{"id":1404,"date":"2011-03-30T18:58:01","date_gmt":"2011-03-30T18:58:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=1404"},"modified":"2014-02-12T16:34:44","modified_gmt":"2014-02-12T16:34:44","slug":"kloster-steinbach","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=1404","title":{"rendered":"Kloster Steinbach"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/03\/220pxGrundri_Rekonstruktion_Mller.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: block; float: none; margin-left: auto; margin-right: auto; border-width: 0px;\" title=\"220px-Grundri\u00df_Rekonstruktion_M\u00fcller\" alt=\"220px-Grundri\u00df_Rekonstruktion_M\u00fcller\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/03\/220pxGrundri_Rekonstruktion_Mller_thumb.png\" width=\"167\" height=\"244\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>Kloster Steinbach ist eng mit Einhard, dem Biographen Karls des Gro\u00dfen und Baumeister, der die Errichtung zahlreicher karolingischer Bauten geleitet hat, verbunden. Zu seiner Person mehr unter Kloster Seligenstadt.<\/p>\n<p>Der um 770 geborene Adlige aus ostfr\u00e4nkischer Familie bekam 815 von Ludwig dem Frommen, dessen Berater er war,\u00a0 zusammen mit seiner Gemahlin Imma den gr\u00f6\u00dferen Ort\u00a0\u201cMichilstat\u201d samt zugeh\u00f6riger Mark als Geschenk, und die Villa M\u00fclheim im Maingau, das ist Ober-und Unterm\u00fchlheim, das sp\u00e4tere Seligenstadt. In der Schenkungsurkunde (RI, 1 hei\u00dft es &#8222;schenkt seinem getreuen Einhard, der \u00fcberall die ganze kraft seinem dienst gewidmet, und dessen gemahlin Imma in Deutschland den ort Michelstadt im Odenwald, in dessen mitte eine h\u00f6lzerne kirche steht, mit land 2 meilen d. i. eine rast im umkreis, und die villa M\u00fchlheim im Maingau am Main, die einst im besitz des grafen Drogo gewesen, mit einer steinernen kirche und 4 mansen in Unterm\u00fchlheim zu freiem eigen. &#8220; Einhard und Imma Michelstadt \u00fcbertragen die cella Michelstadt dem Kloster Lorsch. Die Fuldaer Annalen vermerken f\u00fcr das Jahr 821<\/p>\n<p>die Weihe einer Kirche in Michelstadt. Die Schenkungsurkunde von 815 berichtet,<\/p>\n<p>dass dort bereits eine h\u00f6lzerne Kirche stand.\u00a0 Es scheint allerdings, dass der Eintrag in den Fuldaer Annalen nicht das Michelstadt im Odenwald meint, sondern dass sich dieser Eintrag auf die Michaelskirche in Fulda bezieht. Als Baubeginn f\u00fcr Steinbach wird 824 angenommen, als Vollendungsdatum 827. Die Steinbacher Basilika\u00a0 war wohl als Grablege f\u00fcr Einhard und Imma gedacht. Au\u00dferdem sollte eine Wallfahrtskirche etabliert werden. Einhard lie\u00df sich in Rom Reliquien der Katakombenheiligen Marcellinus und Petrus besorgen. Dazu schickte er seinen Schreiber Ratleik nach Rom. Die Reliquien gelangten auf nicht legalem, aber damals \u00fcblichen Weg nach Michelstadt. Dort blieben sie aber nicht lange, sie wurden bald nach Seligenstadt \u00fcberf\u00fchrt. In Seligenstadt wurde dann auch ausgef\u00fchrt, was urspr\u00fcnglich f\u00fcr<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/03\/einhard5.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: block; float: none; margin-left: auto; margin-right: auto; border-width: 0px;\" title=\"einhard5\" alt=\"einhard5\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/03\/einhard5_thumb.jpg\" width=\"166\" height=\"244\" border=\"0\" \/><\/a>Steinbach geplant war. Dort wurde das Kloster gegr\u00fcndet und auch Einhard und Imma sollten ihre Ruhest\u00e4dte in Seligenstadt finden.