{"id":1449,"date":"2011-04-12T19:16:42","date_gmt":"2011-04-12T19:16:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=1449"},"modified":"2011-04-13T14:18:25","modified_gmt":"2011-04-13T14:18:25","slug":"reichsabtei-elchingen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=1449","title":{"rendered":"Reichsabtei Elchingen"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/290pxReichsabtei_Elchingen.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: block; float: none; margin-left: auto; margin-right: auto; border: 0px;\" title=\"290px-Reichsabtei_Elchingen\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/290pxReichsabtei_Elchingen_thumb.jpg\" border=\"0\" alt=\"290px-Reichsabtei_Elchingen\" width=\"244\" height=\"159\" \/><\/a><\/p>\n<p>Um 1075 wird Graf Adalbert von Elchingen (Ravenstein-Irrenberg) als Sohn des Hochfreien Adalbert des \u00c4lteren von Stubersheim geboren. 1102 oder 1103 heiratet er Bertha von Boll (Gr\u00e4fin von Elchingen). Diese ist die Tochter Friedrichs I. von Schwaben und der Agnes, der Tochter von Kaiser Heinrichs IV. Diese beiden haben eine Tochter, Luitgard, die mit Konrad dem Gro\u00dfen von Wettin verm\u00e4hlt ist.<\/p>\n<p>Graf Adalbert gr\u00fcndete vor 1120 zusammen mit seiner Gemahlin Bertha ein Kloster in den Ulmer Donauauen. Es entstand als Reformkloster, Kl\u00f6ster die zwischen 1080 und 1020 in rascher Folge gegr\u00fcndet wurden, sowie Neresheim, Wiblingen, Blaubeuren, Zwiefalten und Lorch. Die Erneuerungsbewegung des benediktinischen M\u00f6nchtums ging von Cluny in Burgund aus und wurde in Deutschland haupts\u00e4chlich von Hirsau getragen.<\/p>\n<p>Der erst Abt in Elchingen war Andreas von Aichheim. Er regierte von 1128-1139. Die ersten M\u00f6nche kamen aus Lorch und aus Hirsau. Sie brachte auch au\u00dfer den Reformideen die neue romanische Bauweise im streng gebundenen System mit, das sogenannte Hirsauer Bauschema. Hierbei werden die Querarme, der Chorarm und die beiden Langhausjoche mit ihren Seitenschiffen aus den Ma\u00dfen der Vierung der Kirche entwickelt. In dieser Weise wurde die erste Klosterkirche in Elchingen zwischen 1150 und 1160 errichtet und der Mutter Gottes und den Aposteln Petrus und Paulus geweiht. Markgraf Konrad von Mei\u00dfen, der Schwiegersohn des Stifterpaares, verlegte das Kloster auf seine Burg \u00fcber dem Dorf Elchingen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/300pxDresden_Fuerstenzug_Konrad_der_Grosse.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: block; float: none; margin-left: auto; margin-right: auto; border: 0px;\" title=\"300px-Dresden_Fuerstenzug_Konrad_der_Grosse\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/300pxDresden_Fuerstenzug_Konrad_der_Grosse_thumb.jpg\" border=\"0\" alt=\"300px-Dresden_Fuerstenzug_Konrad_der_Grosse\" width=\"244\" height=\"236\" \/><\/a>Papst Innozenz II. (1130-1143) nahm das Kloster in den Schutz des Apostolischen Stuhles. Das Kloster erhielt reiche Schenkungen und hatte schon bald gro\u00dfen Grundbesitz und Wohlstand. Es wurde aber auch von gro\u00dfen Br\u00e4nden heimgesucht, so im Jahre 1395, 1430 durch Blitzschlag und 1469. Viele Urkunden gingen so verloren. Abt Friedrich Zwirner (1431-1461)aus Bernstadt gilt als wichtiger Bauherr.<\/p>\n<p>In seiner Regierungszeit war das Kloster abgebrannt. Auch sein Nachfolger<\/p>\n<p>Paul Kast aus Ulm ist als gro\u00dfer Bauherr \u00fcberliefert. Dieser wurde noch zu Lebzeiten Friedrichs Zwirner, der 1465 starb, zum Abt gew\u00e4hlt. Kast starb 1498.<\/p>\n<p>Noch in seiner Amtszeit wurde das Kloster von K\u00f6nig Maximilian 1486-1519)\u00a0 zur freien Reichsabtei erhoben. Der Abt war als Reichspr\u00e4lat im Reichstag des Heiligen R\u00f6mischen Reiches vertreten. Doch die Reichsstadt Ulm hatte ein Aufsichtsrecht \u00fcber das Kloster. Fast ein Jahrhundert lag der Konvent im Streit mit der Stadt Ulm.<\/p>\n<p>Die Lage an den bedeutendsten Heerstra\u00dfen der damaligen\u00a0 Zeit, n\u00e4mlich Ulm-N\u00fcrnberg und Ulm Augsburg brachte dem Kloster\u00a0 nicht nur Segen. Mehrmals wurde es restlos ausgepl\u00fcndert.