit Ambrosius Blarer die Universit\u00e4t T\u00fcbingen. Oekolampadius f\u00fchrte die Gespr\u00e4che gegen Luthers Gegner Johannes Eck und nahm sp\u00e4ter an der Seite Zwinglis an den Marburger Religionsgespr\u00e4chen teil.<\/p>\n<p>In Basel studierte der junge Lazarus 1536\/37 an der Artistenfakult\u00e4t. Das war normalerweise das Vorstudium. Das Curriculum bestand aus den sieben freien K\u00fcnsten. Erst danach entschied sich der Student, ob er Jura, Theologie oder Medizin studierte. In Basel hatte Lazarus eine gr\u00fcndliche humanistische Bildung erhalten. 1538 ging er an die Universit\u00e4t von Stra\u00dfburg, auch das eine Hochburg von Humanismus und Reformation. Dort studierte er Jura. Au\u00dferdem unternahm er Reisen nach Frankreich und lernte so Franz\u00f6sisch. Im Alter von 28 Jahren kehrte er<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/220pxCustos_Lazarus_von_Schwendi.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: block; float: none; margin-left: auto; margin-right: auto; border-width: 0px;\" title=\"220px-Custos_Lazarus_von_Schwendi\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/220pxCustos_Lazarus_von_Schwendi_thumb.jpg\" border=\"0\" alt=\"220px-Custos_Lazarus_von_Schwendi\" width=\"139\" height=\"244\" \/><\/a>nach Memmingen zur\u00fcck, um sich f\u00fcr m\u00fcndig erkl\u00e4ren zu lassen. Aus den Ratsannalen geht hervor, dass der junge Lazarus weder so flei\u00dfig, noch so\u00a0 sparsam oder sittenstreng gewesen war, wie es der Rat gerne gehabt h\u00e4tte. Er gab sich \u00fcberm\u00fctig und leichtfertig und provozierte die gestrengen\u00a0 Ratsherren mit einem beabsichtigen Fehltritt. Sie warfen ihn f\u00fcr einige Tage ins Gef\u00e4ngnis. Er erbat sich, nicht wie ein gemeiner Handwerker behandelt zu werden und auch k\u00f6nne er sp\u00e4ter der Stadt bei F\u00fcrsten-und Herrendiensten n\u00fctzlich sein. Er zog die Stadt bald wegen unregelm\u00e4\u00dfiger Verm\u00f6gensverwaltung zur Verantwortung und auch sp\u00e4ter zeigte er ihr keine Dankbarkeit. 1546 finden wir Lazarus in den Diensten Karls V. Er tritt auf dem Regensburger Reichstag auf, der kurz vor dem Schmalkaldischen Krieg (1546\/1547) stattfindet. Im Auftrag des Kaiser soll Lazarus versuchen, die St\u00e4dte Augsburg, Ulm und N\u00fcrnberg dem Schmalkaldischen Bund abtr\u00fcnnig zu machen, was ihm aber nicht gelingt. Er verhandelt dann weiter in M\u00fcnchen. Bayern bleibt nach au\u00dfen neutral, verpflichtet sich aber, Sammelpl\u00e4tze, Verpflegung und Munition f\u00fcr das kaiserliche Heer bereit zu stellen. Als der Krieg dann ausbricht, ist Lazarus an den Schlachten an der Donau und in Sachsen dabei. Nach der Kapitulation von Wittenberg am19. Mai 1547 \u00fcberwacht er als kaiserlicher Kapit\u00e4n die Schleifung von Gotha und Grimmenstein.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/300pxGotha1572.