\u00a0 In seinem 819 verfassten Testament verf\u00fcgte Einhard, dass Steinbach an das Kloster Lorsch fallen sollte. So geschah es auch nach seinem Tod 840. In den folgenden zweieinhalb Jahrhunderten gibt es keine Erw\u00e4hnung der Basilika. Es sind auch keine Urkunden aus der Zeit bekannt. Grabungsfunde belegen, dass im 9. Jahrhundert ein Friedhof angelegt worden war, auf dem Frauen, M\u00e4nner und Kinder bestattet sind. Um 1050 wird dieser Friedhof aufgegeben.<\/p>\n<p>1073 richtet das Kloster Lorsch unter Abt Udalrich (1056-1075) eine Propstei in Steinbach ein. M\u00f6nche aus Lorsch bauten eine Umfassungsmauer und ein h\u00f6lzernes Haus, das wenig sp\u00e4ter wieder abgetragen wurde und durch ein gr\u00f6\u00dferes Steinhaus ersetzt. Diese diente wohl als M\u00f6nchswohnung. Die Gemeinschaft w\u00e4chst in den Folgejahren und erh\u00e4lt Zuweisungen. Namentlich bekannte Pr\u00f6pste sind Libelin (gestorben 1119), Rehewin (erw\u00e4hnt 1135), Hildebert, dieser wurde 1149 zum Abt des Mutterklosters Lorsch gew\u00e4hlt, Ludewic (erw\u00e4hnt 1173), Alexius (erw\u00e4hnt 1195) und Adelhelm von Steinbach (zwischen 1222 und 1224 mehrfach erw\u00e4hnt.) Im Mutterkloster wird Benno, ein M\u00f6nch aus Weissenburg Abt und Nachfolger des abgedankten Abts Ermenold. Dies stand am Ende des Versuchs, die Hirsauer Reform auch in Lorsch einzuf\u00fchren. Daran war schon Abt Gebhard (1105-1106) gescheitert. Der Lorscher Konvent hatte sich zweimal erfolgreich durchgesetzt. Abt Benno war durch Simonie und kaiserliche Protektion in sein Amt gelangt. Seine verschwenderische Amtsf\u00fchrung und seine schlechte Haushaltung brachten auch schnell\u00a0 den Klostervogt gegen ihn auf. Er wurde aus der Abtei vertrieben und musste sich zu Kaiser Heinrich V. (1086-<\/p>\n<p>1125) nach Italien fl\u00fcchten. Au\u00dferdem wurde Burg Windeck in\u00a0 Weinheim zerst\u00f6rt. Diese war zum Schutz des umfangreichen Lorscher Besitzes, aber auf Grund und Boden\u00a0 der Propstei Steinbach gebaut. Daraus hatte sich wohl ein massiver Grundst\u00fcckstreit zwischen Propst Libelin und Abt Benno entwickelt. Unter dem Einfluss Kaiser Heinrichs kann Benno die Abtei weiterf\u00fchren. Der Kaiser best\u00e4tigt auf Bitten Abt Bennos von Lorsch den M\u00f6nchen der Zelle Michelstadt die in der Urkunde genannten Besitzungen und gew\u00e4hrt ihnen f\u00fcr diese Immunit\u00e4t und freies Verf\u00fcgungsrecht\u00a0 im Jahre 1113. Abt Benno will wohl Kloster Steinbach ver\u00e4u\u00dfern.<\/p>\n<p>Auf dem Weg von Lorsch nach Steinbach bef\u00e4llt ihn allerdings Unwohlsein. Er wird in Propstei gebracht, wo er am 20. Februar 1119 verstirbt. Sein Grabstein und auch der seines Gegenspielers Libelin, der ebenfalls 1119 stirbt, ist erhalten. Beide\u00a0 befinden sich jetzt im Schloss Erbach.<\/p>\n<p>1149 wird der Steinbacher Propst Hildebert zum Abt des Mutterkloster Lorschs gew\u00e4hlt, stirbt aber nur 6 Monate nach seiner Wahl.<\/p>\n<p>1232 \u00fcbertr\u00e4gt Kaiser Friedrich II. (1194-1250) das Kloster Lorsch mitsamt seinen Besitzungen, zu denen auch die Propstei Steinbach geh\u00f6rt, dem Erzbistum Mainz.