<\/p>\n<p>Im 15. galten die Elchinger M\u00f6nche und ihr Klosterleben als vorbildlich. Sie stellten \u00f6fters auch \u00c4bte f\u00fcr Kl\u00f6ster in Schwaben und verbreiteten so die vom Kloster Melk ausgehende Reformbewegung des Benediktinerordens in Schwaben.<\/p>\n<p>Unter Abt Hieronymus Herzog, der 1519 Abt wurde und 1541 starb wurde das Kloster im Bauernkrieg 1525 kurz vor der Schlacht von Leipheim von 4000 Langenauern und 5000 Leipheimern gepl\u00fcndert.<\/p>\n<p>1520-1522 wird in Ulm die Reformation eingef\u00fchrt. Die Reichstadt Ulm unterband den katholischen Gottesdienst. Abt und M\u00f6nche wurden gezwungen, das Kloster zu verlassen. Unter Abt Andreas Thierlin (1541-1547) besetzten 1546 spanische Truppen das Kloster. Im Donaufeldzug des Schmalkaldischen Krieges wurde das Kloster\u00a0 dann in Brand gesetzt. 1547 setzte Kaiser Karl V. (1520-1556) die M\u00f6nche aber wieder ein. Noch w\u00e4hrend des klosterneubaus starb Abt Andreas 1547. Sein Nachfolger Thomas Klaus aus Weisenhorn starb nur 16 Tage nach seiner Wahl an der Pest. Der Abtei blieben nur wenige Jahre der Erholung und Entspannung.<\/p>\n<p>Unter den \u00c4bten Johannes II. Speigelin (1620-1638) und Johannes III. Treu aus G\u00fcnzburg 1638-1657 tobte der Drei\u00dfigj\u00e4hrige Krieg. Die Abtei hatte wieder Pl\u00fcnderung und Zerst\u00f6rung zu erleiden und musste immense Abgaben leisten.<\/p>\n<p>Abt Johannes Treu gr\u00fcndete zum Dank f\u00fcr die Rettung aus Kriegsn\u00f6ten die Siebenschmerzensbruderschaft. Die seit alter Zeit bestehende Wallfahrt zur Schmerzhaften Mutter Gottes von Elchingen nahm gro\u00dfen Aufschwung.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/170pxWolframsEschenbach_Liebfrauenmnster_Marienkapelle_Gnadenbild_detail.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: block; float: none; margin-left: auto; margin-right: auto; border: 0px;\" title=\"170px-Wolframs-Eschenbach_Liebfrauenm\u00fcnster_Marienkapelle_Gnadenbild_detail\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/170pxWolframsEschenbach_Liebfrauenmnster_Marienkapelle_Gnadenbild_detail_thumb.jpg\" border=\"0\" alt=\"170px-Wolframs-Eschenbach_Liebfrauenm\u00fcnster_Marienkapelle_Gnadenbild_detail\" width=\"171\" height=\"244\" \/><\/a> Abt Anselm Bauser (1657-1685) erneuerte die Kirche in \u201citalienischem Stil\u201d<\/p>\n<p>Das Kloster gelangte nochmals zu gro\u00dfer Bl\u00fcte. Unter Abt Robert Kolb (1766-1793)<\/p>\n<p>wurde die Klosterkirche noch einmal durch Blitzschlag zerst\u00f6rt. Sie wurde aufw\u00e4ndig fr\u00fchklassizistisch erneuert. Der Wettenhausener Stiftsbaumeister Joseph Dossenberger (1720-1785), ein Sch\u00fcler von Dominikus Zimmermann, entwarf den Bau. Die Ausstattung des Langhauses sowie die Deckenfresken \u00fcbernahm Januarius Zick (1730-1797), der ja auch in Wiblingen und Rot an der Rot<\/p>\n<p>gewirkt hatte.<\/p>\n<p>Robert II. von Elchingen wurde 1801 zum Abt gew\u00e4hlt. Aber 1802 wurde das Kloster s\u00e4kularisiert. Der letzte Abt starb 1810 in Elchingen.<\/p>\n<p>Die Besitzungen des Stiftes fielen an Bayern. Die Geb\u00e4ude wurden versteigert. Dei Bibliothek kam nach Dillingen.<\/p>\n<p>1840 waren fast alle Klostergeb\u00e4ude abgerissen.<\/p>\n<p>Ber\u00fchmt wurde Elchingen auch in den Napoleonischen Kriegen. Am 14. Oktober 1805 schlug der franz\u00f6sische Marschall Ney \u00f6sterreichische Truppen, die sich auf dem Klosterberg verschanzt hatten. Von seinem Kaiser erhielt der siegreiche Feldherr den Titel eines Herzogs von Elchingen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/290pxElchingen_Inneres2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: block; float: none; margin-left: auto; margin-right: auto; border: 0px;\" title=\"290px-Elchingen_Inneres2\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/290pxElchingen_Inneres2_thumb.jpg\" border=\"0\" alt=\"290px-Elchingen_Inneres2\" width=\"244\" height=\"184\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Um 1075 wird Graf Adalbert von Elchingen (Ravenstein-Irrenberg) als Sohn des Hochfreien Adalbert des \u00c4lteren von Stubersheim geboren. 1102 oder 1103 heiratet er Bertha von Boll (Gr\u00e4fin von Elchingen). 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