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: block; float: none; margin-left: auto; margin-right: auto; border-width: 0px;\" title=\"300px-Gotha1572\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/300pxGotha1572_thumb.jpg\" border=\"0\" alt=\"300px-Gotha1572\" width=\"244\" height=\"126\" \/><\/a>Dabei bew\u00e4hrt er sich bestens. Karl V., nun auf dem\u00a0 H\u00f6hepunkt seiner Macht, will den Sieg ausn\u00fctzen. Er will die Reichsverfassung in monarchischem Sinne reformieren und auf dem \u201cGeharnischten Reichstag\u201d 1548 diktiert er das \u201cAugsburger Interim\u201d. Dabei setzt er auch die Todesstrafe durch f\u00fcr die Aufnahme von Diensten bei anderen Machthabern, was damals ja gang und g\u00e4be war. Er l\u00e4sst in Weissenburg Sebastian Vogelsberg (um 1505 bis 1548), einen bekannten und popul\u00e4ren Heerf\u00fchrer aufgreifen und am 7. Februar 1548 in Augsburg hinrichten. Vom Blutger\u00fcst herab beschuldigt Vogelsberg Lazarus \u201cals Erzb\u00f6sewicht\u201d, der ihn auf die Fleischbank geliefert habe. Zwar verteidigt ihn Karl pers\u00f6nlich und Lazarus wehrt sich mit einer Flugschrift, doch der Vorwurf, er habe hinterlistig und unritterlich gehandelt, bleibt lange an ihm h\u00e4ngen. 1548 war er f\u00fcr Karl in Norddeutschland unterwegs. Niedersachsen konnte er ruhig halten. Magdeburg galt als Zufluchtsst\u00e4tte aller Interimsgegner. Magdeburg war schon lange mit der Acht belegt und Lazarus hielt es f\u00fcr das Geratenste, die Stadt mit Gewalt zu nehmen. Dazu war Karl aber nicht in der Lage. Das zeigte sich auch, als Markgraf Alcibiades von Brandenburg, dem Lazarus im Auftrag Karls seine offen betriebene Kriegsr\u00fcstungen untersagen sollte, einfach keine Audienz erteilte. Auch erschien er nicht auf dem neuen Reichstag. Magdeburg leistet bis 1551 Widerstand. Lazarus \u00fcberwacht 1552 in kaiserlichem Auftrag die von Moritz von Sachsen durchgef\u00fchrte Exekution. Da ahnte er allerdings nicht, dass Moritz an der Spitze der F\u00fcrstenopposition gegen Karl vorgehen wollte. Bei Innsbruck erlitt er gegen Moritz eine entscheidende Niederlage. Der Passauer Frieden vom 2. August 1552 wurde bereits zwischen Karls Bruder Ferdinand und Moritz von Sachsen verhandelt. Das war die formale Anerkennung des Protestantismus. Reichsrechtlich festgeschrieben wurde diese mit dem Augsburger Religionsfrieden vom 25. September 1525. (Cuius regio, eius religio)<\/p>\n<p>Von 1552 bis 1556 versuchte Karl erfolglos, die Bist\u00fcmer Metz, Toul und Verdun, die formal zum Kirchenprovinz Trier geh\u00f6rten, zur\u00fcck zu erobern. Der franz\u00f6sische K\u00f6nig Heinrich II. hatte sie nach dem Vertrag von Chambord (15. Januar 1552) besetzt. Der Vertrag war ein zwischen der F\u00fcrstenopposition um Moritz von Sachsen und Heinrich II. von Frankreich geschlossenes Abkommen, das sich gegen Karl V. richtete.<\/p>\n<p>Lazarus nahm an den K\u00e4mpfen Karls in Frankreich teil.<\/p>\n<p>1553 wird Lazarus vor Metz von Karl zum Ritter geschlagen und in den erblichen Ritterstand erhoben. Im selben Jahr heiratet er Anna B\u00f6cklin von B\u00f6cklinsau. Ihre Familie stammte aus einem alten els\u00e4ssischen Adelsgeschlecht, das urspr\u00fcnglich zum Patriziat der Stadt Stra\u00dfburg geh\u00f6rte. Aus dieser Ehe geht der Sohn Hans Wilhelm hervor. Anna verachtet ihren Mann allerdings wegen seiner unehelichen Geburt. 1561 erfolgt die Trennung. 1573 heiratet Lazarus die 1554 geborene Eleonara von Zimmern, mit der er bis zu seinem Tod zusammenlebt. In zweiter Ehe verheiratet sie sich nach dem Tod ihres ersten Mannes mit Johann von Limburg.