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/03\/220pxSteinbacheinhard1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: block; float: none; margin-left: auto; margin-right: auto; border: 0px;\" title=\"220px-Steinbach-einhard1\" alt=\"220px-Steinbach-einhard1\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/03\/220pxSteinbacheinhard1_thumb.jpg\" width=\"224\" height=\"169\" border=\"0\" \/><\/a>Das Kloster wird als Benediktinerkloster aufgehoben und als Pr\u00e4monstratenserpropstei weitergef\u00fchrt. Als Folge der Umwandlungen in Lorsch wird auch die Propstei Steinbach aufgehoben. Sie wird zu einem Benediktinerfrauenkloster umgewandelt. In der Nachbarschaft des Kloster Steinbachs entstand als Wasserburg das heutige kurmainzische Schloss F\u00fcrstenau.<\/p>\n<p>Die Quellenlage zum Benediktinerinnenkloster ist sehr d\u00fcrftig. Am 27. Mai 1232 stellt Papst Gregor IX. (1227-1241) einen Schutzbrief f\u00fcr den Konvent f\u00fcr gegenw\u00e4rtige und zuk\u00fcnftige Besitzungen. Das ist das erste Dokument, in dem Steinbach als Nonnenkloster erw\u00e4hnt wird. F\u00fcr den Zeitraum von rund 300 Jahren sind nur die Namen von 7 Nonnen bekannt, davon 5 als \u00c4btissinnen oder Meisterinnen. die letzte ist Meisterin Katharina Weiler 1525.<\/p>\n<p>1532 werden die Schenken von Erbach in den Reichsgrafenstand erhoben. Etwa zeitgleich wird die Reformation in Erbach eingef\u00fchrt. 1535 wird das Kloster Steinbach aufgehoben. 1539 wird es in einer Urkunde erstmals als Spital erw\u00e4hnt.<\/p>\n<p>Graf Eberhard XIII., der auch als Berater Ottheinrichs von der Pfalz bei der Einf\u00fchrung der Reformation f\u00fcr die Kurpfalz zust\u00e4ndig war, hatte das Kloster in ein Spital umgewandelt. Die Nonnen nahmen die Reformation an und durften als Krankenpflegerinnen im Spital verbleiben. Im 13. und 14. Jahrhundert hatte die Basilika als Grablege der Schenken von Erbach gedient und deswegen lie\u00df das Grafenhaus die Geb\u00e4ude nie v\u00f6llig verfallen.<\/p>\n<p>Im Jahr 1873 erkannte der Darmst\u00e4dter Kunstprofessor, dass die Einhardsbasilika karolingisch war.<\/p>\n<p>1970 kaufte das Land die Basilika, weitere Geb\u00e4ude und Reste des Klosters. Bis 1972 wurden die fehlenden Seitenschiffe wieder aufgemauert, Puzfl\u00e4chen und Malereireste wurden gesichert und bis 2010 wurde das Geb\u00e4lk und Dachziegel restauriert.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/03\/220pxEinhardsbasilika_Nordseite2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: inline; border: 0px;\" title=\"220px-Einhardsbasilika_(Nordseite)-2\" alt=\"220px-Einhardsbasilika_(Nordseite)-2\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/03\/220pxEinhardsbasilika_Nordseite2_thumb.jpg\" width=\"224\" height=\"188\" border=\"0\" \/><\/a> <a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/03\/220pxSteinbacheinhard3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: inline; border: 0px;\" title=\"220px-Steinbach-einhard3\" alt=\"220px-Steinbach-einhard3\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/03\/220pxSteinbacheinhard3_thumb.jpg\" width=\"224\" height=\"169\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kloster Steinbach ist eng mit Einhard, dem Biographen Karls des Gro\u00dfen und Baumeister, der die Errichtung zahlreicher karolingischer Bauten geleitet hat, verbunden. 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