<\/p>\n<p>1556 dankte Karl zugunsten seines Bruders Ferdinand I. ab, der seit 1531 deutscher K\u00f6nig war. Schon im Oktober 1555 hatte Karl die Niederlande und Burgund an seinen Sohn Philipp II. von Spanien \u00fcbergeben. Am 16. Januar 1556<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/347pxTizian_066.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: block; float: none; margin-left: auto; margin-right: auto; border-width: 0px;\" title=\"347px-Tizian_066\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/347pxTizian_066_thumb.jpg\" border=\"0\" alt=\"347px-Tizian_066\" width=\"143\" height=\"244\" \/><\/a>Kastilien, Aragon, Sizilien und die amerikanischen Kolonien. Karl zog sich in das Kloster San Jer\u00f3nimo de Juste in Extremadura zur\u00fcck. Dort starb er am 21. September 1558 an Malaria.<\/p>\n<p>Als Karl 1556 abdankte,\u00a0 trat Lazarus in die Dienste Philipps. Er k\u00e4mpfte im niederl\u00e4ndischen Herr gegen Frankreich. Er war der erste Festungskommandeur der neu erbauten Festung Philippeville im heutigen Belgien in der Provinz Namur.<\/p>\n<p>Dann nahm er an der Schlacht von St. Quentin teil, die am 10. August 1557 stattfand. Hier besiegte das spanische Heer unter Herzog Emanuel Philibert von Savoyen das franz\u00f6sische Heer unter Conn\u00e9table Anne de Montmerency. Die franz\u00f6sische Niederlage war einer der schwersten Verluste f\u00fcr Frankreich. Die Schlacht war das letzte bedeutende Gefecht innerhalb der Auseinandersetzung zwischen Habsburg und Frankreich. In der Schlacht von Graveline am 13. Juli 1558 war Lazarus unter Graf Egmond dabei. Diese Schlacht beendete schlie\u00dflich den Kampf um die Vorherrschaft in Europa zwischen Frankreich und Philipp. Lazarus stieg in der Gunst Philipps und Margarethes von Parma, eine uneheliche Tochter Karls V., die 1559 von Philipp als Statthalterin der habsburgischen Niederlande eingesetzt worden war, was sie bis 1567 war. Eine vertrauensvolle Beziehung baute Lazarus auch zu Wilhelm von Oranien auf, den er auf mehreren Reisen nach Deutschland begleitete. Er lernte aber auch Kardinal Granvelle und den Herzog Alba kennen, der Margarethe 1567 als Statthalter nachfolgt. Dieser errichtete\u00a0 ein Schreckensregiment in den spanischen Niederlanden, da seine Vorg\u00e4ngerin der immer st\u00e4rker werdenden Rebellion nicht mehr Herr geworden war.<\/p>\n<p>Die Einstellung von Lazarus \u00e4nderte sich allm\u00e4hlich. War er unter Karl noch ein Verfechter der harten Linie gegen den Protestantismus. So sah er das wohl allm\u00e4hlich mit anderen Augen. 1562 nahm er Urlaub und trat 1564 in die Dienste<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/180pxLazarus_von_Schwendi_Bartholdi_Colmar_n1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: block; float: none; margin-left: auto; margin-right: auto; border-width: 0px;\" title=\"180px-Lazarus_von_Schwendi_Bartholdi_Colmar_n1\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/180pxLazarus_von_Schwendi_Bartholdi_Colmar_n1_thumb.jpg\" border=\"0\" alt=\"180px-Lazarus_von_Schwendi_Bartholdi_Colmar_n1\" width=\"164\" height=\"244\" \/><\/a> der deutschen Habsburger beziehungsweise des Reiches. Ferdinand I. war inzwischen (1558) von den Kurf\u00fcrsten auf dem Frankfurter Kurf\u00fcrstentag zum deutschen Kaiser proklamiert worden. Seinen Neffen Philipp II. hatten die Kurf\u00fcrsten als hochm\u00fctigen und bigotten Spanier abgelehnt. Im Auftrag Kaiser Ferdinands inspizierteLazarus\u00a0 1565\/63 die ungarische Grenze. Inzwischen kam Maximilian II. nach dem Tod seines Vaters am 25. Juli 1564 auf den deutschen Kaiserthron. Lazarus wird zum Generalkapit\u00e4n der deutschen Truppen in\u00a0 Ungarn<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/220pxNicolas_Neufchtel_002.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: block; float: none; margin-left: auto; margin-right: auto; border-width: 0px;\" title=\"220px-Nicolas_Neufch\u00e2tel_002\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/220pxNicolas_Neufchtel_002_thumb.jpg\" border=\"0\" alt=\"220px-Nicolas_Neufch\u00e2tel_002\" width=\"195\" height=\"244\" \/><\/a>ernannt. Er k\u00e4mpfte erfolgreich gegen die osmanische Armee und vor allem gegen Johann Sigismund Zapolya, der schon kurz nach seiner Geburt 1540 zum K\u00f6nig von Ungarn gew\u00e4hlt worden war und dies auch als Johann II. bis 1570 blieb. Ab 1570 war er als Johann I. der erste F\u00fcrst von Siebenb\u00fcrgen. 1565 k\u00e4mpfte Lazarus im n\u00f6rdlichen Ungarn gegen Zapolya. Obwohl numerisch unterlegen,\u00a0 holte er\u00a0 verlorene Pl\u00e4tze zur\u00fcck und eroberte nach l\u00e4ngere Belagerung Tokay und die Gegend des heutigen Satu Mare (heute Rum\u00e4nien. Seine Beute in Tokay waren 4000 F\u00e4sschen Tokayer. 1567 eroberte er Mukatschewe, das heute in der Ukraine liegt.<\/p>\n<p>Seine Siege und sein Organisationstalent, das er in der Grenzsicherung zeigte, erregten in Europa Aufsehen,\u00a0 verschafften ihm hohes Ansehen und begr\u00fcndeten seinen Ruf als Feldherr. In dieser Zeit ist er auch auf die Rul\u00e4nder Rebe gesto\u00dfen, vermutete, dass sie die Grundlages des Tokajer sei und brachte sie nach Baden und ins Elsass. Dort ist sie als Pinot gris bekannt. 1567 bat Lazarus um seine R\u00fcckberufung aus Ungarn. Wegen seiner Verdienste wurde er 1568\u00a0 zum Reichsfreiherren von Hohenlandsberg ernannt. Die Burg Hohenlandsberg ist in der N\u00e4he von Colmar. Er hatte Burg und Herrschaft 1563 von den Erben der Grafen von Lupfen gekauft.Die Herrschaft umfasste die Ortschaften Kientzheim, Ammerschwihr, Niedermorschwihr, T\u00fcrckheim, Sigolsheim und Wintzenheim. Schon 1560 hatte er die Pfandschaft \u00fcber Stadt, Schloss und Herrschaft Burkheim am Kaiserstuhl bekommen. Dort errichtete er das Schloss Burkheim, das 1673 von franz\u00f6sischen Truppen zerst\u00f6rt wurde. Es ist heute die einzige Ruine eines Renaissanceschlosses in S\u00fcdbaden.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/300pxHautLandsbourg_Cour.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: block; float: none; margin-left: auto; margin-right: auto; border: 0px;\" title=\"300px-Haut-Landsbourg_Cour\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/300pxHautLandsbourg_Cour_thumb.jpg\" border=\"0\" alt=\"300px-Haut-Landsbourg_Cour\" width=\"244\" height=\"184\" \/><\/a> Ruine Hohlandsberg<\/p>\n<p>1568 suchte Lazarus aus unbekannten Gr\u00fcnden um seine Demission nach. Doch von Maximilian II. schickte ihn als Generalkapit\u00e4n zu einer neuerlichen Inspektionsreise an die ungarische Grenze. Aus dem Dienstverh\u00e4ltnis mit Philipp II, indem er ja immer noch stand \u2013 er war ja nur beurlaubt und hatte seine Bez\u00fcge weiter erhalten, was die Wertsch\u00e4tzung unterstreicht, die er auch am spanischen Hof genossen hatte. Am 28. Juni 1568 lie\u00df Herzog Alba den Grafen Egmont in den Niederlanden hinrichten, Wilhelm von Oranien, der ja in Dillenburg geboren war, hatte sich nach Deutschland retten k\u00f6nnen. Mit beiden war er ja seit seiner Dienstzeit unter Philipp in den Niederlanden befreundet. Das harte Vorgehen Philipps in den Niederlanden, aber auch die Hugenottenkriege, die seit 1562 in Frankreich gef\u00fchrt wurden,\u00a0 beunruhigten ihn. Er hatte Sorge, dass die religi\u00f6sen Auseinandersetzungen auch auf Deutschland \u00fcbergreifen k\u00f6nnten, zumal die blutigen Auseinandersetzungen auch in Deutschland erst kurze Zeit zur\u00fcck lagen.<\/p>\n<p>Auch war er entt\u00e4uscht von den Ergebnissen des Konzils von Trient (zwischen 1545 und 1563 in vier Sitzungsperioden) Beim Frankfurter Deputationstag 1569 wurde Lazarus zum Generalleutnant ernannt. Das war die Kr\u00f6nung seiner\u00a0 milit\u00e4rischen\u00a0 Laufbahn. Er war damit milit\u00e4rischer Stellvertreter des Kaisers. Er war einer der einflussreichsten Berater Maximilians. Sein Anliegen war die gegenseitige Tolerierung der Konfessionsparteien. Er sprach sich gegen die Erweiterung des Landsberger Bundes unter Einbeziehung Herzog Albas aus, eines auf Veranlassung des bayrischen Herzog Albrechts V. gegr\u00fcndeten Zusammenschlusses katholischer L\u00e4nder und St\u00e4dte als Gegengewicht zu den protestantischen Reichst\u00e4nden. Er sah in einer auf den Reichskreisen basierende Wehrverfassung geeignetes Mittel zur Sicherung des Friedens im Reich. Damit gab er sich als Verfechter der Reichseinheit zu erkennen. Ihm schwebte eine zentral gelenkte Monarchie vor. Daf\u00fcr setzte er sich auch auf den Reichstagen von 1566 und 1576 ein, konnte sich damit aber nicht durchsetzen. Die Reichsst\u00e4nde wollten von ihren erreichten Positionen nichts preisgeben und der Kaiser wollte keine weitere Eskalierung der ohnehin schon bestehenden Spannungen.<\/p>\n<p>In seinem Herrschaftsbereich sorgte er f\u00fcr eine vorbildliche Ordnung.<\/p>\n<p>Lazarus starb am 28. Mai 1854 auf seinem Schloss in Kirchofen. In Kientzheim wurde er nach katholischem Ritus bestattet. Dort erinnert auch ein Epitaph an ihn.<\/p>\n<p>1986 wurde der Lazarus-von-Schwendi- St\u00e4dtebund gegr\u00fcndet um seine humanistische Gesinnung, seine Toleranz und Klarheit weiter zu geben und zu f\u00f6rdern. Gemeindevertreter treffen sich j\u00e4hrlich abwechselnd an einem der Mitgliedsorte.<\/p>\n<p>Die Orte sind in Belgien Philippeville, in Frankreich alle im Oberelsass Kientzheim, Ingersheim, Logelheim, Sigolsheim, Wintzheim, Turckheim, Munster, Ammerschwihr und Niermorschwihr und in Deutschland Kirchofen, Burkheim, Triberg, Mittelbiberach und Schwendi.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/6c0fefa3d9899dae.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: block; float: none; margin-left: auto; margin-right: auto; border: 0px;\" title=\"6c0fefa3d9899dae\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/6c0fefa3d9899dae_thumb.jpg\" border=\"0\" alt=\"6c0fefa3d9899dae\" width=\"76\" height=\"149\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Herren von Schwendi werden in einer Urkunde des Klosters Ochsenhausen 1128 zum ersten Mal erw\u00e4hnt. 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